Pastorale und inhaltliche Zukunftsfähigkeit des Bistums sichern

Haushalt für 2015 - Geschäftsbericht 2014

6. Februar 2015: das Bistum stellt den Geschäftsbericht 2014 und den Haushaltsplan 2015 vor.

Haushalt 2015

(Zum Geschäftsbericht und den Statements von Generalvikar und Finanzdirektorin bitte unten weiterblättern.)

Die Gesamtaufwendungen des Bistums Trier im Jahr 2015 belaufen sich laut Haushaltsansatz auf 414,1 Millionen Euro. Dem gegenüber stehen voraussichtlich Gesamterträge von 395,8 Millionen Euro, so dass mit einem Jahresergebnis von minus 18,3 Millionen Euro zu rechnen ist.

Ergebnisplan2014 2015 Veränderung
absolutin %
Gesamtaufwendungen378,6414,1+ 35,59,4
Gesamterträge384,1395,8+ 11,73,0
Jahresergebnis+5,5-18,3-23,8
Investitionsplan:2014 2015 Veränderung
absolutin %
Anschaffung von beweglichen Sachanlagen3,61,9-1,7-47,2
Baußmaßnahmen (investiv)3,82,9-0,9-23,7
Gesamtbetrag der Investitionen7,44,8-2,6
  • Erträge: 395,8 Mio €Switch

    Erträge 2015

    Der Haushaltsplan 2015 geht von einem Kirchensteueraufkommen von 295,4 Millionen Euro aus, rund 5,4 Millionen Euro mehr als 2014. Die Kirchensteuern stellen 74,6 Prozent der Gesamterträge dar.

  • "O-Ton" Finanzdirektorin Straus: Keinen Einfluss auf Personalkostensteigerung und demografische EntwicklungSwitch

  • Hintergrund: Entwicklung der Kirchensteuer-Einnahmen bis 2015Switch

    Erträge durch Kirchensteuer

    Der größte Anteil an der Finanzierung kirchlicher Aufgaben kommt der Kirchensteuer zu mit 74,6 %, das sind 295 Millionen Euro.

  • Aufwendungen (414,1 Mio €)Switch

    Aufwendungen 2015

    Bei den Aufwendungen sind die größten Posten die Zuschüsse an Dritte mit 171,4 Millionen Euro (41,4 Prozent der Gesamtaufwendungen) und die Personalkosten mit 151,1 Millionen Euro (36,5 Prozent der Gesamtaufwendungen).

    Die Zuschüsse teilen sich wie folgt auf:
    Schlüsselzuweisungen (48,3 Mio. €),
    Personalkostenzuschüsse (68,4 Mio. €),
    Sachkostenzuschüsse (27,6 Mio. €),
    Baukostenzuschüsse (26,6 Mio. €) und
    sonstige Zuschüsse (0,4 Mio. €).

  • "O-Ton" Kirsten Straus: Rückstellungen für PensionenSwitch

  • Zuschüsse an DritteSwitch

    Zu den Zuschüssen an Dritte gehören auch die Schlüsselzuweisungen an die Kirchengemeinden, die mit 171,4 Millionen Euro veranschlagt sind. Sie teilen sich so auf: Schlüsselzuweisungen (48,3 Mio. €), Personalkostenzuschüsse (68,4 Mio. €), Sachkostenzuschüsse (27,6 Mio. €), Baukostenzuschüsse (26,8 Mio. €) und sonstige Zuschüsse (0,4 Mio. €).

  • Gesamtaufwendungen nach AufgabenSwitch

    Betrachtet man die Gesamtaufwendungen nach Aufgaben, zeigt sich, dass etwa die territoriale Seelsorge und verwaltungsbezogene Unterstützung mit 148,5 Millionen Euro (36 Prozent am Haushalt) zu Buche schlägt, die Finanzierung der katholischen Schulen mit 57,8 Millionen Euro (14 Prozent) und die der Kindertagesstätten mit 38,2 Millionen Euro (9 Prozent).

  • Baukosten-ZuschüsseSwitch

  • InvestitionenSwitch

    Bau-Investitionen: 2,9 Mio € (davon 2,45 Mio € für Schulen), Hard- und Software 1,1 Mio € sowie Einrichtungen und Ausstattung 0,8 Mio €.

Geschäftsbericht im Detail

Wir bieten Ihnen den Geschäftsbericht des Bistums hier in einer navigierbaren PDF-Datei an - per Klick im Inhaltsverzeichnis gelangen Sie jeweils direkt ins Kapitel.

Hier die Gliederung des Geschäftsberichts: 

  • Vorwort des Generalvikars.
  • Rückblick:

    • Immobilienkonzept
    • Ehrenamtsentwicklung
    • Synode

  • Zahlen und Fakten

    • Jahresabschluss 2013
    • Personalbericht
    • Im Fokus

  • Ausblick: Ziele und Schwerpunkte in den Jahren 2015 und 2016
  • Anlage: Bilanz des Bischöflichen Stuhls

Statements von Generalvikar, Finanzdirektorin und Direktor

  • Generalvikar Dr. Georg Bätzing
    Generalvikar Dr. Georg Bätzing

    Rechenschaft für Kirchenmitglieder und die Öffentlichkeit

    Rechenschaft und Transparenz über die Haushalts- und Vermögenssituation des Bistums Trier schulden wir zunächst den Kirchenmitgliedern. Denn sie ermöglichen das vielfältige Engagement durch ihr Spendenaufkommen und ihren Kirchensteuerbeitrag (deren Anteil am Haushaltsaufkommen eines Jahres liegt etwa bei 75 %). Unsere Kirchenmitglieder – und darunter in besonderer Weise noch einmal alle, die in irgendeiner Weise Verantwortung tragen als ehrenamtlich in Räten und Gremien Engagierte oder hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – sollen wissen, aus welchen Quellen sich die finanziellen Ressourcen speisen und zu welchen Zwecken wir sie einsetzen.

    Erfüllung gesamtgesellschaftlicher Aufgaben

    Anspruch auf eine solide Information hat aber auch die „breite Öffentlichkeit“. Denn in vielen Bereichen tragen wir als Kirche zur Erfüllung gesamtgesellschaftlicher Aufgaben bei. Etliche unserer Einrichtungen werden von daher in erheblichem Umfang durch öffentliche Gelder mitfinanziert (z.B. kirchliche Schulen und Kindertagesstätten, Maßnahmen der Jugendhilfe und Jugendförderung, sozial-caritative Angebote). Das hängt mit der „Partnerschaft“ zwischen Kirchen und Staat zusammen, wie sie in der Bundesrepublik Deutschland seit Jahrzehnten erfolgreich gelebt wird. Das Verhältnis von Kirche und Staat beruht hierzulande auf dem verfassungsrechtlichen Grundsatz der strikten rechtlichen und organisatorischen Trennung. Die vom Grundgesetz gebotene weltanschauliche Neutralität des Staates bedeutet jedoch keine religiöse Indifferenz und keine Absage an eine Wertorientierung. Sie wird vielmehr als positive Neutralität verwirklicht in einem vielfältigen Beziehungsgeflecht der Zusammenarbeit. Insofern unterscheidet sich das bundesdeutsche Verständnis ebenso vom Prinzip gegenseitiger Unabhängigkeit mit Betonung der Trennung (wie in Frankreich und den USA) wie vom Modell der Privilegierung einer Kirche (wie in Großbritannien, Schweden, Griechenland). Unser Grundgesetz anerkennt das Subsidiaritätsprinzip und damit die Pflicht des Staates, die freien Kräfte in der Gesellschaft nicht nur zu dulden, sondern sie bei ihrer Entfaltung aktiv zu unterstützen. Und dazu gehören die Kirchen als Partner, was freilich die Verpflichtung beinhaltet, Wirksamkeit und Zuverlässigkeit kirchlichen Handelns der Öffentlichkeit gegenüber zu dokumentieren.

    Die "Geschichten" hinter dem Geld

    Die viel beschworene „Transparenzoffensive“ zu Kirchenfinanzen hat also Adressatenkreise mit unterschiedlichen Interessenlagen. Dieser Tatsache entsprechen wir mit differenzierten Instrumenten: Der Jahresabschluss liefert die „nackte“ Zahlenbasis. Der Geschäftsbericht will darüber hinaus Interesse wecken an den „Geschichten“ hinter dem Geld; er erläutert Aufgabenschwerpunkte, Zielsetzung und Zwecke des Einsatzes personeller und finanzieller Ressourcen. Und wer noch tiefer in die Materie einsteigen will, dem bietet die Homepage des Bistums Trier unter dem Stichwort „Die Kirche und ihr Geld“ eine ganze Reihe detaillierter Informationen auf Fragen, die häufig gestellt werden (FAQs).

    Die besten Informationen nützen jedoch wenig, wenn sie nicht an „die Frau“ und „den Mann“ gelangen. Insofern danke ich den Medienvertretern ausdrücklich für ihr Interesse und ihre Berichterstattung!

    Weitsichtig und verantwortungsvoll

    „Reich“ oder „arm“ – wie steht es denn nun um das Bistum Trier? Die regionale Presse hat das Rätsel mit einer Schlagzeile zu Beginn des Jahres (05.01.2015) offenbar gelöst: „Bistum Trier gehört zu den reichsten in Deutschland“. Ich kann das leider nicht bestätigen, denn mir fehlen die nötigen Vergleichsdaten. Ich kann nur sagen: Die Recherchen der Nachrichtenagentur, die dem Artikel zugrunde lagen, lassen diese Schlussfolgerung nicht zu. Die Überschrift ist haltlos. Befragt nach ihrer Vermögenssituation haben die Bistümer nämlich ganz unterschiedlich geantwortet: Einige konnten keine Auskunft geben, sie seien noch mit der Zusammenstellung beschäftigt. Andere bezifferten das Volumen des jährlichen Haushaltes, andere die Höhe ihrer Finanzanlagen oder des Immobilienbestandes. Und einige – darunter auch Trier – gaben Auskunft über die Summe aller Vermögenswerte in der Bilanz. Es braucht nicht viel an Finanzsachverstand, um zu merken: Da werden Äpfel mit Birnen verglichen – was bekanntermaßen zu keinem Ergebnis führt. „Reich“ oder nicht: Die Frage ist nicht so leicht zu beantworten, wenn man den Vermögenswerten auf der einen Seite die Verpflichtungen und Risiken auf der anderen Seite gegenüberstellt. Für mich stellt sich bei Abwägung beider Aspekte eine ganz andere Frage, nämlich: Weitsichtig und verantwortungsvoll – oder nicht? Und dazu empfehle ich Ihnen nun die Ausführungen meiner Kollegin und meiner Kollegen.     

  • Finanzdirektorin Kirsten Straus
    Finanzdirektorin Kirsten Straus

    Geschäftsbericht und Jahresabschluss: Beginn einer jährlichen Routine

    Zum zweiten Mal veröffentlicht das Bistum Trier zu Beginn eines Jahres den aktuellen Geschäftsbericht; der darin enthaltene Jahresabschluss bezieht sich auf das Jahr 2013. Das sind die ersten Anfänge einer Routine, die aller Voraussicht nach künftig jedes Jahr mit nur geringen Modifikationen und großem Wiedererkennungswert ablaufen wird. Allerdings treffen sich darin zwei völlig unterschiedliche Zielsetzungen: Wir möchten den Schwerpunkt des Interesses auf die Inhalte unserer Arbeit gerichtet wissen, auf die Ziele, auf die Erfolge und auch auf die Mühen und Hindernisse auf dem Weg dorthin. Die Zahlenbasis dahinter und damit der Jahresabschluss dienen dem¬gegenüber der Dokumentation und Rechenschaftslegung. Idealer Weise finden sich hier dann keine Überraschungen und wenig Neues. Über die Jahre sollte das der zunehmend kontinuierliche, um nicht zu sagen eintönige Teil der Vorstellung werden.
    Diese Kontinuität kann bereits jetzt insofern gefördert werden, als der Jahresabschluss nach genau denselben Vorgaben und Standards erstellt wurde wie im Jahr zuvor. Er richtet sich wieder weitest¬gehend nach den Vorgaben des Handelsrechts. Die angegebenen Werte sind mit denen des Vorjahrs also direkt vergleichbar.

    Plan-Abweichungen nach oben: Danaer-Geschenk

    Auch das Ergebnis des Jahres 2013 und seine Interpretation können sehr am Vorjahr orientiert betrachtet werden. Wieder hat ein hohes Kirchensteueraufkommen eine große Planabweichung zum Positiven verursacht, wieder ist damit kein Entspannungssignal verbunden, wieder sind die langfristigen Risikofaktoren gleichermaßen bedrohlich geblieben. Die Atempause hat noch ein Jahr länger gedauert, als ob sie der Synode Zeit gewähren wollte. Mehr als eine schwarze Null hat sich jedoch auch unter den noch günstigen Umständen nicht erreichen lassen, und die Rücklagen haben davon kaum profitieren können.

    Überdies ist das Ergebnis nicht echt: In den letzten Monaten des Jahres 2014 hat uns eine Rückforderung aus der sogenannten Clearingabrechnung erreicht, die die Verteilung des Kirchensteueraufkommens zwischen den Bistümern korrigiert, in Höhe von 16,5 Mio. €. Diese Beträge sind materiell den Jahren 2010 bis 2013 zuzuordnen, haben aber aus Gründen des Stichtagsbezugs keinen Niederschlag mehr im vorliegenden Jahresabschluss finden können. Der Jahresabschluss 2014 wird davon deutliche Spuren tragen.

    Neuerung: Jahresabschluss des Bischöflichen Stuhls

    Zum ersten Mal veröffentlicht der Bischöfliche Stuhl Trier seinen Jahresabschluss. Der Bischöfliche Stuhl ist als eigene Körperschaft öffentlichen Rechts rechtlich vollständig unabhängig vom Bistum. Die verwendete Methodik der Bewertung und Rechnungslegung stimmt mit der des Bistums überein, auch die Darstellung für die Veröffentlichung wurde übernommen. Der Einfachheit halber haben wir die Veröffentlichung dem Geschäftsbericht des Bistums beigefügt.

    Der Bischöfliche Stuhl betreibt kein operatives Geschäft und beschäftigt kein Personal; er wird von der Bistumsverwaltung mitbetreut. Sein Vermögen wird nicht in erster Linie gewinnorientiert bewirtschaftet, viele Immobilien dienen gemeinnützigen Bistumszwecken. Seine Erträge sind aktuell eher gering, und das Kirchenrecht gebietet den ungeschmälerten Erhalt der Substanz.

    Haushaltsplan und Ausblick für 2015: Es wird eng

    Der Haushaltsplan für das Jahr 2015 ähnelt den Erwartungen des Jahres 2013 und ist damit wesentlich pessimistischer als die Planungen 2014 es waren: Wieder befürchtet die Planrechnung ein Defizit von über 18 Mio. €, wieder ist es nicht gelungen, im Vorfeld Anpassungen im Ausgabenbereich kurzfristig zu mobilisieren. Es ist allerdings höchst zweifelhaft, ob auch 2015 zusätzliche Steuer- und Vermögenserträge dafür einspringen und die Lücke mildern werden.

    Ein großer Teil des erwarteten Defizits ist einer erhöhten Dotierung der Pensionsrückstellungen geschuldet. Der nach Handelsgesetzbuch anzuwendende Zinssatz wird als langfristiger Durchschnitt ermittelt und hat sich inzwischen von dem realen Zinsniveau sehr weit entfernt. Die lang anhaltende Niedrigzinsphase in Verbindung mit den Strukturbrüchen im Finanzsystem verlangt eine zusätzliche Vorsorge jetzt; alles andere wäre verantwortungslos.

    Die Problematik der Altersvorsorge wird in den kommenden Jahren auch über erhöhte Beiträge zur Zusatzversorgung das Wirtschaften des Bistums maßgeblich prägen. Auch dieses Thema wird maßgeblich zur Kontinuität unserer künftigen Berichterstattung beitragen, allerdings in nicht erwünschter Art und Weise.

    Der Planungshorizont des vorzustellenden Haushaltsplans bezieht sich allerdings erst einmal auf das laufende Jahr. Mein Kollege wird Ihnen dazu nun die zahlenmäßigen Einzelheiten erläutern.

  • Direktor Dr. Gundo Lames
    Direktor Dr. Gundo Lames

    Im Fokus: die Kennzahlen zur Kirchenstatistik und zum demografischen Wandel

    Der zweite Geschäftsbericht des Bistums Trier ist da. Er beinhaltet den Jahresabschluss des Bistums Trier aus dem Jahr 2013. In der Anlage stellt er den Jahresabschluss des Bischöflichen Stuhls von 2013 dar. Der Geschäftsbericht zeigt in seinem Rückblick, wie der Stand des Immobilienkonzeptes ist, die Ehrenamtsentwicklung vorankommt und die Synode sich entwickelt. Im Fokus stehen diesmal besonders die Kennzahlen zur Kirchenstatistik und zum demografischen Wandel. Im Ausblick benennen wir die pastoralen sowie verwaltungsbezogenen Projekte sowie den Schwerpunkt der Flüchtlingshilfe im Bistum Trier.

    Finanzierung der kirchlichen Aufgaben

    Mit diesem Geschäftsbericht geben wir wieder Auskunft darüber, wie die kirchlichen Aufgaben im Jahre 2013 finanziert wurden. Der größte Anteil an der Finanzierung kirchlicher Aufgaben kommt der Kirchensteuer zu mit 74 %, das sind knapp 289 Millionen Euro. Etwa 26% der Aufwendungen werden durch Staatsleistungen, Spenden sowie durch Finanzerträge finanziert. Das sind knapp 14 Millionen Euro.

    Die territoriale Seelsorge und die dazu notwendigen verwaltungsbezogenen Unterstützungen benötigen ein gutes Drittel der Aufwendungen. Die katholischen Schulen benötigen 14% der Mittel, die Kindertagesstätten fast 10%. Diese 10% machen knapp 39 Millionen Euro aus, die durch das Bistum für den Betrieb der Kindertagesstätten der Kirchengemeinden sowie der Kita gGmbHs aufgebracht werden müssen. Das zeigt zugleich, dass das Bistum selbst in die Arbeit der Kindertagestätten erhebliche Mittel einbringt, auch wenn Kommunen und Staat vor allem die Personalkosten entsprechend der Gesetzgebung in einem hohen Maße refinanzieren.

    Zukunftsaufgaben des Bistums

    Der Geschäftsbericht macht auch deutlich, welche Zukunftsaufgaben im Bistum und durch die Katholiken im Bistum Trier zu bewältigen sind. Beispielhaft dargestellt ist in diesem Bericht das Immobilienkonzept. In Stufen bis Ende 2017 sollen die einzelnen Kirchengemeinden und Kirchengemeindeverbände ihr Immobilienkonzept aufgestellt haben. Dieses Immobilienkonzept hilft den einzelnen Einheiten, Entscheidungen über die zukünftige Verwendung ihrer Immobilien zu treffen. Die Kirchengemeinde bzw. der Kirchengemeindeverband kann nach einem entsprechenden Verfahren zur pastoralen und wirtschaftlichen Bewertung von Kirchen, Pfarrhäusern und Pfarrheimen besser über die zukünftige Nutzung entscheiden. Die Bandbreite erstreckt sich von Investitionen in den Ausbau von Kirchen oder Pfarrheimen über Verkleinerungen des Raumangebotes bis hin zur Stilllegung oder Veräußerung kirchlicher Gebäude. Angedacht werden auch Kooperationen zur gemeinsamen Nutzung von Gebäuden zwischen Kommunen, evangelischer und katholischer Kirche.

    Demografischer Wandel

    Beim Immobilienkonzept geht es immer auch um die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit der Kirchengemeinden. Doch zuallererst ist die Frage nach der pastoralen und inhaltlichen Zukunftsfähigkeit zu stellen. Denn angesichts des demografischen Wandels sowie der vielen Kirchenaustritte stellen sich mit dem Rückgang der Katholikenzahl im Bistum Trier auch pastorale Fragen. Wie steht es mit dem Vertrauen in die Kirche des Bistums Trier? Was sind die Beweggründe, die Kirche zu verlassen? Warum sinkt die Zahl der Gottesdienstbesucher, die Zahl der Trauungen, die Zahl der Firmungen auch unabhängig vom demografischen Wandel? Das sind Fragen, die unmittelbar den Wesenskern der Kirche betreffen. Auch diese sind Themen im Geschäftsbericht, denn das Bistum ist ja kein Wirtschaftsbetrieb, der Produkte verkauft, auch wenn die Kirche mit dem haushalten muss, was ihr an finanziellen Mitteln sowie an hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bereitgestellt ist. Das Bistum Trier gehört zu einer Institution, die das Wort Gottes verkündigt, die sich für mehr Gerechtigkeit einsetzt und die Caritas sowie das Apostolat fördert. Und hier ist eine ihrer Zukunftsaufgaben, nicht nur Vertrauen zurück zu gewinnen, sondern auch die Glaubens- und Kirchenbindung von Menschen zu gewinnen bzw. sie zu stärken.

    Das wird deutlich nicht nur an der Synode. Das wird deutlich im Rahmen seines pastoralen sowie sozialen Engagements und darüber hinaus in den im vergangenen Jahr begonnenen Projekten. Da ist zum einen das Projekt zur lokalen Kirchenentwicklung, an dem sich drei Pfarreiengemeinschaften beteiligen, um vor Ort und durch Begegnungsreisen nach Indien und Bolivien die lokale Kirchenentwicklung voranzutreiben. Da sind Projekte, die wie in Neunkirchen mit dem Projekt „Momentum“ kirchenferne Menschen ansprechen oder wie auf dem Hahn mit dem Projekt „Crossport to heaven“ Jugendlichen neue Erfahrungen mit Kirche und dem Glauben ermöglichen. Überall dort entstehen auch engagierte Gruppen von Ehrenamtlichen, die ihr Christsein durch ihr Engagement in diesen Projekten bezeugen. Das sind wichtige Impulse, die über den konkreten Ort hinaus zeigen, wie sich Kirche auch entwickeln kann.

    Schwerpunkt: Flüchtlingshilfe

    Im Geschäftsbericht als Schwerpunkt besonders ausgewiesen ist das „Willkommens-netz.de – Flüchtlingshilfe im Bistum Trier“. Angesichts der Flüchtlingssituation gehen wir von einem weiterhin dringenden Handlungsbedarf aus. Die Flüchtlingshilfe soll entsprechend weiter ausgebaut werden. „Hierbei“, so darf ich den Geschäftsbericht zitieren, „werden die Unterstützung und Vernetzung der sozialräumlichen Aktivitäten, die Benennung des politischen Handlungsbedarfs sowie der Dialog mit den verantwortlichen Akteuren in den Bereichen Kirche, Gesellschaft und Politik Arbeitsschwerpunkte sein.“

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