Pfingstnovene 2017 - "Unsichtbares sehen" - 6. Tag

GEHEIMNIS DER BEGEGNUNG (Mittwoch)

… des Freundes Liebe
gehört dem Verzagten.

Link Ijob 6,14

Impuls

Unzählige Menschen haben wir im Laufe unseres Lebens schon getroffen, aber im Grunde sind es nur sehr wenige, denen wir wirklich begegnet sind. Wenn wir im selben Raum mit jemandem zusammengekommen sind, ihn mit den Augen gesehen haben, heißt es noch lange nicht, dass wir ihm von Herz zu Herz begegnet sind.

Wahre Begegnung mit einem anderen Menschen beginnt dort, wo wir bereit sind, das Anderssein des anderen anzunehmen, ihm zu erlauben, er selbst sein zu dürfen. Mit anderen Worten, zu fragen: „Wer bist du?“, „Wohin wirst du mich führen?“, mit einem ehrlich
interessierten Blick den Menschen zu sehen und nicht nur floskelhaft zu fragen, wie es ihm geht.

Jesus begegnet uns in unserem tiefsten Inneren, damit wir fähig werden, anderen nicht nur oberflächlich zu begegnen. Und dazu gehört mehr, als höflich und nett zu sein. Es kommt darauf an, dass wir die Türe unseres Herzens für unsere Schwestern und Brüder öffnen, damit sie mit all ihren Gaben und ihren Schmerzen, mit allem, was sie als Person ausmacht, eintreten dürfen.

Bitten wir den Heiligen Geist, dass wir unseren Nächsten in einer solchen Haltung der Wahrhaftigkeit begegnen können.

Anregung

Heiliger Gott,
der du den Menschen
nach deinem Bild und Gleichnis geschaffen hast
und ihn geschmückt hast mit allen Gaben deiner Gnade;

du gibst den Bittenden Weisheit und Einsicht,
du verwirfst den Sünder nicht.

Heilige uns an Leib und Seele und verleih uns,
dir alle Tage unseres Lebens in Heiligkeit zu dienen.

aus dem Gebet zum Trishagion der Liturgie
des heiligen Johannes Chrysostomus

Für heute

Wahre Begegnung
mit einem anderen Menschen
beginnt dort,
wo wir bereit sind,
das Anderssein des anderen anzunehmen.

 

LIEDVORSCHLÄGE
Komm her, freu dich mit uns (GL 148)
Suchen und fragen (GL 457)

Weiteres:
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