Wort des Bischofs zum Abschied von Generalvikar Georg Bätzing

Führe zusammen...

Bischof Dr. Stephan Ackermann - 28. August 2016

Liebe Schwestern und Brüder aus dem Bistum, liebe Gäste!
Lieber Generalvikar Georg Bätzing!

"heraus gerufen – Schritte in die Zukunft wagen": Mit diesem Titel sind die Beschlüsse unserer Diözesansynode überschrieben, die am 1. Mai zu Ende ging und für die nun die Vorbereitungen zur Umsetzung laufen. Du, lieber Generalvikar, hast in den letzten Monaten für die Planungen der Umsetzung wesentlich Verantwortung getragen. Dir war es auch ein wichtiges Anliegen, dass nach den Jahren der synodalen Beratungen nun zügig Schritte der Realisierung angegangen werden, und Du hast immer wieder betont, dass das Ziel der Synode nicht in hehren Worten und Papieren besteht, sondern dass es um eine veränderte Praxis des kirchlichen Lebens in unserem Bistum geht. In diesem Sinne hast Du das programmatische Wort herausgerufen – Schritte in die Zukunft wagen von Anfang an ernst genommen.

heraus gerufen...

    Dass dieses Leitmotiv unserer Synode Dich so beim Wort nehmen würde, wie es nun der Fall ist, damit hast Du nicht gerechnet. Das hast Du selbst am Tag Deiner Ernennung zum Bischof von Limburg vor der Presse gesagt. Aber Du hast seitdem auch schon deutlich gemacht, dass Du den Anspruch, der mit der Bischofsernennung auf Dich zugekommen ist, offenen Herzens annimmst und bereit bist, Dich aus Deiner bisherigen Verantwortung und Deinem Heimatbistum herausrufen zu lassen, um Schritte in eine neue Zukunft zu wagen.

Nach dem ersten Schrecken und dem Schmerz darüber, dass Du uns Trierern genommen wirst, ist in den letzten Wochen unsere Mitfreude gewachsen: zunächst darüber, dass Papst Franziskus und das Limburger Domkapitel Dir mit der Aufgabe des Bischofsamtes auch ein großes Vertrauen schenken. Und dann ist da die Mitfreude mit den Limburger Diözesanen. Wir wünschen ihnen und Dir, dass Du den Menschen im Nachbarbistum nach schwierigen Jahren ein wirklicher „Helfer zur Freude“ am Glauben, wie der Apostel Paulus die Amtsträger einmal nennt (2 Kor 1,24), sein kannst.

Führe zusammen...

Dass Du mitCongrega in unum – Führe zusammen als bischöflichen Wahlspruch einen Teil des Leitworts unserer letzten Heilig-Rock-Wallfahrt gewählt hast, ist nicht bloß ein dankbarer, gar nostalgischer Rückblick des ehemaligen Wallfahrtsleiters, der Du warst, sondern ist Blick und Bitte nach vorne für den kommenden Dienst.

Lieber Georg! Ich weiß, dass Dir mancher Text der Dichterin Hilde Domin (1909-2006) bedeutsam ist, darunter das Gedicht, in dem sie formuliert: Man muss weggehen können und doch sein wie ein Baum: als bliebe die Wurzel im Boden, als zöge die Landschaft und wir ständen fest. … (Ziehende Landschaft) Wenn Du nun bald weggehen musst, so werden doch Wurzeln auch im Bistum Trier bleiben, dem Bistum, in dem Du geboren und aufgewachsen bist und Deine priesterliche Berufung empfangen hast. Aber es werden nicht nur Wurzeln von Dir im trierischen Boden bleiben, sondern es bleibt auch das, was Du in 29 Jahren durch Dein priesterliches Wirken von der Botschaft Jesu Christi ausgesät hast und was mit Gottes Gnade Wurzel geschlagen hat im Herzen von Menschen, denen Du begegnet bist: Als junger Kaplan in der Pastoral, als Priesterausbilder, als Wallfahrtsleiter, als Generalvikar oder schlicht auch als Priester, der sehr gerne in den Gemeinden ausgeholfen und das Evangelium verkündet hat.

Persönlicher Dank - öffentlich

Zum Schluss will ich Dir in der Öffentlichkeit unseres Bistums noch einmal persönlich dafür danken, mit welcher hohen Loyalität Du mir als Generalvikar zur Seite gestanden hast – in schönen Situationen und schweren. Ebenso danke ich Dir für die mutige Klarheit und die Verlässlichkeit, mit der Du es getan hast. Aber gut, ich, wir lassen Dich jetzt in Gottes Namen ziehen!

Wir tun es, nicht ohne Dir – gerade auch für die kommenden Wochen der Vorbereitung auf die Bischofsweihe – unser begleitendes Gebet zu versprechen, und wir sagen: Du bist immer herzlich willkommen in Deiner alten Heimat!

Und ich bin mir sicher: Es wird dem Bischof von Limburg an Einladungen ins heimatliche Nachbarbistum nicht mangeln!

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