Beten für die und mit der Synode

NeunTageGebet - Pfingstnovene

Die hier zusammengestellen Gebete orientieren sich an den Themen und Perspektivwechseln der am 1. Mai 2016 zu Ende gegangenen Synode im Bistum Trier. Sie sind als „Neuntagegebet“ aufgebaut und können in den neun Tagen vor Pfingsten, als Novene, gebetet werden.

Die Kirche erbittet den Beistand des heiligen Geistes, sie bittet darum, dass die Christinnen und Christen sicher sind: Gott ist an ihrer Seite und geht mit. Auch wenn viele verunsichert sind und sich fragen: Wie geht es weiter mit der Kirche?

Gerne übergeben wir Ihnen, liebe Schwestern und Brüder, in Pfarreien, Klöstern, Institutionen und Gruppen diese Gebete. Danke für Ihre Begleitung der Synode im Gebet! Beten wir immer füreinander!

Monsignore Helmut Gammel hat diese Gebete in Zusammenarbeit mit dem Synodensekretariat verfasst.

  • Kirche als Gemeinschaft (9 - Samstag vor Pfingsten) Switch

    Jesus Christus, du hast deinen Jüngerinnen und Jüngern den Heiligen Geist gesandt,
    den Beistand, der für immer bei uns bleiben und uns lehren wird.
    Dein Geist will uns ermutigen, den Glauben zu bekennen und auf deine Gegenwart zu vertrauen.

    Wir sind deine Kirche, dein Volk unterwegs durch diese Zeit.
    Wir haben eine Geschichte und eine lange Vergangenheit als Kirche von Trier,
    eine Geschichte mit Finsternis und Licht.

    Ruf uns heraus aus all unseren vermeintlichen Sicherheiten und Bindungen.
    Lass uns deinen Ruf immer wieder neu vernehmen und aus deiner Botschaft die Zeichen der Zeit erkennen.
    Lass uns voller Hoffnung und im Vertrauen auf dich, den treuen Gott, unsere Wege gehen.

    Lass uns heute glaubhaft deine Kirche sein mit allen Menschen guten Willens,
    eine Kirche, die Gemeinschaft stiftet,
    eine Kirche, die liebt
    und sich stets neu an dein Heil in Jesus Christus erinnert und sein Wirken feiert.

    Lass uns Gemeinsamkeiten suchen, damit wir einander nicht aus dem Blick verlieren.
    Lass uns nach den gemeinsamen Anliegen fragen und so vertrauensvoll in die Zukunft gehen.
    Gib uns den Mut auch für kleine Schritte.
    Lass uns sprechen und handeln aus deinem Geist, einfach und verständlich.
    Lenke unsere Schritte auf Wege des Friedens.

    Jesus Christus, Heiland und Erlöser,
    erbarme dich über uns und über die ganze Welt.
    Gedenke deiner Christenheit
    und führe zusammen, was getrennt ist.

  • Dienende Kirche (8 - Freitag vor Pfingsten) Switch

    Jesus Christus,
    du hast deinen Jüngerinnen und Jüngern den Heiligen Geist gesandt,
    den Beistand, der für immer bei uns bleiben und uns lehren wird.

    Dein Geist will uns ermutigen, den Glauben zu bekennen und auf deine Gegenwart zu vertrauen.
    Lass uns in all unserem Tun eine dienende Kirche sein.
    Lass uns dem Rat von Papst Franziskus folgen, der uns den Auftrag gibt,
    uns in den Dienst des alltäglichen Lebens der Menschen zu stellen,
    ihre Nähe zu suchen und uns zu erniedrigen,
    nötigenfalls bis zur Demütigung. (Evangelium Gaudium)

    Lass uns als Kirche immer mehr die „Option für die Armen“ verinnerlichen,
    damit wir nicht nur reden, sondern handeln nach unseren Möglichkeiten.

    Lass uns dienen, ohne aufdringlich zu sein,
    lass uns anderen helfen, ohne zu demütigen.
    Lass uns so deinen Auftrag zur Nächstenliebe erfüllen.

    Jesus Christus, Heiland und Erlöser,
    erbarme dich über uns und über die ganze Welt.
    Gedenke deiner Christenheit
    und lass uns immer mehr eine dienende Kirche werden.

  • Achtsamer Umgang (7 - Donnerstag) Switch

    Jesus Christus,
    du hast deinen Jüngerinnen und Jüngern den Heiligen Geist gesandt,
    den Beistand, der für immer bei uns bleiben und uns lehren wird.

    Dein Geist will uns ermutigen, den Glauben zu bekennen und auf deine Gegenwart zu vertrauen.

    Als Gemeinschaft der Kirche sind wir angewiesen auf das gegenseitige Glaubenszeugnis,
    auf einen respektvollen Umgang miteinander und die Achtsamkeit füreinander.
    Im Geben und Nehmen erfahren wir Größeres.

    Lass uns fröhlich sein in der Hoffnung, geduldig in der Bedrängnis und beharrlich im Gebet.
    Lass uns gastfreundlich sein und teilen mit den Menschen, die in Not geraten sind.
    Lass uns Anteil nehmen an der Freude der Fröhlichen, aber auch an der Trauer der Weinenden.

    Gib, dass wir uns nicht überwältigen lassen vom Bösen,
    sondern es überwinden durch das Gute und mit allen Menschen Frieden halten. (vgl. Röm 12,9-18)
    Lass uns auch denen in Respekt und Ehrfurcht begegnen, mit denen wir uns schwertun.

    Jesus Christus, Heiland und Erlöser,
    erbarme dich über uns und über die ganze Welt.
    Gedenke deiner Christenheit und hilf uns mit allen Menschen in Frieden zu leben.

  • Veränderung gestalten (6 - Mittwoch) Switch

    Jesus Christus,
    du hast deinen Jüngerinnen und Jüngern den Heiligen Geist gesandt,
    den Beistand, der für immer bei uns bleiben und uns lehren wird.

    Dein Geist will uns ermutigen, den Glauben zu bekennen und auf deine Gegenwart zu vertrauen.

    Altes ist uns vertraut, Gewohnheiten helfen uns unser Leben zu meistern.
    Dennoch spüren wir auch als Kirche, dass sich manches verändern muss,
    wenn wir die Menschen verstehen und den Lebensweg mit ihnen teilen wollen.

    Wie Abraham damals fühlen wir uns heute herausgefordert, Neues in den Blick zu nehmen.
    Lass uns wie Abraham dir vertrauen, wenn du uns auf neue, ungewohnte Wege rufst.
    Lass uns bereit sein, Liebgewordenes aufzugeben, denn auch das Neue will uns beschenken.

    Lass uns hören auf das, was dein Geist uns heute sagt und aufbrechen, wohin du uns sendest.
    Lass uns deiner Zusage vertrauen, dass du bei uns bist, alle Tage, bis zum Ende der Welt (vgl. Mt 28,20),
    damit wir in dieser Gewissheit unseren Weg als Kirche in dieser Zeit gehen.

    Lass uns deine Liebe und dein Weggeleit spüren in allem, was wir in deinem Namen tun.

    Jesus Christus, Heiland und Erlöser,
    erbarme dich über uns und über die ganze Welt.
    Gedenke deiner Christenheit und lass uns auch in den Veränderungen und Aufbrüchen deine Nähe spüren.

  • Neues Miteinander (5 - Dienstag) Switch

    Jesus Christus,
    du hast deinen Jüngerinnen und Jüngern den Heiligen Geist gesandt,
    den Beistand, der für immer bei uns bleiben und uns lehren wird.

    Dein Geist will uns ermutigen, den Glauben zu bekennen und auf deine Gegenwart zu vertrauen.

    Wir leben als Kirche des Bistums Trier in unseren Dörfern und Städten,
    in unseren Pfarreien und Gemeinschaften.
    Wir hören auf dein Wort,
    legen Zeugnis ab von der Botschaft deiner Liebe
    und gestalten christliches Leben in unserer heutigen Zeit.
    Und doch spüren wir, wie schwierig dieses Leben in unseren Pfarreien geworden ist:
    Vieles ist nicht mehr angefragt, vieles ist nicht mehr verständlich, vieles ist nicht mehr möglich.

    Schenke uns den offenen Blick für die Lebensorte und Lebenswirklichkeiten der Menschen.
    Lass alle Gläubigen ihre Verantwortung füreinander erkennen und geschwisterlich handeln.
    Schenke uns ein gutes Miteinander in einem Netzwerk,
    das die Weite der Räume zugleich mit der Nähe zum Menschen verbinden will.

    Lass uns auf das Wirken deines Geistes vertrauen,
    damit wir uns gegenseitig in unseren Aufgaben wertschätzen
    und so zum Wohl aller wirken.
    Unser Glaube gebe uns die Kraft,
    den Herausforderungen nicht auszuweichen, sondern sie gemeinsam anzugehen.

    Jesus Christus, Heiland und Erlöser,
    erbarme dich über uns und über die ganze Welt.
    Gedenke deiner Christenheit und befähige uns,
    dass wir unsere Aufgaben als Gemeinschaft der Christinnen und Christen heute in dieser Welt erfüllen.

  • Glauben leben in Gemeinschaft (4 - Montag) Switch

    Jesus Christus,
    du hast deinen Jüngerinnen und Jüngern den Heiligen Geist gesandt,
    den Beistand, der für immer bei uns bleiben und uns lehren wird.

    Dein Geist will uns ermutigen, den Glauben zu bekennen und auf deine Gegenwart zu vertrauen.

    Wir Christinnen und Christen versammeln uns zum Gebet, zur Feier der Eucharistie und der Sakramente.
    Dabei erleben wir die Gemeinschaft der Glaubenden als Stärkung und Halt.
    Wir erleben aber auch, dass es vielen Menschen schwer fällt zu glauben.
    Sie haben sich entfernt von der Gemeinschaft der Kirche, die ihnen fremd geworden ist,
    weil sie ihrem Lebensrhythmus nicht entspricht
    und scheinbar kaum Antworten kennt auf ihre Lebensfragen.

    Schenke uns den Mut, neue Formen zu finden,
    die den Fragen und Sehnsüchten der Menschen von heute entsprechen.
    Lass uns mit Freude und Phantasie neben gewohnten Formen des Glaubenslebens Neues entwickeln.
    Schenke uns die Sicherheit, dass du mitgehst auch auf anderen Wegen,
    die dem Wohl der Menschen dienen und dein Lob verkünden.

    Lass uns einander vertrauen
    und auf deine Treue bauen, die du uns zugesagt hast.
    Du bleibst bei deiner Kirche alle Tage bis zum Ende der Welt. (vgl. Mt 28,20)

    Jesus Christus, Heiland und Erlöser,
    erbarme dich über uns und über die ganze Welt.
    Gedenke deiner Christenheit
    und lass uns auch das Neue und Ungewohnte als einen Ruf in deine Nachfolge verstehen.

  • Charismen wertschätzen (3 - Sonntag) Switch

    Jesus Christus,
    du hast deinen Jüngerinnen und Jüngern den Heiligen Geist gesandt,
    den Beistand, der für immer bei uns bleiben und uns lehren wird.

    Dein Geist will uns ermutigen, den Glauben zu bekennen und auf deine Gegenwart zu vertrauen.

    Du hast uns mit reichen Gaben ausgestattet.
    Du teilst jeder und jedem von uns persönliche Charismen zu,
    die wir zum Wohl der Gemeinschaft einsetzen sollen.

    Gib uns den rechten Blick füreinander und für die Welt, in der wir leben.
    Schenke uns Kraft und Mut, uns einzubringen zum Wohle aller.
    Schenke uns Vertrauen darauf, dass du uns Menschen mit den rechten Gaben ausstattest:
    die Gabe, prophetisch zu reden, zu dienen, zu lehren, zu trösten, zu ermahnen, und barmherzig zu sein, die der Apostel Paulus benennt. (Röm 12, 6-8)

    Gib uns das Gespür, die Vielfalt der Gaben zu entdecken und zu fördern,
    damit nicht unsere eigenen Interessen im Vordergrund stehen,
    sondern dass die Not und die Würde des Anderen das Maß unseres Handelns bleibt.

    Jesus Christus, Heiland und Erlöser,
    erbarme dich über uns und über die ganze Welt.
    Gedenke deiner Christenheit und lass uns heute mutig wirken,
    was zum Aufbau der Kirche aber auch zum guten gesellschaftlichen Miteinander beiträgt.

  • Vom Einzelnen her denken (2 - Samstag) Switch

    Jesus Christus,
    du hast deinen Jüngerinnen und Jüngern den Heiligen Geist gesandt,
    den Beistand, der für immer bei uns bleiben und uns lehren wird.

    Dein Geist will uns ermutigen, den Glauben zu bekennen und auf deine Gegenwart zu vertrauen.

    Du wendest dich in Liebe dem einzelnen Menschen zu.
    Unser Glaube will die Antwort sein auf dein Liebeswerben.

    Lass uns als Kirche lernen, den Menschen zugewandt zu leben,
    denn nur der Mensch ist der Weg der Kirche.
    Wir erfüllen dadurch deinen Auftrag,
    so wie du den Einzelnen nachgegangen bist –
    du rufst uns umzukehren und an dein Evangelium zu glauben.
    Gib, dass wir uns wandeln und unser Denken erneuern,
    damit wir prüfen und erkennen können, was dein Wille ist;
    was dir gefällt, was gut und vollkommen ist. (vgl. Röm 12, 26)

    Lass uns bewusst hinhören auf dein Wort,
    auf das, was dein Geist uns heute sagt.
    Lass uns voneinander und miteinander lernen, Kirche und Welt dadurch zu gestalten.
    Lass uns bereit sein zur Veränderung, wo es nötig ist.
    Schenke uns gegenseitiges Vertrauen
    und die Hoffnung, dass du mitgehst in aller Veränderung.
    Nur so können wir den Menschen zugewandt aufmerksam Kirche sein,
    die den Einzelnen im Blick hat, von ihm her denkt,
    sich für seine Anliegen interessiert und sich mit allen Menschen guten Willens solidarisiert.

    Jesus Christus, Heiland und Erlöser,
    erbarme dich über uns und über die ganze Welt.
    Gedenke deiner Christenheit und lass uns,
    wie du, den Menschen zugewandt leben,
    und in dieser Aufmerksamkeit deine Liebe heute verwirklichen.

  • Veränderte Wirklichkeit wahrnehmen (1 Freitag nach Christi Himmelfahrt) Switch

    Jesus Christus,
    du hast deinen Jüngerinnen und Jüngern den Heiligen Geist gesandt,
    den Beistand, der für immer bei uns bleiben und uns lehren wird.

    Dein Geist will uns ermutigen, den Glauben zu bekennen und auf deine Gegenwart zu vertrauen.

    Veränderungen machen immer Angst. Das spüren wir selber.
    Gerne belassen wir alles so, wie wir es gut kennen.

    Du hast uns gerufen in deine Gemeinschaft, in deine Kirche. Wir leben in dieser Welt,
    in einer Zeit, die gekennzeichnet ist von sich rasch verändernden
    gesellschaftlichen Verhältnissen, Lebens- einstellungen und Lebensentwürfen.
    Auch in unserer Ortskirche nehmen wir den rasanten Wandel im gesellschaftlichen
    wie im christlichen Leben wahr. Manche von uns reagieren ängstlich.
    Wir spüren: unser Glaube ist angefragt.

    Lass uns erkennen, dass du mitgehst, auch durch unsere Zeit.
    Lass uns spüren, dass dein Heiliger Geist uns stärkt.
    Lass uns den Auftrag neu erkennen, unseren Glauben heute zu leben,
    stets bereit, all denen Rede und Antwort zu stehen,
    die nach der Hoffnung fragen,  die uns erfüllt. (vgl. 1 Petr 3,15)

    Jesus Christus, Heiland und Erlöser,
    erbarme dich über uns und über die ganze Welt.
    Gedenke deiner Christenheit und hilf uns,
    mutig heute unseren Weg durch diese Zeit zu gehen und deine Frohe Botschaft zu bezeugen.

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