Die Kirche und Ihr Geld

Kirchensteuer im Bistum

Das Bistum hat am 3. Februar den Geschäftsbericht 2015 und den Haushalt für das laufende Jahr vorgestellt. Alle Informationen, Zahlen, Dokumente finden Sie auf unseren Seiten.

Hintergrundinformationen zur Kirchensteuer

Steuern zahlt niemand gern. Das gilt (schon immer) auch für die Kirchensteuer. Immer wieder wird über Alternativen diskutiert; manche fordern gar die völlige Abschaffung. Vorwürfe werden erhoben: die Kirche sei reich, sie horte das Geld, sie kümmere sich um Dinge, die sie nichts angehen.

Titelblatt der Kirchensteuer-Broschüre

Einnahmen-Seite

  • Einnahmen 1999 bis 2008 - wer zahlt überhaupt Kirchensteuer...Switch

    Die Kirchensteuer ist an die Lohn- und Einkommensteuer gekoppelt. Sie beträgt (in Rheinland-Pfalz und im Saarland und in vielen anderen Bundesländern) neun Prozent der Lohn- und Einkommenssteuer.

    Wer wenig verdient, muss auch wenig Kirchensteuer zahlen. Wenn Kinder zu berücksichtigen sind, verringert sich die Kirchensteuer oder entfällt sogar. Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger zahlen keine Kirchensteuer.

    Die Höhe der Kirchensteuereinnahmen des Bistums ist stark von der wirtschaftlichen Situation abhängig: je besser die Wirtschaftslage ist, umso höher sind die Kirchensteuereinnahmen.

  • Einnahmen: 80 % aus KirchensteuernSwitch

    Rund 80 Prozent der Einnahmen des Bistums stammen aus der Kirchensteuer. Weitere Einnahmequellen der Kirche sind staatliche Zuschüsse. Diese erhält sie, weil sie für den Staat soziale und kulturelle Aufgaben wahrnimmt. Teilnahmebeiträge, Spenden, Mieten, Zinsen, und Pachten sind weitere Einnahmen.

    Das Bistum Trier hat auch Rücklagen. Diese reichen aber für die Finanzierung der Aufgaben bei weitem nicht aus. Vermögenswerte wie Grundstücke oder Gebäude sind finanziell oft nicht verwertbar und verursachen außerdem ja auch  Unterhaltungskosten.

Ausgaben

  • Verwendung - Kontrolle - KirchensteuerratSwitch

    Verwendung Haushaltsmittel

    Seelsorge und Gemeindearbeit, soziale Dienste, Kindergärten, Schule, Bildung und Kultur: das sind die wesentlichen Felder, für die die Kirchensteuer eingesetzt wird. Hinzu kommen Kosten für Verwaltung, für überdiözesane und besondere seelsorgerische Aufgaben.

    Über die Verwendung entscheidet der Kirchensteuerrat des Bistums. Die Mehrheit der Mitglieder des Kirchensteuerrates sind Laien. Das Gremium verabschiedet den Haushaltsplan und kontrolliert die Verwendung der Steuereinnahmen.

  • Die Hälfte: an die GemeindenSwitch

    Kirche lebt vor Ort. Sie lebt in den Frauen und Männern, die in den Kirchengemeinden in der Seelsorge, der Glaubensverkündigung und den sozialen Diensten arbeiten. Geld wird hier gebraucht für die Gehälter der hauptamtlichen Mitarbeiterrinnen und Mitarbeiter, für die Unterhaltskosten der Kirchen und Gemeinderäume sowie für die Sachkosten in den zahlreichen Arbeitsfeldern.

    Fast die Hälfte der Kirchensteuern fließt in die Pfarreien und Pfarreiengemeinschaften im Bistum Trier.

  • Partnerschaft: Staat und Kirche teilen sich Aufgaben & AusgabenSwitch

    Die Kirche trägt viele Einrichtungen, die der Allgemeinheit dienen. Der Staat bezuschusst die Wahrnehmung dieser öffentlichen Aufgaben. Auf diese Weise spart er Geld, weil die Kirche einen Teil der Kosten übernimmt. Die Kirche kann durch diese Partnerschaft mit ihren begrenzten Mitteln sehr viele Leistungen erbringen.

  • 110 Mio (2009) für kirchliche Sozial-EinrichtungenSwitch

    Kirche kümmert sich um alte, pflegebedürftige, kranke und behinderte Menschen. Sie bietet Menschen Hilfe, die am Rande der Gesellschaft stehen: Arme, Arbeitslose, Wohnungslose, Migranten.

    Die sozial-caritativen Dienste und Einrichtungen beraten und helfen. Das Bistum unterstützt die Einrichtungen und Dienste des Caritasverbandes, anderer Sozialverbände und der Beratungsstellen mit 26 Millionen Euro.

    Die Finanzierung der Kindergärten ist mit ebenfalls 26 Millionen Euro ein Schwerpunkt im Haushaltsplan des Bistums. Insgesamt arbeiten in den sozialen kirchlichen Einrichtungen im Bistum Trier rund 30.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

  • Kirchliche Schulen - Erwachsenen- und Familien-Bildung - Kultur-InstitutionenSwitch

    Bildungs- und Kultur-Ausgaben

    Kirche braucht qualifiziertes Personal. Deshalb betreibt sie Ausbildungsstätten wie Theologische Fakultäten oder Fachschulen für Erzieherinnen.

    Daneben gibt es allgemeinbildende Schulen in Trägerschaft des Bistums. Hier erhalten Schülerinnen und Schüler eine am christlichen Menschenbild orientierte Ausbildung. Der Staat wird entlastet.

    Auch kirchliche Erwachsenenbildung ist gefragt: Über 50.000 Menschen besuchen jährlich die Kurse und Seminare. An Veranstaltungen der Familienbildungsstätten nehmen mehr als 90.000 Menschen im Jahr teil.

    Wichtige Anlaufstellen sind auch die katholischen Büchereien, das Bistumsarchiv und das Bischöfliche Museum.

  • Weltkirche: Adveniat - Bolivien - Misereor - Missio - Renovabis - Sternsinger...Switch

    Die katholische Kirche versteht sich als Weltkirche. Kirchliche Hilfswerke unterstützen die Kirchen in den ärmeren Ländern. Das Bistum Trier selbst ist seit 1960 mit Bolivien partnerschaftlich verbunden.

    Alle Bistümer zahlen zudem eine Umlage an den Verband der Diözesen Deutschlands. Auch der Großteil dieses Geldes wird für Entwicklungshilfe, Mission und Sozialarbeit in der Weltkirche verwendet.

  • Bistumsverwaltung und Zentrale Dienste: 37 Mio €Switch

    Sie wird oft kritisiert und karikiert, ist aber doch unerlässlich: die Verwaltung des Bistums.

    Sie regelt das Personalwesen, kümmert sich um die Bauverwaltung, bearbeitet Finanzfragen, setzt Schwerpunkte in der Pastoral und im gesellschaftlichen Engagement der Kirche. Die Verwaltung ist in vielen Fragen Dienstleister und Ansprechpartner für die Gemeinden oder für einzelne Gläubige.

    Zudem gibt es zentrale Dienste wie das Diözesangericht, die Datenverarbeitung, das Archiv, die Kanzlei, die Rechtsabteilung oder die Öffentlichkeitsarbeit.

  • Das Vermögen "Bischöflicher Stuhl"Switch

    Das Vermögen und seine Verwendung im Bistum Trier

    Beim Bischöflichen Stuhl des Bistums Trier handelt es sich um eine Körperschaft des Öffentlichen Rechts. Er ist rechtlich unabhängig von anderen kirchlichen Körperschaften sowie vom Bistum Trier selbst. Der Bischöfliche Stuhl wird vertreten und verwaltet vom Bischof, der mit der Wahrnehmung der damit verbundenen Aufgaben auch andere betrauen kann. Das Statut des Bischöflichen Stuhls ist im Kirchlichen Amtsblatt veröffentlicht.

    Das Vermögen des Bischöflichen Stuhls Trier besteht aus Kapitalanlagen, Darlehensforderungen und Liquidität mit einem bilanziellen Wert von knapp 84 Millionen Euro (Stand: Oktober 2013). Zudem gehört ein Immobilienbestand von 38 Gebäuden dazu, für die allerdings keine aktuelle Marktbewertung vorliegt. Die Gebäude sind sämtlich im Bistum Trier gelegen. Davon sind 14 Wohnhäuser. Die restlichen Gebäude dienen kirchlichen Zwecken. Beispiele sind Verwaltungsgebäude, Schulen, Bildungshäuser, der Bischofshof, Ordensniederlassungen und die Trierer Mariensäule.

    Der Bischöfliche Stuhl betreibt über die Verwaltung seines Vermögens hinaus kein operatives Geschäft. Das heißt, er ist ausschließlich mit der Verwaltung seines Vermögens betraut. Die Vermögensverwaltung erfolgt nach den kirchenrechtlichen Vorschriften und nach den Vorgaben und Qualitätsmaßstäben, die für die Verwaltung der Bistumsmittel allgemein gelten (zum Beispiel Haushalte oder Buchhaltung).

    Das Kirchenrecht sieht vor, dass jede juristische Person einen Verwaltungsrat oder wenigstens zwei Ratgeber braucht, die dem Verwalter bei der Erfüllung seiner Aufgaben helfen. Das gilt auch für den Bischöflichen Stuhl zu Trier.

    Die Erträge dienen dem Bischof zur Erfüllung seiner Aufgaben, nicht jedoch für seine privaten Zwecke. Die Erträge lagen 2012 nach Gebäudeunterhalt und anderen Aufwendungen bei rund 1 Millionen Euro. Diese Mittel werden für besondere kirchliche Zwecke eingesetzt, die im Haushalt des Bistums nicht vorgesehen sind – konkret im Jahr 2012 für Zustiftungen zum Priesterseminar in Lantershofen, für Entschädigungsleistungen im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch, für eine Ergänzung der Alterssicherung von Ordensangehörigen oder für eine Beteiligung an der Finanzierung des Domchorhauses.

Kirchensteuerbroschüre

Unsere Kirchensteuerbroschüre will informieren. Sie sagt, was die Kirchensteuer ist, wie hoch sie ist und was mit dem Geld passiert.

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