"Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute"

Fragebogen für die Römische Bischofssynode 2015

Die 14. Ordentliche Generalversammlung der Bischofssynode tagt im Oktober 2015. Ein Fragebogen zu den Themen der Synode sollte den Teilkirchen eine aktive Teilnahme an der Vorbereitung Synode ermöglichen. Auch im Bistum Trier haben viele die Vorbereitungsfragen durchgearbeitet und darauf geantwortet. Wir dokumentieren hier die Rückmeldung des Bistums an die Deutsche Bischofskonferenz; die DBK hat sie mit allen Antworten aus Deutschland nach Rom weitergeleitet. - Dazu zunächst einige

  • Generelle Hinweise Switch

    • Trotz intensiver Öffentlichkeitsarbeit über die Dekanate, über kirchliche Einrichtungen, Bistumspresse und lokale Zeitungen haben wir nur einen Rücklauf von 105 Fragebögen und inhaltlichen Rückmeldungen (z. B. in Form von Emails) erhalten. Dies bedeutet gegenüber der Befragung zur Vorbereitung der außerordentlichen Bischofssynode 2014 nochmals einen Rückgang um ca. die Hälfte der Rückmeldungen. Im Vergleich zur Anzahl der 1,45 Mio. Katholikinnen und Katholiken in unserem Bistum haben die Rückmeldungen somit keine statistische Aussagekraft.
    • Andererseits haben sich die Antwortenden sehr intensiv mit dem Fragebogen auseinandergesetzt und teilweise sehr ausführlich geantwortet.
    • Nach Geschlecht und Alter haben 37 Männer und 35 Frauen geantwortet. In der Altersverteilung lag ein Schwerpunkt bei Antwortenden, die älter als 50 Jahre alt sind (35 Nennungen), gefolgt von 14 Personen, die die Kategorie „bis 50 Jahre“ angekreuzt haben, und zwei Personen unter 35 Jahren.
    • Angaben zur Dauer der eigenen Ehe machten insgesamt 22 Antwortende. Hiervon waren 12 Paare länger als 35 Jahre verheiratet, jeweils 4 Paare bis 35 Jahre und bis 25 Jahre und 2 Paare weniger als 2 Jahre.
    • Bei der Interpretation der Gesamtzahl der Rückmeldungen ist zu berücksichtigen, dass in den 105 Rückmeldungen auch die Rückmeldungen von einigen Verbänden, Einrichtungen, Gruppen und Gruppierungen enthalten sind. Hierbei handelt es sich um die Sachkommission 10 der Bistumssynode, den Diözesanverein des SKF, den Diözesanvorstand des Familienbundes, den Diözesanvorstand der KFD, fünf Gruppen der Dekanats- und Pfarreiebene, zwei Teams von Lebensberatungsstellen, die Schönstatt-Familienbewegung im Bistum Trier, eine  geistliche Gemeinschaft der Neokatechumenalen Bewegung und die KirchenVolksBewegung in der Diözese Trier. Diese Rückmeldungen repräsentieren jeweils eine größere Personengruppe, ohne dass aus der Rückmeldung die genaue Anzahl der jeweils beteiligten Personen zu ersehen war.
    • Viele Rückmeldungen (34 Rückmeldungen) beschrieben einerseits ihr großes Interesse, sich an einer Befragung der Weltkirche zu Themen der Familienpastoral zu beteiligen. Nach ihrer Befassung mit dem Fragebogen erlebten sie sich jedoch als ausgegrenzt oder bezweifelten, dass eine echte Beteiligung von Gläubigen gewünscht war. Als Argumente für die Schwierigkeit der Beteiligung wurden der Umfang der Befragung, die Bündelung verschiedener Aspekte in mancher Frage, die teilweise als fremd erlebte Wortwahl und der häufig komplizierte Satzbau genannt. Eine ganze Reihe von Antwortenden beschrieb, dass sie sich trotz akademischer Vorbildung nicht in der Lage sahen, den Fragebogen zu beantworten. Das wurde teilweise als bewusste Ausgrenzung erlebt.
    • Aus diesem Grund ist zu befürchten, dass das familienpastorale Engagement der Pfarreien, Pfarreiengemeinschaften und Dekanate, der kirchlichen Institutionen und Gruppierungen und des Bistums durch die Durchführung der Befragung auf keinen Fall unterstützen.
    • Aus unserer Sicht ist eine Befragung  in dieser Form nicht zielführend.
    • Aufgrund der geringen Gesamtzahl der Rückmeldungen verzichtet die folgende Auswertung auf die Angabe von Prozentzahlen.

Anfragen an die kirchliche Lehre und Praxis weltweit:

Ehe und Familie im gesellschaftlichen Kontext

  • Der soziokulturelle Kontext (Fragen 1 -4) Switch

    1. Welche Initiativen gibt es im Hinblick auf die Herausforderungen, vor welche die kulturellen Widersprüche die Familie stellt (vgl. Nr. 6-7), welche sind diesbezüglich geplant?

    Folgende Initiativen der Kirche werden von den Antwortenden mit den Herausforderungen für die Familien als hilfreich eingeschätzt: Kindertageseinrichtungen (8 Nennungen), Marriage-Encounter (6 Nennungen), Familiengottesdienste (5 Nennungen) und Jugendarbeit (3 Nennungen).
    In diesem Zusammenhang wird kritisiert, dass die Ehevorbereitung zu kurz und die Begleitung der Ehepaare nicht ausreichend ist (5 Nennungen) und die Antwortenden sich mehr Glaubwürdigkeit im Umgehen der Kirche mit wiederverheiratet Geschiedenen wünschen (3 Nennungen).

    2. Welche analytischen Instrumente werden genutzt, und welches sind diesbezüglich die wichtigsten Ergebnisse in Bezug auf die (positiven und negativen) Aspekte des anthropologisch-kulturellen Wandels? (vgl. Nr. 5) Lassen die Ergebnisse die Möglichkeit erkennen, im kulturellen Pluralismus gemeinsame Elemente zu finden?

    Außer der Rückmeldung, dass keine entsprechende Analyse bekannt ist (5 Nennungen), werden auf diese Fragen nur Einzelaspekte genannt, die sich in keine Kategorie einordnen lassen.

    3. Welche Mittel werden neben der Verkündigung und der Anklage gewählt, um als Kirche den Familien in Extremsituationen nahe zu sein? (vgl. Nr. 8). Welche erzieherischen Maßnahmen gibt es, um ihnen vorzubeugen? Was kann getan werden, um die gläubigen Familien zu unterstützen und zu stärken, die treu zum Ehebund stehen?

    Eine Aufteilung auf die drei Antwortkategorien ist aufgrund der Rückmeldungen nicht möglich. Die meisten Rückmeldungen beziehen sich auf den Aspekt der Unterstützungs-und Stärkungsangebote für die Familien. Hier gibt es die meisten Hinweise auf Bildungsangebote wie Marriage-Encounter und Familienakademie (15 Nennungen), auf Erziehungs-, Ehe- und Familienberatung (12 Nennungen), sozial unterstützende Angebote (7 Nennungen), Familienkreise (7 Nennungen), Angebote von Caritas und SKF  (6 Nennungen), Kindertageseinrichtungen (4 Nennungen) und auf Veranstaltungen der Pfarreien (10 Nennungen). Außerdem wird als Aspekt die Gleichberechtigung von Frauen 6 mal genannt.

    4. Wie reagiert die Pastoral der Kirche auf den in der säkularisierten Gesellschaft verbreiteten kulturellen Relativismus und die daraus bei vielen folgende Zurückweisung des Familienmodells, der durch das Eheband verbundenen Familie aus Mann und Frau, die für die Zeugung offen ist?

    Die Antworten betonen die Bedeutung einer Pastoral, die auf die Menschen in ihren vielfältigen Lebensformen schaut und sie wertschätzt, anstatt sie zu verurteilen. Das äußern 13 Antwortende. Andererseits betonen 9 Antwortende, dass die Kirche zu zurückhaltend reagiert und aus Angst vor gesellschaftlicher Kritik die wahre Lehre nicht deutlich genug zu Gehör bringt. Hinsichtlich des Kinderwunsches wird erwartet, dass die Kirche sich wohlwollender denen zuwendet, die gewollt oder ungewollt kinderlos bleiben (5 Nennungen).

  • Die Bedeutung des Gefühlslebens (Frage 5) Switch

    5. Auf welche Weise und durch welche Aktivitäten werden die christlichen Familien einbezogen, wenn es darum geht, den neuen Generationen den Fortschritt der affektiven Reife zu bezeugen? (vgl. Nr. 9-10). Was könnte bei der Ausbildung der geweihten Amtsträger im Hinblick auf diese Themen hilfreich sein? Welche Arten entsprechend qualifizierter pastoraler Mitarbeiter werden als besonders dringlich empfunden?

    Die meisten Antworten weisen darauf hin, dass die traditionelle kirchliche Lehre, besonders mit Blick auf die Familienplanung und Empfängnisregelung, von der  mehrheitlichen Praxis der christlichen Familien nicht mehr akzeptiert wird. Das wird als Hindernis für die Einbeziehung der Bezeugung der affektiven Reife der neuen Generation gesehen. Dazu zählen 13 Nennungen.
    Wichtig für die Begleitung heutiger Familien sind Erfahrungen mit konkret gelebter Ehe und Familie und die Kenntnis der Lebenswirklichkeit (17 Nennungen). - Das Wissen um die Lebenswirklichkeit hat auch Bedeutung für die Ausbildung des pastoralen Personals (10 Nennungen).

  • Herausforderung für die Seelsorge (Frage 6) Switch

    6. Inwieweit und durch welche Maßnahmen richtet sich die ordentliche Familienpastoral an die Fernstehenden? (vgl. Nr. 11). Welche Vorgehensweisen werden gewählt, um das „Verlangen nach Familie“ hervorzurufen und wertzuschätzen, das vom Schöpfer in das Herz jedes Menschen gesät wurde und besonders bei den Jugendlichen vorhanden ist, auch bei denen, die in einer Familiensituation leben, welche nicht der christlichen Sicht entspricht? Welche Früchte sind bei den Initiativen, die sich an sie richten, feststellbar? Wie hoch ist die Zahl der natürlichen Ehen unter den Nichtgetauften, auch im Hinblick auf den Wunsch der Jugendlichen nach einer Familie?

    Die Fernstehenden werden aus Sicht der Antwortenden zu selten erreicht bzw. nicht offen genug angesprochen (13 Nennungen). Ehe ist ein dynamischer Werde-Prozess. Wenn Kirche Partnerschaften vorwiegend an der Erfüllung eines Idealbildes misst, verliert sie den Kontakt zu denen, die diesem Bild nicht entsprechen (14 Nennungen). Jugendliche sollten stärker und von Vorbildern begleitet werden, um die Werte schätzen zu lernen, die zu christlich gelebter Ehe befähigen (7 Nennungen).

  • Der Blick auf Jesus und die göttliche Pädagogik in der Heilsgeschichte (Fragen 7 - 11) Switch

    7. Der auf Christus gerichtete Blick eröffnet neue Möglichkeiten. «Denn jedes Mal, wenn wir zur Quelle der christlichen Erfahrung zurückkehren, dann öffnen sich neue Wege und ungeahnte Möglichkeiten» (Nr. 12). Wie wird die Unterweisung in der Heiligen Schrift im Hinblick auf die Familienpastoral genutzt? Inwieweit nährt ein solcher Blick eine mutige und treue Familienpastoral?

    Ein Teil der Rückmeldungen bemängelt, dass in der Pastoral die Unterweisung in der Bibel zu wenig genutzt wird (10 Nennungen). Andererseits gibt es Erfahrungen mit hilfreichen Beispielen wie Bibelgesprächskreise, Familienkreise und die eine zeitgemäße Auslegung der Bibel im Gottesdienst (6 Nennungen). Außerdem sei mehr Kompetenz beim Einsatz der Bibel in der Verkündigung nötig (5 Nennungen).

    8. Welche Werte der Ehe und der Familie betrachten die Jugendlichen und die Eheleute als in ihrem Leben umgesetzt? Und in welcher Form? Gibt es Werte, die ans Licht gebracht werden können? (vgl. Nr. 13) .Welche sind die Dimensionen der Sünde, die zu vermeiden und zu überwinden sind?

    Gelebte Werte in Ehe und Familie werden in den Antworten in vergleichsweise großer Anzahl und mit vielen Mehrfachnennungen genannt: Treue (13), Verlässlichkeit (11), gegenseitige Verantwortung und Vertrauen (8), Liebe (7), Geborgenheit, Solidarität, Geduld (je 3 Nennungen). Jugendliche sehnen sich nach dauerhafter Bindung und finden in den Eltern Vorbilder für die gelingende Beziehung (6 Nennungen).
    Das Thema Sünde wird im Zusammenhang mit der Frage eher kritisch gesehen. Die Kirche sollte mit dieser Zuschreibung zurückhaltend umgehen, wenn sie die Situation in den Familien nicht ausreichend kennt (8 Nennungen). 3 Rückmeldungen weisen auf die Bedeutung der Hauskirche für die Vermittlung von Werten hin.

    9. Welche humane Pädagogik sollte – in Übereinstimmung mit der göttlichen Pädagogik – angewandt werden, um besser zu verstehen, was von der Pastoral der Kirche im Hinblick auf das Wachstum im Leben der Paare hin auf eine zukünftige Ehe gefordert wird? (vgl. Nr. 13).

    Die Pastoral der Kirche sollte einladend sein und um die Situation der Familien wissen. Kirche kann mit ihrer Seelsorge zur Humanisierung der Sexualität und Gesellschaft einen wichtigen Beitrag leisten (12 Nennungen). Ehevorbereitungsseminare werden in 4 Rückmeldungen als ein hilfreiches Format benannt. 4 Antwortende haben Schwierigkeiten mit den Begriffen „humane“ und „göttliche Pädagogik“.

    10. Was ist zu tun, um die Größe und Schönheit der Gabe der Unauflöslichkeit aufzuzeigen, damit das Verlangen hervorgerufen wird, sie zu leben und sie immer mehr aufzubauen? (vgl. Nr. 14)

    Kirche sollte in ihrer Begleitung auch beim Thema Unauflöslichkeit an der Sehnsucht der Menschen nach verlässlicher Treue anknüpfen (10 Nennungen). Dazu ist eine einladende (statt ausgrenzende) Pastoral hilfreich, die mit menschlichen Fehlern und Versagen barmherzig umgeht, statt zu sanktionieren (18 Nennungen). Unauflöslichkeit der Ehe ist ein ideales Ziel, dem Menschen sich mit wachsender Reife annähern zu können (8 Nennungen). Paare werden in ihrer Partnerschaft unterstützt, wo es glaubhafte Vorbilder und den Austausch mit Gleichgesinnten gibt (11 Nennungen). Die Kirche wird weltfremd und nicht glaubwürdig erlebt (9 Nennungen).

    11. Auf welche Weise könnte man verstehen helfen, dass die Beziehung zu Gott es gestattet, die Schwächen zu überwinden, die auch in die ehelichen Beziehungen eingeschrieben sind? (vgl. Nr. 14).Wie kann bezeugt werden, dass der Segen Gottes jede wirkliche Ehe begleitet? Wie zeigt man auf, dass die Gnade des Sakramentes die Brautleute auf ihrem ganzen Lebensweg unterstützt?

    Hier sind die häufigsten Rückmeldungen die Erfahrung mit dem positiven Beispiel von Paaren, die auch in schwierigen Phasen zueinander stehen (12 Nennungen). Der Segen Gottes wird auch in der Kultur der Versöhnung entdeckt, in der sich auch ein Umgehen können mit dem Scheitern zeigt (8 Nennungen). Dabei hilft auch eine menschenfreundliche, wohlwollende Pastoral (6 Nennungen). Des Weiteren spielt die Gottesbeziehung und das Gottvertrauen eine wichtige Rolle (6 Nennungen).

  • Die Familie in Gottes Heilsplan (Frage 12 – 14) Switch

    12. Wie kann man verständlich machen, dass die christliche Ehe der ursprünglichen Absicht Gottes entspricht und auf diese Weise eine Erfahrung der Fülle und eben keine Erfahrung der Grenze ist? (vgl. Nr. 13)

    Vier Rückmeldungen betonen, dass ohne Erfahrung mit den konkreten Lebensumständen kein Verständnis geweckt werden kann. Eine wichtige Funktion in der Vermittlung von „Fülle“ wird einer Pastoral zugewiesen, die auch im Scheitern den Menschen zugewandt bleibt, die das Vertrauen in den Beistand Gottes vermittelt (7 Nennungen). Die Pastoral kann an die in der Geschöpflichkeit des Menschen grundgelegten Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit anknüpfen (4 Nennungen).

    13. Wie kann die Familie als die „Hauskirche“ (vgl. LG 11) gedacht werden, die Subjekt und Objekt der evangelisierenden Tätigkeit im Dienst des Reiches Gottes ist?

    Gelebte Hauskirche wird am häufigsten mit der Praxis von Gebet und Meditation identifiziert (12 Nennungen). Glaubensgespräche und geistliche Begleitung werden in 4 Rückmeldungen genannt. Die Schönstatt-Bewegung wird mehrfach als Gemeinschaft genannt, die ein differenziertes Konzept für gelebte Hauskirche anbietet. Die Verknüpfung mit dem Leben der Gemeinde wird als wünschenswert beschrieben (4 Nennungen).

    14. Wie kann das Bewusstsein der missionarischen Verpflichtung der Familie gefördert werden?

    Eine Verpflichtung der Familie auf ihr missionarisches Handeln wird in 9 Nennungen kritisch hinterfragt bzw. abgelehnt. Es wird als hilfreicher und den Familien gemäßer angesehen, Familien so, wie sie sind, als normalen Bestandteil der Gemeinde zu verstehen, ihnen Raum zu geben, aktiv in der Gemeinde zu wirken, ihre Charismen zu fördern und gelingendes Familienleben zu fördern (15 Nennungen). Wichtig für Familien ist auch der Austausch mit anderen bzw. Gleichgesinnten (5 Nennungen).

  • Die Familie in den Dokumenten der Kirche (Fragen 15 – 16) Switch

    15. Die christliche Familie lebt unter dem liebenden Blick des Herrn und wächst in der Beziehung zu Ihm als echte Gemeinschaft des Lebens und der Liebe. Wie kann die Spiritualität der Familie entwickelt und wie kann den Familien geholfen werden, ein Ort des neuen Lebens in Christus zu sein? (vgl. Nr. 21)

    Die Förderung der Familienspiritualität gelingt in der Glaubensgemeinschaft und im Austausch mit anderen (12 Nennungen). Ebenso kommt den liturgischen Orten von gelebten Traditionen, Gottesdienst und Gebet eine Bedeutung zu (15 Nennungen). Die Förderung der Familienpastoral, Einbeziehung der Eltern bei der Sakramenten-Vorbereitung und Begleitung bei den Lebenswenden werden ebenfalls als hilfreich angesehen (8 Nennungen). Die Schönstatt-Bewegung hat Angebote, die die Familienspiritualität fördern (8 Nennungen).

    16. Wie können katechetische Initiativen entwickelt und gefördert werden, welche die Lehre der Kirche über die Familie bekannt machen und dabei helfen, sie zu leben, um die Überwindung der möglichen Distanz zwischen dem, was gelebt und dem was bekannt wird, zu fördern und Wege der Umkehr zu begünstigen?

    Um der Distanz zwischen Leben und Lehre zu begegnen, werden in erster Linie die Bedeutung der persönlichen und Vertrauen schaffenden Begegnung mit den Menschen hervorgehoben (9 Nennungen). Die Lebenssituationen zu kennen, ist die Grundvoraussetzung situations- und evangeliumsgemäßer Kommunikation, die Menschen zur Umkehr einladen will (4 Nennungen). Barmherzigkeit in Situationen des Scheiterns schafft Vertrauen und Nähe (3 Nennungen).
    Als Formate der Begleitung und Begegnung werden Eheseminare (6), Geistliche Wochenenden (3), Glaubensseminare und Familienbildungsangebote (4 Nennungen) zurückgemeldet.
    Erfahrungen gibt es auch mit Netzwerken geistlicher Gemeinschaften in den Gemeinden (3 Nennungen).

  • Die Unauflöslichkeit der Ehe und die Freude des Zusammenlebens (Fragen 17 – 19) Switch

    17. Was wird unternommen, um den Wert der unauflöslichen und fruchtbaren Ehe als Weg der vollen persönlichen Verwirklichung verstehen zu können? (vgl. Nr. 21)

    In 7 Rückmeldungen wird betont, dass die Antwortenden durch die Bezeichnung „fruchtbarer Weg“ unfruchtbare Frauen und Männer diskriminiert sehen. Die darin enthaltene Vereinseitigung verletzt und erniedrigt alle Ehepaare.
    Andererseits wird die Meinung vertreten, dass das Leben der Ehepaare durch ausführlichere und längere Unterweisung in der Lehre der Kirche bereichert wird (5 Nennungen).

    18. Wie kann die Familie als ein in vielfacher Hinsicht einzigartiger Ort zur Verwirklichung der Freude am Menschsein dargestellt werden?

    Hierzu wird das Beispiel und Zeugnis vorbildlicher Familien am häufigsten genannt (10 Nennungen). Der gemeinsame Weg der Eheleute durch Höhen und Tiefen, der achtungsvolle Umgang der Familienmitglieder untereinander, Kompetenz und Zutrauen sind wichtiger als Verbote und die Erfüllung überhöhter Erwartungen (6 Nennungen).

    19. Das II. Vatikanische Konzil hat die Wertschätzung für die natürliche Ehe zum Ausdruck gebracht und damit eine alte kirchliche Tradition erneuert. Inwieweit gelingt es der Pastoral in den Diözesen, auch diese Weisheit der Völker wertzuschätzen, die auch für die gemeinsamen Kultur und Gesellschaft grundlegend ist? (vgl. Nr. 22)

    Aus den dazu gegebenen Antworten lassen sich keine auswertbaren Tendenzen und Gewichtungen ablesen.

Auch für verletzte und schwache Familien:

Gottes Barmherzigkeit gilt allen

  • Die Wahrheit und Schönheit der Familie und<br/> Barmherzigkeit gegenüber den verletzten und schwachen Familien (Fragen 20 – 22) Switch

    20. Wie kann man dabei helfen zu verstehen, dass niemand von der Barmherzigkeit Gottes ausgeschlossen ist und wie kann diese Wahrheit in der pastoralen Tätigkeit der Kirche im Hinblick auf die Familien, besonders den verletzten und schwachen gegenüber, ausgedrückt werden? (vgl. Nr. 28)

    Die Kirche sollte auf die Menschen zugehen und ihnen signalisieren, dass sie ohne Vorbedingung für sie da ist (18 Nennungen). Die Kirche muss Barmherzigkeit selbst leben. Diese steht weit über den rechtlichen Regelungen (18 Nennungen). Für Christen gehört zur Barmherzigkeit auch, zu den eigenen Fehlern zu stehen, und seine Schuld vor Gott zu bringen und zu bereuen (6 Nennungen)

    21. Wie können die Gläubigen gegenüber denen, die noch nicht zum vollkommenen Verständnis des Geschenks der Liebe Christi gelangt sind, eine Haltung der Annahme und der vertrauensvollen Begleitung zeigen, ohne jemals auf die Verkündigung der Erfordernisse des Evangeliums zu verzichten? (vgl. Nr. 24)

    In den Antworten bilden sich zwei Schwerpunkte heraus. So wird sowohl die Herausforderung genannt, selbst Vorbild zu sein (13 Nennungen), als auch den anderen in Offenheit, Toleranz und Dialog zu begegnen (12 Nennungen).
    Es wird jedoch auch Kritik an dem in der Frage behaupteten Haltung genannt, da alle Menschen noch auf dem Weg sind, die Bedeutung der Liebe Christi zu verstehen  (6 Nennungen).

    22. Was kann im Fall der verschiedenen Formen von Verbindungen – in denen verschiedene menschliche Werte festgestellt werden können - getan werden, damit die Männer und Frauen von Seiten der Kirche den Respekt, das Zutrauen und die Ermutigung, im Guten zu wachsen spüren, und wie kann ihnen geholfen werden, zur Fülle der christlichen Ehe zu gelangen? (vgl. Nr. 25)

    Eine vergleichsweise hohe Zahl an Nennungen (20) spricht sich für eine kirchliche Akzeptanz der von den einzelnen Menschen gegangen Wege aus. Die zweitmeisten Nennungen sprechen sich für eine Zulassung zu den Sakramenten aus, wobei dem Bußsakrament eine hohe Bedeutung zugemessen wird (7 Nennungen).

    23. Wie wird die Dimension der Familie in der Ausbildung der Priester und der anderen in der Pastoral Tätigen behandelt? Werden dabei die Familien selbst einbezogen?

    Eine intensivere Behandlung der unterschiedlichen Dimensionen von Familien in die Ausbildung von Priestern und anderen hauptamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorgern befürworten die meisten Antwortenden (15 Nennungen). 8 Antwortende sehen im Zölibat ein grundsätzliches Hindernis für die „Behandlung der Dimension der Familie in der Ausbildung der Priester“.

  • Das Evangelium der Familie heute in den unterschiedlichen Kontexten verkünden (Fragen 24–27) Switch

    24. Ist man sich dessen bewusst, dass die schnelle Entwicklung unserer Gesellschaft eine beständige Aufmerksamkeit im Hinblick auf die Sprache der pastoralen Kommunikation erfordert? Wie kann man wirksam den Vorrang der Gnade bezeugen, damit das Leben der Familie als Annahme des Heiligen Geistes geplant und gelebt werden kann?

    Die meisten Nennungen sehen die Formulierungen des Fragebogens als Beispiel dafür an, dass die Verfasser des Fragebogens gerade nicht eine zeitgemäße „Sprache der pastoralen Kommunikation“ gewählt haben (10 Nennungen).
    Demgegenüber wird die Bedeutung einer verständlichen Sprache für die Pastoral hervorgehoben (5 Nennungen) und eine stärkere Grundhaltung des Hörens von Kirche gefordert, um die Fragen der Menschen verstehen zu können und zu wollen
    ( 6 Nennungen).
    Die Bedeutung des göttlichen Geistes und der Gnade wird von 4 Rückmeldungen hervorgehoben.

    25. Wie kann man bei der Verkündigung des Evangeliums der Familie die Bedingungen schaffen, damit jede Familie so sei, wie Gott sie gewollt hat und in ihrer Würde und Sendung gesellschaftlich anerkannt wird? Welche „pastorale Bekehrung“ und welche weitergehenden Vertiefungen werden in dieser Richtung unternommen?

    11 Antwortende stellen heraus, dass die Kirche die Menschen so annehmen soll, wie sie sind. 6 Nennungen mahnen zur Zurückhaltung gegenüber der in der Formulierung enthaltenen Auffassung, zu wissen, wie „Gott Familie gewollt habe“. Der öffentliche Einsatz der Kirche für Familien wird von 4 Rückmeldungen gefordert und 3 sprechen sich für den Verzicht auf Moralisierungen in der Familienpastoral aus.

    26. Wird die Zusammenarbeit mit den sozialen und politischen Institutionen im Dienst der Familie in ihrer vollen Bedeutsamkeit erkannt? Wie wird sie tatsächlich umgesetzt? Von welchen Kriterien soll man sich leiten lassen? Welche Rolle können dabei die Familienvereinigungen spielen? Wie kann diese Zusammenarbeit auch von der offenen Anklage der kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Prozesse, welche die Realität der Familie bedrohen, getragen werden?

    Sowohl die Bedeutung der Zusammenarbeit als auch die Wichtigkeit der öffentlichen Unterstützung der Familien durch die Kirche erhält den meisten Zuspruch in dieser Frage (insgesamt 19 Nennungen).
    Die Leistung der kirchlichen Familienorganisationen wird gewürdigt (4 Nennungen).

    27. Wie kann man die Beziehung zwischen Familie, Gesellschaft und Politik zum Wohl der Familie begünstigen? Wie kann die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft und der Staaten für die Familie gefördert werden?

    Der Einsatz der Kirche für gute materielle Rahmenbedingungen für Familien ist wichtig und die Bedeutung der Familien für die Gesellschaft soll von Kirche immer wieder in der Öffentlichkeit herausgestellt werden ( 14 Nennungen).
    Ebenfalls wird zurückgemeldet, dass die Hervorhebung und Benennung von positiven Erfahrungen in Familien von großer Bedeutung ist (3 Nennungen).

  • Die Brautleute auf dem Weg der Vorbereitung der Ehe führen (Fragen 28 -29) Switch

    28. Wie können die Wege der Ehevorbereitung so gestaltet werden, dass sie die Berufung und Sendung der Familie entsprechend dem Glauben an Christus hervorheben? Werden sie als Angebot einer echt kirchlichen Erfahrung umgesetzt? Wie können sie erneuert und verbessert werden?

    Die Antworten lassen sich in drei Kategorien einteilen. Eine Gruppe befürwortet ein niederschwelliges breites Angebot auf Augenhöhe der Brautleute. Eine zweite Gruppe plädiert für ausgedehnte Formen wie Glaubenskurse, längere Seminare oder Angebote von Marriage-Encounter. Beide Gruppen sprechen sich für die Einbeziehung von Paaren und kompetenten Partner/innen aus Medizin , Psychologie und Beratung aus.
    Eine dritte Gruppe zweifelt den Bedarf an Ehevorbereitungskursen an.

    29. Wie stellt die Katechese im Zusammenhang mit der christlichen Initiation die Offenheit für die Berufung und Sendung der Familie dar? Welche Schritte werden als besonders dringlich erachtet? Wie kann der Zusammenhang zwischen Taufe – Eucharistie und Ehe dargestellt werden? In welcher Weise kann der katechumenale und mystagogische Charakter hervorgehoben werden, den die Wege der Ehevorbereitung oft haben müssen? Wie kann die Gemeinschaft in diese Vorbereitung einbezogen werden?

    Für die Katechese wird die vorbehaltlose Begegnung mit den Brautleuten, die Verwendung einer verständlichen Sprache und die Betonung der vorhandenen Fähigkeiten und Qualitäten der Teilnehmenden als wichtig benannt (10 Nennungen). Weiterhin wird eine Intensivierung der Ehevorbereitung als notwendig angesehen
    (5 Nennungen) und eine Vermittlung der kirchlichen Lehre (3 Nennungen) befürwortet.

  • Die ersten Jahre des Ehelebens begleiten (Fragen 30 – 31) Switch

    30. Wird bei der Vorbereitung und bei der Begleitung der ersten Jahre des Ehelebens der wichtige Beitrag, den das Zeugnis und die Unterstützung von Seiten der Familien, Familienvereinigungen und Bewegungen leisten können, entsprechend wertgeschätzt? Welche positiven Erfahrungen können in diesem Bereich weitergegeben werden?

    Die Rückmeldungen unterscheiden sich in zwei Gruppen. Zum einen sind keine entsprechenden Angebote der Begleitung von Ehepaaren in den ersten Ehejahren bekannt ( 14 Nennungen).
    Zum anderen berichten Rückmeldungen von ganz unterschiedlichen kirchlichen Angeboten wie Krabbelgottesdienste, Familienkreise, EPL, Kurse der Erwachsenenbildung, Beratungsstellen und Familienbildungsstätten, Angebote der Schönstatt-Familienbewegung und Angebote der Marriage-Encounter-Gemeinschaft

    31. Die Pastoral der Begleitung der Paare in den ersten Jahren des Familienlebens – so wurde in der Synodendebatte festgestellt – bedarf einer weiteren Entwicklung. Welches sind diesbezüglich die bedeutendsten Initiativen, die bereits durchgeführt wurden? Welche Aspekte sollten auf der Ebene der Pfarreien, der Diözesen oder im Bereich der Vereinigungen und Bewegungen verstärkt werden?

    Hier werden Angebote der katholischen Kindertageseinrichtungen, Familienbildungsstätten, EPL-Kurse, Familiengruppen von Pfarreien,  Gottesdienstangebote für Kinder in unterschiedlichen Altersgruppen und spezielle Angebote der Schönstatt-Familienbewegung und der Marriage-Encounter-Gemeinschaft genannt.

    Welche Aspekte sollten auf der Ebene der Pfarreien, der Diözesen oder im Bereich der Vereinigungen und Bewegungen verstärkt werden?

    Als neue Formen werden Angebote für Paare ohne Kinder, die Gewinnung von erfahrenen Ehepaar-Paten und das Angebot von offenen Gesprächskreisen genannt.

  • Seelsorge für jene, die in einer Zivilehe oder ohne Trauschein zusammenleben (Fragen 32–34) Switch

    32. Welche Kriterien für eine rechte pastorale Unterscheidung der einzelnen Situationen können im Licht der Lehre der Kirche, für welche die Wesenseigenschaften der Ehe Einheit, Unauflöslichkeit und Offenheit für das Leben sind, angedacht werden?

    Die meisten Rückmeldungen erwarten von der Kirche Respekt vor den persönlichen Lebensentscheidungen der Einzelnen (6 Nennungen). Eine weitere Häufigkeit ergibt sich in der Haltung, dass in einer im christlichen Sinn gelebte Ehe und in den im Evangelium vorgegebenen Grundhaltungen wie Treue, Wertschätzung und Barmherzigkeit das Entscheidende gesehen wird und nicht in dem rechtlichen Status einer Verbindung (insgeamt 14 Nennungen)

    34. Welche Antworten sollen sodann auf die Problematiken gegeben werden, die sich aus der Fortdauer von traditionellen Formen der Ehe in Etappen oder der von Familien vereinbarten Ehe ergeben?

    Die Fragestellung wird von den meisten Antwortenden als unverständlich bezeichnet.
    Von denen, die inhaltlich antworten, sprechen sich die meisten für einen respektvollen Umgang mit den Entscheidungen der Einzelnen und bejahen, dass sich jede katholische Ehe im Zeitablauf weiterentwickelt.

  • Verwundete Familien heilen:Getrennt Lebende,wiederverheiratet Geschiedene...(Fragen 35–39) Switch

    V35. Ist die christliche Gemeinschaft bereit, sich der verwundeten Familien anzunehmen, um sie die Barmherzigkeit des Vaters erfahren zu lassen? Was können wir tun, um die sozialen und ökonomischen Faktoren, die sie oft bestimmen, zu beseitigen? Welche Schritte wurden im Hinblick auf das Wachsen dieser Tätigkeit und des missionarischen Bewusstseins, das sie trägt, unternommen; welche sind noch zu gehen?

    Die Mehrheit der Rückmeldungen beschreibt, dass die Gemeinden keine Probleme haben, sich der „verwundeten Familen“ anzunehmen (35 Nennungen). Gleichzeitig wird eine Diskrepanz zwischen dieser offenen Haltung der Gemeinden und der eher ausgrenzenden Haltung der Amtskirche kritisiert.

    36. Was kann getan werden, um auf der Ebene der Ortskirche gemeinsame pastorale Richtlinien zu fördern? Wie kann der diesbezügliche Dialog unter den verschiedenen Teilkirchen „cum Petro e sub Petro“ gefördert werden?

    Die meisten Antwortenden befürworten zielorientierte Gespräche mit den Betroffenen vor Ort (8 Nennungen) und die Haltung einer gelebten Barmherzigkeit (2 Nennungen).

    37. Wie können die Prozesse zur Feststellung der Ehenichtigkeit zugänglicher, schneller und möglichst kostenlos gestaltet werden? (Nr. 48).

    Bei den Rückmeldungen halten sich die Antworten, die das Ehenichtigkeitsverfahren ablehnen und sich für eine Akzeptanz des Scheiterns der Ehe aussprechen (12 Nennungen) und die Rückmeldungen, die sich für eine Verbesserung des Verfahrens (12 Nennungen) aussprechen, die Waage. Als Verbesserungsvorschläge des Verfahrens werden eine Beschleunigung und Vereinfachung des Verfahrens am häufigsten genannt (8 Nennungen).

    38. Die Sakramentenpastoral im Hinblick auf die wiederverheiratet Geschiedenen bedarf einer weiteren Vertiefung, bei der auch die Praxis der orthodoxen Kirche bedacht werden sowie «die Unterscheidung zwischen einem objektiven Zustand der Sünde und mildernden Umständen» (Nr. 52) gegenwärtig gehalten werden soll. Innerhalb welcher Perspektive kann man sich hier bewegen? Was sind die möglichen Schritte? Welche Vorschläge gibt es, um Formen von nicht notwendigen und nicht angezeigten Hindernissen zu umgehen?

    Zu dieser Frage gab es die meisten Rückmeldungen zu der Forderung, dass Kirche in der Begegnung mit Betroffenen die Zuwendung Gottes zu jedem Einzelnen in das Zentrum der eigenen Verkündigung stellen soll und keine Ausgrenzung vornehmen darf  (27 Nennungen).
    Als mögliche Schritte zu einer erneuerten Praxis werden sowohl die Praxis der orthodoxen Kirche, vorallem auch mit ihren liturgischen Elementen, genannt (7 Nennungen). Das Bußsakrament als Weg des Umgangs mit Scheitern als evangeliumsgemäßer Weg wird von 4 Antwortenden dem Weg eines Ehenichtigkeitsprozesses vorgezogen, der eher als formalisierter Weg erlebt und beschrieben wird.

    39. Erlaubt es die gegenwärtige rechtliche Regelung, im Hinblick auf die Herausforderungen, vor die uns die Mischehen und interkonfessionelle Ehen stellen, nützliche Antworten zu geben? Müssen andere Elemente berücksichtigt werden?

    Bei den Rückmeldungen bilden sich zwei Schwerpunkte heraus. Zum einen wird betont, dass die Christen selbst entscheiden (5 Nennungen) und zum anderen sollen die bestehenden Regelungen mit dem Blick auf das Heil der Menschen weiterentwickelt werden (5 Nennungen).

  • Die pastorale Aufmerksamkeit gegenüber Personen mit homosexueller Orientierung (Frage 40) Switch

    40. Wie richtet die christliche Gemeinschaft ihre pastorale Aufmerksamkeit auf Familien, in denen Menschen mit homosexuellen Tendenzen leben? Wie kann man sich im Licht des Evangeliums um Menschen in diesen Situationen kümmern, und dabei jede ungerechte Diskriminierung verhindern? Wie kann man ihnen die Erfordernisse des Willens Gottes in ihrer Situation deutlich machen?

    Die deutliche Mehrheit der Antwortenden spricht sich dafür aus, dass Homosexuelle als Geschöpfe Gottes ihren genauen Platz in der Kirche Gottes haben und nicht diskrimiert werden dürfen (28 Nennungen). Gefordert wird eine Begegnung in Liebe und Akzeptanz und die Wahrnehmung aller als Geschöpfe Gottes.

    Von den Rückmeldungen bezeichnen sich 4 Personen selbst als homosexull und beschreiben eine Diskrepanz zwischen der guten seelsorglichen Begleitung vor Ort und der als diskriminierend erlebten Haltung der Amtskirche. Die 3. Teilfrage wird von 2 Rückmeldenden als diskrimierend empfunden.

    Demgegenüber bestärken 5 Rückmeldungen die „klare Haltung der Amtskirche, dass gelebte Homosexualität Sünde sei.“

Offenheit für das Leben - Unterstützung und Wert von Elternschaft...

Weitergabe des Lebens

  • Die Weitergabe des Lebens und die Herausforderung des Geburtenrückgangs (Fragen 41 - 44) Switch

    41. Welches sind die bedeutendsten Schritte, die unternommen wurden, um die Offenheit für das Leben und die Schönheit und menschliche Würde des Mutter- und Vaterwerdens, zum Beispiel im Licht von Humanae Vitae des seligen Paul VI. zu verkünden und zu fördern? Wie kann der Dialog mit der biomedizinischen Wissenschaft und den entsprechenden Technologien vorangebracht werden, damit die menschliche Ökologie der Zeugung geachtet wird?

    Die meisten Rückmeldungen befürworten die verantwortete Elternschaft (7 Nennungen). Die zweitmeisten Antworten fordern eine stärkere kirchliche Förderung der Familien und Kinder und sprechen sich für eine Beibehaltung der kirchlichen Schwangerenberatung aus.

    42. Eine großzügige Elternschaft braucht Strukturen und Instrumente. Lebt die christliche Gemeinschaft eine effektive Solidarität und Subsidiarität? Wie? Ist sie mutig, wenn es darum geht, auch auf sozialpolitischer Ebene durchführbare Lösungen vorzuschlagen? Wie kann zu Adoption und Pflegschaften, als hohes Zeichen fruchtbarer Großzügigkeit, ermutigt werden? Wie kann die Sorge um und der Respekt gegenüber den Kindern gefördert werden?

    Die Unterstützung der Familien durch die Kirche, sowohl durch eigene Angebote in Pfarreien, Kindertageseinrichtungen, Familienbildungsstätten, Ehe-, Familien und Lebensberatungsstellen, SKF, Caritas und geistlichen Gemeinschaften, als auch durch familienunterstützende Stellungnahmen in der Öffentlichkeit wird als notwendig beschrieben (16 Nennungen).

    43. Der Christ lebt die Elternschaft als Antwort auf eine Berufung. Wird diese Berufung in der Katechese ausreichend hervorgehoben? Welche Wege der Bildung werden vorgeschlagen, damit sie tatsächlich das Gewissen der Eheleute leitet? Ist man sich der schweren Folgen des demographischen Wandels bewusst?

    In den Rückmeldungen werden als Schwierigkeiten für die kirchliche Bildungsarbeit die Haltungen der Kirche zur Sexualität, Empfängnisverhütung und Zölibat genannt (7 Nennungen). Kirchliche Bildungsangebote sind den Antwortenden bei dieser Frage bei geistlichen Gemeinschaften bekannt.
    Allerdings gibt es auch Skepsis hinsichtlich der Einschätzung, ob vermehrte  Bildungsangebote in Anspruch genommen werden würden.
    Der demographische Wandel und seine Auswirkungen werden von 9 Rückmeldungen als in der Kirche bekannt bezeichnet.

    44. Wie bekämpft die Kirche die Plage der Abtreibung; und fördert sie eine wirksame Kultur des Lebens?

    Die grundsätzliche Haltung der katholischen Kirche für das ungeborene Leben wird durchweg unterstützt.
    In einer Reihe von Rückmeldungen wird die Wortwahl der Fragestellung („Plage“ , „Kampf“) als vorverurteilend und der Problemsituation der betroffenen Frauen nicht gerecht werdend bezeichnet. Ebenso wird der Ausstieg aus der staatlichen Beratungsarbeit stark kritisiert (14 Nennungen).

    Als zweithäufigste Rückmeldung ist die Bedeutung von Hilfen für betroffene Frauen, vor und nach der Geburt. Hier werden eine Reihe von bereits umgesetzen Unterstützungsprojekten genannt und ein weiterer Ausbau kirchlicher Hilfen gefordert. (11 Nennungen).

    Die dritthäufigste Rückmeldung fordert die Kirche auf, ihre Haltung stärker in der Öffentlichkeit zu vertreten.

  • Die Herausforderung der Erziehung, die Rolle der Familie bei der Evangelisierung (Fragen 45–46) Switch

    45. Ihre erzieherische Sendung zu erfüllen ist nicht immer leicht für die Eltern: finden sie in der christlichen Gemeinschaft Solidarität und Unterstützung? Welche Wege der Bildung sind vorzuschlagen? Welche Schritte sind zu unternehmen, damit die erzieherische Aufgabe der Eltern auch auf sozio-politischer Ebene anerkannt wird?

    Der Schwerpunkt der Rückmeldungen liegt auf der Nennung von vielen Beispielen, in denen kirchliche Bildungsangebote möglich sind. Sie reichen von der Unterstützung durch kirchliche Angebote wie Kindertageseinrichtungen, Schulen, kirchliche Jugendarbeit, Gesprächskreisen in Pfarreien, Familienbildungsstätten und geistlichen Gemeinschaften.

    Im persönlichen Bereich wird die Orientierung an Vorbildern genannt.

    Eine Gruppe an Rückmeldungen hebt hervor, dass kirchlichen Aussagen bei vielen Menschen in diesem Fragezusammenhang keine Bedeutung zugestanden wird.

    46. Wie kann bei den Eltern und in den christlichen Familien das Bewusstsein um die Pflicht der Weitergabe des Glaubens als der christlichen Identität innewohnende Dimension gefördert werden?

    Die meisten Rückmeldungen heben hervor, dass der eigenen Freude am Leben mit Gott, einer einladenden Willkommenskultur der Gemeinden und einer Orientierung an gewinnenden Vorbildern die größte Bedeutung bei Weitergabe des Glaubens zukommt.

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