Manchmal droht der Geduldsfaden mit der eigenen Kirche zu reißen...

Austreten?

Abgelegte Kleidungsstücke auf Kirchenbänken - Kunst-Aktion in  St. Castor in Koblenz bei der BuGa 2010
Iannis Kounellis "Ohne Titel" - Installation während der BuGa 2010 in Koblenz St. Kastor

Gelegentlich (und in den gegenwärtigen Zeiten manchmal noch ein bisschen mehr) wird die Frage ziemlich heftig: Was hält mich eigentlich noch in der Kirche? Muss ich wirklich noch Kirchensteuern bezahlen? Habe ich noch Lust, immer mal wieder erklären zu müssen, warum ich die eine Entscheidung wieder mal verschoben habe ...

"In der Kirche" und gar "in der katholischen Kirche" sein war früher ziemlich selbstverständlich. Das ist heute ganz anders. Manchmal scheint es sogar eine Art gesellschaftlichen Druck zu geben, "das alles" hinter sich zu lassen.

Zunächst: Das ist Ihre freie Entscheidung. Anders als bei der Taufe oder auch noch der Erstkommunion, anders vielleicht sogar als noch bei der Firmung im Jugendalter - anders als damals, als Eltern Paten und andere über Ihre Kirchenmitgliedschaft entschieden haben, liegt das "Bleiben oder Gehen" jetzt ganz bei Ihnen selbst.

Gern sind Seelsorgerinnen und Seelsorger bereit, Ihre Fragen und Zweifel und alles zum ersten Mal oder noch einmal mit Ihnen zu besprechen, noch mal neue Aspekte oder Perspektiven anzuschauen - mit Ihnen gemeinsam. Oder Sie suchen gezielt nach anderen Gesprächspartnern - auch nach solchen, von denen Sie eventuell Widerspruch erwarten könnten? Dabei werden Sie in der Pfarrei vor Ort oder in einem Verband oder bei der Telefonseelsorge (anonym) wohl auch Hilfe bekommen. Bei einem solchen Gespräch (oder mehreren Gesprächen) geht es der kirchlichen Seite natürlich auch darum, Ihnen einen weiteren Weg in der Kirche vorzuschlagen. Sicher wird ein kirchlicher Gesprächspartner aber auch zu verstehen versuchen, welche konkreten Erfahrungen und Gründe Sie zu Ihrer Austritts-Absicht bringen oder gebracht haben. Konkrete Kritik kann ja helfen, Fehler zu korrigieren und jedenfalls auch als Kirche für die Zukunft zu lernen. (Und sowieso ist es ja immer gut, miteinander im Gespräch zu bleiben oder ins Gespräch zu kommen.)

Wenn Sie sich dann entschieden haben: Entweder suchen Sie ja doch noch mal wieder einen intensiveren Kontakt zu Gemeinde oder kirchlichen Gruppen - herzlich willkommen! Oder Sie wollen "raus" - dann müssten Sie zu dem für Ihren Wohnort zuständigen Standesamt der Kommune gehen und Ihren Austritt dort erklären. Adressen finden sich leicht auch online.

Was bleibt - auch nach einem Austritt...

Wer getauft ist, ist und bleibt getauft; theologisch heißt das: Das Sakrament hat dem Menschen ein "unauslöschliches Merkmal" mitgegeben. GOtt steht zum Menschen - auch wenn der oder die sich abzuwenden versucht. Da ist GOttes Liebe jedenfalls ganz verlässlich.

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