Spiritueller Kommentar: AG "Gebetsapostolat"

Beten mit Papst Franziskus & Bischof Stephan (Februar 2018)

  • Gegen die Korruption Switch

    Mit Papst Franziskus beten wir gegen Korruption: dass jene, die über wirtschaftliche, politische oder religiöse Macht verfügen, ihre Position nicht missbrauchen.

    Bei seinem Besuch in Peru vor wenigen Tagen hat Papst Franziskus wieder einmal die Korruption angeprangert. Es ist ein Schwerpunkt seiner Verkündigung und er wird nicht müde, es immer wieder in Erinnerung zu rufen. „Korruption ist die schlimmste aller sozialen Seuchen“, sagt er. Und das gilt nicht nur für Südamerika, sondern auch für Europa. Korruption kann schon im Kleinen beginnen, in dem alten Prinzip: eine Hand wäscht die andere. Und sie kann große Formen annehmen: Bestechung oder Bestechlichkeit im nationalen und internationalen Geschäftsverkehr, in Politik und Verwaltung, Schmiergelder, um einen persönlichen Vorteil zu erlangen. Die Organisation Transparency International definiert Korruption als den „Missbrauch anvertrauter Macht zum privaten Nutzen oder Vorteil“. Das führt weltweit zu beträchtlichen materiellen Schäden und ist kriminell.

    Aber Korruption ist mehr als allein eine Straftat. Sie ist eine menschliche Denkweise und Einstellung, die ganz konkrete politische, soziale und kulturelle Folgen hat. Durch Korruption werden ganze Bevölkerungsschichten benachteiligt und vom Fortschritt und wirtschaftlichen Erfolg abgehängt. Das schafft Ungleichheit und gefährdet so das demokratische Miteinander. Korruption verhindert, dass Menschen wachsen können, wirtschaftlich, aber auch menschlich und spirituell. Denn Korruption wirkt wie ein Gift der Hoffnungslosigkeit, das Menschen glauben lässt, dass sie keine Chance haben, dass ihr Leben nicht besser werden kann. Papst Franziskus leitet das Wort Korruption von den italienischen Wörtern cuore und rotto ab. Auf Deutsch heißt das „gebrochenes Herz“. Menschen werden in ihrem Innersten gebrochen; man raubt ihnen die Hoffnung und die Zukunft.

    Jesus sagt: „Ihr wisst, dass die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch soll es nicht so sein!“ (Mt 20,25-26) Greifen wir seine Mahnung auf und beten wir darum, dass alle, die Macht haben und Verantwortung tragen, ihre Entscheidungen und Taten an der ganzheitlichen Entwicklung der Menschen ausrichten, damit sie Hoffnung und Zukunft haben.

    Allmächtiger Gott,
    du willst, dass wir alle eine Menschheitsfamilie bilden.
    Gib, dass die Menschen einander achten und lieben
    und dem Verlangen ihrer Mitmenschen nach Gerechtigkeit und Fortschritt entgegenkommen.
    Hilf jedem, seine Anlagen recht zu entfalten und lass uns alle Trennungen überwinden,
    damit in der menschlichen Gesellschaft Recht und Gerechtigkeit herrschen.

    (nach dem Messbuch)

  • Für unser Bistum auf dem Weg der Erkundung von neuen Formen christlichen Lebens Switch

    Mit Bischof Stephan beten wir für unsere Kirche im Bistum Trier, die auf dem Weg der Erkundung nach neuen Formen des kirchlichen Lebens in unseren Gemeinden ist: Schenke allen Mut und Aufmerksamkeit, die Zeichen der Zeit im Licht des Evangeliums zu entdecken .

    Bei der Diözesansynode spielte immer wieder das biblische Bild der Erkunder aus dem Buch Numeri eine Rolle. In dieser Haltung wollen wir als Kirche im Bistum Trier in die Zukunft gehen. Bischof Stephan beschreibt es so: „Erkunden will neue Bereiche des gemeindlichen Lebens, neue Formen, unbekannte Menschen, neue Strukturen, schlicht Unbekanntes entdecken. Dazu gehört auch einen Blick zu haben für das Kleine, das Unscheinbare, und es mehr ins Licht zu heben.“

    Im Februar wird der Bischof 30 Frauen und Männer aus Seelsorge und Caritas in zehn so genannten Erkundungsteams aussenden. Sie sollen mit dem Blick für das Unscheinbare und das Neue in die Gebiete der 35 Pfarreien der Zukunft gehen. Sie werden mit Personen und Gruppen vor Ort in Kontakt kommen und gemeinsam mit ihnen schauen, wie Menschen im Bistum Trier miteinander leben, was ihnen wichtig ist, was die Herausforderungen für sie sind und wie sie diese als Kirche mitgestalten wollen. Das soll dann Anknüpfungspunkt für die pastorale Arbeit in den Pfarreien der Zukunft sein. Der Weg der Erkundung ist also ein wichtiger Schritt auf dem Weg in der Umsetzung der Beschlüsse der Diözesansynode. Beten wir, dass dieser Schritt gut gelingt.

    Dabei kann jede und jeder von uns den eigenen Platz haben. Denn der Weg der Erkundung fängt beim Einzelnen an. Schauen wir auf unser Christsein: Wie lebe ich als Christ? Was ist mir dabei wichtig? Was fordert mich heraus? Wie leben wir als Christen miteinander? Wie können wir die Kirche und die Welt mitgestalten? Wenn jede und jeder bei sich anfängt und bei dem, was sie und er sehen, entdecken und tun kann, dann wächst Gottes Reich schon.

    Mit dem Bischof beten wir darum, dass wir all das im Licht des Evangeliums entdecken, uns also stets neu von Jesus Christus und seiner Botschaft herausrufen lassen. In diesen Tagen beginnt die Vorbereitungszeit auf Ostern. Von der Auferstehung Jesu her dürfen wir in die Zukunft sehen und so mit dem verstorbenen Bischof Klaus Hemmerle (+1994) von Aachen beten:

    Ich wünsche uns Oster-Augen,
    die im Tod bis zum Leben sehen,
    in der Schuld bis zur Vergebung,
    in der Trennung bis zur Einheit,
    in den Wunden bis zur Heilung.
    Ich wünsche uns Oster-Augen,
    die im Menschen bis zu Gott,
    in Gott bis zum Menschen,
    im ICH bis zum DU
    zu sehen vermögen.

  • Für alle, die sich um Weitergabe des Glaubens bemühen und Zeugnis geben Switch

    Mit Bischof Stephan beten wir für die Katechetinnen und Katecheten in unseren Gemeinden und die Lehrerinnen und Lehrer an unseren Schulen: Stärke alle, die sich um die Weitergabe des Glaubens bemühen und Zeugnis von der Hoffnung geben, die sie erfüllt.

    Wir kennen die Debatten, ob schulischer Religionsunterricht noch zeitgemäß oder die Katechese in unseren Pfarreien zielführend ist. Bei allen Fragen, wie man es besser machen kann, darf man aber nicht vergessen, dass viele Frauen und Männer als Lehrer und Katechetin den Glauben engagiert an Kinder und Jugendliche, und auch an Erwachsene, weitergeben und vermitteln. Das ist unter den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen heute nicht immer einfach. Während die einen von ihnen erwarten, dass sie mangelndes Glaubenswissen beseitigen und die im Elternhaus fehlende religiöse Sozialisation ausgleichen, tun die anderen Religionsunterricht als „spekulativ“ ab und sehen in der Katechese ein „notwendiges Übel“ zum Sakramenten-Empfang. Unter dieser Herausforderung leisten Lehrerinnen und Katecheten einen unverzichtbaren Dienst in der Verkündigung des Glaubens und geben vor allem jungen Menschen darin Orientierung für ihr Leben.

    Wenn ich an meinen eigenen Religionsunterricht zurückdenke, dann war er immer dann am überzeugendsten, wenn unsere Lehrer nicht bloß versucht haben, Wissen zu vermitteln – auch das braucht es – , sondern wenn sie Position bezogen und uns Schüler zum Nachdenken über Gott und die Welt, über den Menschen und die Kirche angeregt haben. Denn wer es sich mit Gott zu leicht macht, so sagt es der ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider, „der überzeugt die Seele eines sehnsüchtigen Menschen nicht und arbeitet damit unabsichtlich einem weiteren Vergessen Gottes zu". Religionslehrer und Katechetinnen stellen sich genau dieser Auseinandersetzung mit den Fragen und Anfragen junger Menschen und geben ihnen aus dem Glauben heraus Antworten und Angebote zur Deutung.

    Aus meiner eigenen Lehrer- und Katecheten-Zeit weiß ich, wie anspruchsvoll diese Aufgabe ist. Deshalb sei all den Frauen und Männern, die sich ihr stellen und oft mit viel Herzblut widmen, ein Dankeschön gesagt. Von ihnen kann es nicht genug geben, denn der Glaube kommt vom Hören, vom Hören auf Menschen, die von der Hoffnung erzählen, die sie in ihrem Leben erfüllt.

    Gott, dein Geist hat uns in der Taufe in den Leib aufgenommen, der die Kirche ist.
    Wir danken dir für alle, die ihre Gnadengaben, Talente und Fähigkeiten einbringen
    und so dem Leben der Kirche Reichtum und Ausstrahlung,
    Glaubwürdigkeit und Tiefe verleihen.
    Stärke uns, füreinander und miteinander Zeugnis zu geben
    von deiner Liebe, die keinen Menschen ausschließt.

    (aus der Erzdiözese Wien)

    (Marco Weber, Trier)

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