Diakone aus dem Bistum auf Pilgerreise in Assisi

"Das Privileg der Armut"

Vierzig ständige Diakone des Bistums Trier waren zusammen mit Ehefrauen und Gästen und unter der geistlichen Begleitung von Weihbischof Robert Brahm auf Pilgerreise.

Auf den Spuren des heiligen Franziskus und der heiligen Klara empfingen sie in Assisi, im Rietital und auf dem Berg La Verna tiefe spirituelle Impulse; ausgelöst waren die von zwei Menschen des Mittelalters, die den Erwartungen und Normen ihrer Umwelt so gar nicht entsprachen.

Das Pilgerprogramm in Assisi begann in der Kirche Santa Chiara; dort wird das Grab der Frau verehrt wird, die dem Franziskus wenige Jahre nach dessen „Auszug aus der Welt“ folgte – fasziniert vom  Armutsideal des reichen Tuchhändlersohns. Am Ende stand die Eucharistiefeier in einer Kapelle des Klosters San Francesco in unmittelbarer Nähe seines Grabes. „Franziskus und Klara haben sich mit dem Evangelium als Zeugen auf den Weg gemacht“, sagte Diakon Gerhard Welz aus Bad Kreuznach.  Für ihn war es wichtig, mit dem Zeugnis der Heiligen auch sich selbst zu stärken und mit frohem Herzen auf dem Weg zu sein, auch mit dem Mut, den die beiden hatten. Auch Fine Gies aus Ahrweiler war begeistert vom Mut des Franziskus, immer wieder neue Wege zu gehen.

Zwischen dem Beginn in Santa Chiara und dem Abschluss in San Francesco  gab es Stadtführungen in Assisi und geistliche Erkundungen in der Ebene vor den Toren der Stadt; zudem auch Ausflüge an Orte, die im Leben des Franziskus eine besondere Rolle spielten: Greccio, wo Franziskus 1223 mit einer lebenden Krippe Weihnachten auf ganz besondere Art gefeiert hat; der Berg La Verna, wo er 1224, zwei Jahre vor seinem Tod, als Zeichen seiner Christusförmigkeit die Wundmale Jesu empfing. Die franziskanischen Orte außerhalb von Assisi begeisterten vor allem Diakon Uli Weinand. Er fühlte sich als Teil einer geistlichen Gemeinschaft „unterwegs zu den Orten und Stellen, wo Franziskus  außerhalb von Assisi bei den Menschen gewirkt hat und wo er mit ihnen gemeinsam die Frohe Botschaft, das Evangelium, versucht hat zu leben.“ In der Stadt Assisi wiederum fiel Diakon Alexander Groß aus Schiffweiler auf, dass dort so viele Jugendliche anzutreffen waren, die mit einer großen Selbstverständlichkeit ihren Glauben zeigten.

Unterhalb der Stadt liegt San Damiano. Dort erhielt Franziskus vom Kreuz herab den Auftrag: Baue meine Kirche wieder auf; dort lebte Klara Jahrzehnte lang mit ihren Mitschwestern das „Privileg der Armut“. Hier entdeckte Monsignore Helmut Gammel ein Bild, auf dem zwei Franziskanerbrüder unterwegs sind, „der eine weißhaarig, bärtig, alt, wohl ein Europäer, der andere jung, schwarz, aus Afrika. Beide gehen ihren Weg miteinander, lernen voneinander – und wahrscheinlich bewirken sie auch etwas damit.“

Vor allem der Aufenthalt auf La Verna – bei einer Tagestemperatur von 2 Grad und Schneefall im beginnenden Frühjahr! –  beeindruckte viele.  „Den stärksten Eindruck hinterließ bei mir die Kombination von nass-kaltem Wetter und der Besuch des Klosters La Verna. Auf dem Fußweg dorthin stellte ich mir vor, wie Franz von Assisi barfuß mit zu Eis gefrorener Kutte unterwegs war. Ich dachte darüber nach, wie Franz vielleicht jetzt noch den Sonnengesang anstimmen würde. Ob ich mitgesungen hätte?“ Die Frage hat Diakon Peter Helmling für sich noch nicht beantwortet. Und für Diakon Marco Kötting aus Steineroth war dieser Tag eine Art Recollectio, eine Tankstelle für die Seele. Diakon Michael Thomiczny aus Sabershausen denkt immer noch daran, „wie wir auf dem Prozessionsweg zur Stigmatisierungskapelle auf La Verna waren; mit dem Kreuz voran kam ich mir wirklich vor wie ein Pilger.“ Und für Diakon Harald Klein aus Lutzerath ist La Verna der Ort, wo der Tiefpunkt und der Höhepunkt im Leben des Franziskus direkt beieinander liegen.

Für Pilgerinnen und Pilger aus dem Bistum Trier, die per Bus nach Mittelitalien reisen, ist eine Zwischenetappe notwendig. Was hätte näher gelegen, als in Brixen/ Südtirol zu übernachten, wo zu Beginn der Neuzeit ein aus dem Trierer Land stammender Bischof die Reform eines Konzils umzusetzen versucht hat: Nikolaus von Kues. Erst recht, wenn sie gastliche Aufnahme in der dortigen Cusanus-Akademie finden…

 

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