... aber bei euch soll es anders sein



"2000 Jahre Christen in Trier"
- eine Spurensuche

Herzlich willkommen zu dieser Spurensuche!
Sie will zeigen, wie das Auftreten Jesu Christi vor 2000 Jahren und seine Frohe Botschaft im Laufe der Jahrhunderte unsere Trierer Heimat verändert haben. In die antike römische Kaiserstadt Trier, die keltisch-germanische Kultur und ebenso alle folgenden Jahrhunderte trug die christliche Botschaft Neues, Umwälzendes, ja Faszinierendes hinein. Das Christentum verbindet die Gottesverehrung mit der Verantwortung für die Mitmenschen und die Welt.

In der Rede vom Endgericht (Mt 25, 31-46) identifiziert Jesus Christus sich mit den Menschen in Not. Die Bilder der Kanzel in der Mitte des Trierer Doms zeigen diese Einheit von Gottes- und Nächstenliebe als zentralen Inhalt aller christlichen Verkündigung an. Hungrige speisen, Durstige tränken, Nackte bekleiden, Fremde beherbergen, Gefangene erlösen, Kranke besuchen, die Toten begraben - das heißt Gott selbst zu dienen. Der Bildhauer Rupprecht Hoffmann hat die Domkanzel 1570 bis 1572 im Auftrag des Trierer Domkapitels geschaffen. Die sieben Bilder der "Werke der Barmherzigkeit" an der Kanzel sind der Wegweiser bei unserer Spurensuche.

Diese Dokumentation erhebt nirgends den Anspruch auf Vollständigkeit. Exemplarisch werden geschichtliche Ereignisse, einzelne Personen, Einrichtungen aus den beiden großen christlichen Kirchen gezeigt. Manches in der Botschaft Jesu hat lange Zeit gebraucht, bis es sich gegen althergebrachtes Denken hat durchsetzen können. Manches geriet gar in Vergessenheit; und immer wieder blieben anfällig Menschen für Wahnideen und Verführungen. Besonders die Verfolgung von Andersdenkenden belastet die Vergangenheit der Trierer Kirche schwer.

Das Bild- und Textmaterial geht zurück auf eine Ausstellung im Kreuzgang des Trierer Domes vom 5. Mai bis 15. Oktober 2000, die zwischenzeitlich auch an anderen Orten im Bistum (z. B. in Kirchen, Koblenz, Neuwied, Saarlouis) gezeigt wurde.
Als Begleitbuch zur Ausstellung ist in der Reihe "Werkstatt RU" (beim Katechetischen Institut des Bistums Trier) auch eine Arbeitshilfe für den Religionsunterricht erschienen: „Die Werke der Barmherzigkeit“ – erarbeitet von Paul Groß, Karin Welter und Michael Zimmer. (Bezug über die Fundgrube beim Bischöflichen Generalvikariat Trier.)

Die Spurensuche dieser Ausstellung zeigte: Unübersehbar hat die Verkündigung der Frohen Botschaft Jesu Christi den Geist der Bürgerinnen und Bürger, ihr soziales Denken und die gesellschaftlichen Strukturen in Stadt und Land von Grund auf gewandelt. Dabei ist zu bedenken, dass viele Ideen des Christentums zwischenzeitlich als Samenkörner in der ganzen Welt aufgegangen sind und auch außerhalb der Kirchen von Christen und Nichtchristen gelebt werden. Die Werke christlicher Nächstenliebe in unserer fast 2000jährigen Geschichte und in der Gegenwart machen Mut für die Zukunft. Weiterhin gilt die Weisung Jesu: "aber bei euch soll es anders sein" (Lk 22,26). Das war das Motto unserer Ausstellung.