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Ökumene und Interreligiöser Dialog

Ökumene

Tag der Ökumene bei der Heilig-Rock-Wallfahrt am 05. Mai 2012

Es ist paradox. Die christlichen Kirchen teilen einen gemeinsamen Glauben und gehen doch getrennter Wege. Die Geschichte des Christentums steht von Anfang an unter den Vorzeichen der Trennung und der Bemühung um die Einheit im Sinn der Jesus-Botschaft: "Alle sollen eins sein." (Joh 17,21)

Ökumene bedeutet, die Trennung wahrzunehmen, aber nicht in ihr zu verharren. Sie betrachtet Unterschiede nicht als Hindernisse, sondern versteht sie als Aufforderung, voneinander zu lernen und den eigenen Horizont zu erweitern. Es geht darum, mit dem ganzen Reichtum der verschiedenen Traditionen gemeinsam für diese Welt einzutreten: das eine Zuhause aller. Ökumene bemüht sich nicht zuletzt darum, dafür eine Stimme und eine Sprache zu finden, die ansprechend ist und gehört wird.

Das Bistum Trier engagiert sich daher in der Ökumene "vor Ort" und in der weltweiten Ökumene - verstanden als Ökumene der christlichen Konfessionen in der einen Kirche Jesu Christi.

Ökumene bezeichnet eine tatkräftige Suchbewegung. Sie wird von der Hoffnung angetrieben, von einem Blick über das allzu Offensichtliche hinaus. Sie verlangt von den christlichen Kirchen, keine Anstrengung zu scheuen, um sich gemeinsam den Aufgaben der Nachfolge Christi heute zu stellen, auch wenn dabei die Vorläufigkeiten des Unterwegsseins sichtbar werden.

Interreligiöser Dialog

Interreligiöser Gesprächskreis Saarbrücken mit Bischof Ackermann

Im Interreligiösen Dialog begegnen sich Gläubige verschiedener Religionen in einer Atmosphäre der Offenheit und Wertschätzung. Anders als in der Ökumene geht es dem Interreligiösen Dialog nicht darum, die Unterschiede zwischen den Religionen aufzuheben oder zu überwinden.

Ziel ist das gegenseitige Kennenlernen und Verstehen. Das Zweite Vatikanische Konzil fordert die Christen und die Angehörigen der nichtchristlichen Religionen darüber hinaus dazu auf, "gemeinsam einzutreten für Schutz und Förderung der sozialen Gerechtigkeit, der sittlichen Güter und nicht zuletzt des Friedens und der Freiheit für alle Menschen" (Erklärung über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen "Nostra aetate", Abschnitt 3).

Christen im Bistum Trier engagieren sich vor allem im interreligiösen Dialog zwischen Juden und Christen und im interreligiösen Dialog zwischen Christen und Muslimen.

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