Auf den Spuren der "anderen Heimat":

Bischof Stephan Ackermann unterwegs in Südost-Brasilien

Bischof Dr. Stephan Ackermann ist am 28. Oktober 2014 von einer zehntägigen Brasilien-Reise nach Trier zurückgekehrt. Mit der Reise folgte Ackermann einer Einladung von brasilianischen Bischöfen, die sie während der Heilig-Rock-Wallfahrt 2012 ausgesprochen hatten. Zwischen dem Bistum Trier und der katholischen Kirche in Brasilien gibt es enge Verbindungen: 34 brasilianische Bischöfe haben Vorfahren aus dem Bistum Trier. Um diese deutschen Wurzeln der katholischen Kirche Brasiliens ging es bei der Delegationsreise, aber auch um pastorale Konzepte im größten katholischen Land der Erde. Die Delegation um Bischof Ackermann bestand aus elf Personen, darunter Weihbischof Robert Brahm, Dompropst Werner Rössel und der Leiter des Bereichs Pastoral und Gesellschaft im Generalvikariat, Dr. Michael Kneib.

Der "Brasilien-Blog"

  • 27. OktoberSwitch

    An ihrem letzten Tag traf die Delegation in São Paulo mit Kardinal Odilo Scherer zusammen, dessen familiäre Wurzeln in Theley liegen. Der Kardinal informierte Bischof Ackermann und die Mitreisenden über die pastorale Situation in seinem Erzbistum mit 6,5 Millionen Einwohnern. Wie in den Tagen zuvor war ein Schwerpunkt der Gespräche auch in der 20-Millionen-Metropole die Mission. Scherer berichtete von seinen Erfahrungen in einer multikulturell geprägten Mega-Stadt mit sehr aktiven evangelikalen Gruppierungen. In der Kirche der deutschsprachigen Bonifatius-Gemeinde feierte er mit den Gästen aus dem Bistum Trier eine Messe. Später informierten sie sich über ein pastorales Projekt für Obdachlose. Zum Abschluss lud Kardinal Scherer die Gruppe auf eines der Hochhäuser ein. Der Anblick der Super-Stadt mit ihren Wolkenkratzern bis zum Horizont hinterließ einen nachhaltigen Eindruck. In der Nacht zu Dienstag trat die Gruppe ihren Rückweg nach Deutschland an.

  • 25. Oktober - Zu Gast in FamilienSwitch

    Missionarisch sein - so lautet der Titel einer der Sachkommissionen der Trierer Bistumssynode. Was missionarisch sein in Brasilien bedeutet, erlebte die Reisegruppe aus Trier am Samstag in Rio Grande do Sul am eigenen Leibe. Zu zweit oder zu dritt zogen sie mit Laien aus Gemeinden der Diözese Novo Hamburgo zu Familien der Region, beteten mit ihnen gemeinsam, sprachen über ein Bibeltext und segneten das jeweilige Haus. Bischof Ackermann und die Ärztin Sabine Mathow gingen zu den Menschen in der Stadt Dois Irmãos und suchten dort fünf Familien auf. Sie wurden herzlich und offen empfangen und gewannen einen unmittelbaren Eindruck vom Leben der Menschen.

    In Dois Irmãos leben unter den 30.000 Einwohnern viele Deutschstämmige. Im Haus von Liria und Tarcillo Lawisch traf der Trierer Bischof die Bürgermeisterin des Ortes, Tania Terezinha da Silva und ihren Sohn Pablo. Die Brasilianerin mit afrikanischen Wurzeln zeigte Ackermann auf dem Handy Fotos von sich im echten deutschen Dirndl bei der jährlich in Dois Irmãos stattfindenden Kirmes - einer der größten in Brasilien.

    Zu einer deutschen Messe in der Pfarrkirche São Miguel kamen anschließend mehrere hundert Menschen zusammen, um die Predigt von Bischof Ackermann zu hören, der von den Erfahrungen sprach, die die Trierer Delegation in Brasilien macht. Ackermann entzündete am Altar eine Kerze der Trierer Bistumssynode, die nun in der Kirche vor der brasilianischen Flagge brennt. Nach der Messe ließ es sich der Bischof nicht nehmen, mit der deutschen Trachtengruppe der Stadt Dois Irmãos unter dem Beifall der Bevölkerung ein Tänzchen zu wagen.

  • 24. Oktober - Besuch der Jesuiten-Universität UnisinosSwitch

    Bei einem Besuch der Jesuiten-Universität Unisinos in São Paulo haben sich Bischof Ackermann am Freitag über die wissenschaftliche und soziale Arbeit der Hochschule geäußert. 33.000 Studierende sind an der Uni eingeschrieben, die damit eine der größten des Landes. Am Nachmittag feierte Bischof Ackermann im Marien-Heiligtum Santuário das Mães auf einem Berg über der Stadt Novo Hamburgo eine Messe. Der Grundstein zu der Kirche an dem Wallfahrtsort war am 30. August 1998 vom Trierer Bischof Dr. Hermann-Josef Spital gelegt worden.

  • 23. Oktober - Auf Sendung beim katholischen Radiosender Alianca 106,3Switch

    Die Trierer Delegation hat sich am Donnerstag aufgeteilt, um die verschiedenen Diözesen im brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul zu erkunden. Auf dem Programm standen unter anderem  Fahrten nach Pelotas und Montenegro. Die Leiterin des Trierer Bistumsarchivs, Monica Sinderhauf und Bistumssprecher André Uzulis fuhren ins Erzbistum Porto Alegre zum katholischen Radiosender Aliança 106,3. Dort ließen sie sich von Moderatorin Lecir Radaelli und Monsignore Airton Luiz Haack zur Reise der Trierer befragen. Hörer wurden telefonisch in die 90minütige Sendung live zugeschaltet. Zum Abschluss sprachen sie das Ave Maria auf Deutsch für die 60.000 Hörer des Senders. Sinderhauf informierte sich anschließend über das Archiv des Erzbistums Porto Alegre. Dort gibt es 200 Regalmeter Akten - in Trier - dem ältesten deutschen Bistum - sind es mehr als 5000 Regalmeter.

    Für den Nachmittag stand ein Besuch bei dem Sender ABC 900 AM in Novo Hamburgo auf dem Programm, wo Bischof Zeno Hastenteufel gerade eine 30minütige Verkündigungssendung aufzeichnete. Uzulis - gelernter Zeitungsjournalist - zeigte sich beeindruckt von der Redaktion der Regionalzeitung "NH", die ebenso wie der Sender ABC 900 AM zur Mediengruppe Gusmão gehört. "NH" hat eine Auflage von 70.000 Exemplaren und erscheint im Raum Novo Hamburgo. Bischof Hastenteufel schreibt für die Zeitung wöchentlich eine Kolumne.

  • 22. Oktober - Treffen mit brasilianischen Bischöfen in São LeopoldoSwitch

    Der Austausch mit deutschsprachigen Bischöfen Brasiliens, die ihre familiären Wurzeln im Bistum Trier haben, stand im Mittelpunkt des vierten Tages der Brasilien-Reise von Bischof Dr. Ackermann und seiner Delegation. Thematisiert wurden pastorale Fragen ebenso wie der Priesternachwuchs und die soeben in Rom zu Ende gegangene Bischofssynode. Die brasilianischen Bischöfe stellten ihre Bistümer vor, Ackermann erläuterte den Stand der Synode im Bistum Trier.

    Zu dem Treffen im Exerzitienhaus der Jesuiten in São Leopoldo kamen die brasilianischen Bischöfe zum Teil aus bis zu 500 Kilometern angereist. Folgende Bischöfe aus dem Gastgeberland nahmen teil:

    • José Mario Stroeher (Diözese Rio Grande)
    • Irineu Gassen (Vacaria)
    • Remídio José Bohn (Cachoeira do Sul)
    • Jacinto Bergmann (Pelotas)
    • Aloísio Sinésio Bohn (Santa Cruz)
    • und Zeno Hastenteufel (Novo Hamburgo).

    Insgesamt stammen die Familien von 34 brasilianischen Bischöfe aus dem Bistum Trier.

  • 21. Oktober - Besuch bei den Schwestern Unserer Lieben FrauSwitch

    Bischof Ackermann hat in Brasilien die älteste Missionarin aus dem Bistum Trier aufgesucht, die 110 Jahre alte Schwester Maria Electis Mohr, gebürtig aus Pommern/Mosel. Sie kam 1939 nach Brasilien zu den Schwestern Unserer Lieben Frau und arbeitete jahrzehntelang in der Pflege psychisch Kranker. Noch bis ins Alter von 100 Jahren war sie in ihrer Gemeinschaft aktiv.

    Die 99 Jahre alte Schwester Hildegardis Spieroff aus Essen kam noch früher nach Brasilien, nämlich  1938, und war Schulleiterin und Ordensoberin. Sie berichtete dem Bischof von ihrer Arbeit in Brasilien - auch, dass sie in ihrem hohen Alter immer noch Kunstgeschichte unterrichtet - und von ihren regelmäßigen Reisen nach Deutschland.

    Zuvor waren Ackermann und seine Delegation zu Ehrenmitgliedern des deutschsprachigen Chores der Kirche  Santa Joana Francisca De Chantal in Joaneta ernannt worden. Die Trierer Gruppe besuchte die Kirche im Norden der brasilianischen Diözese, um sich über die Pastoral in der Fläche zu informieren. Der Kirchenchor empfing den Bischof und seine Mitreisenden mit alten deutschen Kirchenliedern. Später sangen die brasilianischen Gastgeber und die Trierer Gäste gemeinsam "Großer Gott wir loben dich".

  • 20. Oktober - Ein rekonstruiertes Einwandererdorf wird besuchtSwitch

    Auf der Spurensuche nach den Auswanderern aus dem Hunsrück in Brasilien besuchten Bischof Ackermann und seine Delegation am Montag ein rekonstruiertes deutsches Einwandererdorf, wie es im 19. Jahrhundert in Rio Grande do Sul ausgesehen hat: Kirche, Wirtshaus, Schmiede, Schule, Wohnhäuser - originalgetreu wiederaufgebaut im Einwandererpark von Nova Petropolis im Norden der Diözese Novo Hamburgo. Deren Bischof, Dr. Zeno Hastenteufel, hatte Ackermann und die Delegation eingeladen.

    Hastenteufel nahm sich den ganzen Montag Zeit, die deutschen Gäste durch sein Bistum zu führen. Weihbischof Robert Brahm, die Medizinerin Sabine Mathow und der Sekretär von Bischof Ackermann, Marco Weber, hatten dabei viel Spaß und schlüpften in typisch deutsche Rollen. Das historische deutsche Einwandererdorf ließ kein deutsches Klischee offen, bis hin zum deutschen Schlager, der über Lautsprecher im Park zu hören war. In einem nahe gelegenen Hecken-Labyrinth stießen die Bischöfe Ackermann und Brahm mit der Leiterin des Trierer Bistumsarchivs, Dr. Monika Sinderhauf, zum Kern vor.

    Am Abend besuchte die Delegation ein von Katharinen-Schwestern betreutes Krankenhaus in der Stadt Ivoti. Bischof Ackermann hielt bei einer Messe vor den Schwestern und der hunsrückisch sprechenden Gemeinde die Predigt über den im Saarland verehrten Heiligen Wendelinus.

  • 19. Oktober - Begrüßung in Novo HamburgoSwitch

    Die Reisegruppe um Bischof Dr. Stephan Ackermann ist nach 22-stündiger Reise gut in Südbrasilien angekommen.

    Bischof Zeno Hastenteufel, von Novo Hamburgo, zeigte der Delegation aus Trier sein Bistum. Im Gebirgszug im Norden von Rio Grande do Sul war Weihbischof Robert Brahm besonders beeindruckt vom spektakulären Wasserfall am Schnecken-Fluss.

    In der Kirche von Canela - Mittelpunkt von 23 Gemeinden - informierten sich die Teilnehmer über Aspekte der Pastoral "in der Fläche" und sangen gemeinsam das Salve Regina. Zu Mittag gab es wieder traditionelle brasilianische Gerichte vom Grill: Churrasco, Gegrilltes - nichts für Vegetarier.

    Am Abend feierten die beiden Bischöfe in der Kathedrale von Novo Hamburgo die Messe, dabei trug Dechant Ludwig Krag aus Kirchberg vor 1000 Gläubigen das Evangelium auf Deutsch vor.

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