Mutter Rosa als Lazarett-Schwester im Krieg 1870/71

"einfach, schlicht, demütig und treu"

Zu Beginn des deutsch-französischen Krieges zählte die Ordensgemeinschaft der Franziskanerinnen von Waldbreitbach 88 Profeßschwestern (= Schwestern mit Gelübden), 16 Novizinnen und 8 Postulantinnen.

Knapp 50 Schwestern, also fast die Hälfte der gesamten Schwesternschaft, entsandte Mutter Rosa zur Pflege der Verwundeten in die Kriegslazarette der beiden Zentren Trier und Völklingen. Den Schwestern gab sie Hinweise zum Verhalten für diese besonderen Einsätze mit auf den Weg und legte ihnen Pflichttreue und Demut ans Herz. Sie schickte sie, von ihrem Gebet und Segen begleitet, unbekannten Orten und Gefahren entgegen mit dem Wunsch, dass „meine Töchter ihre Pflicht treu erfüllen und nicht geachtet werden, d.h. keine besondere Anerkennung finden.“

Inhalt und Ziel ihrer geistlichen Betrachtung sollte es sein, in den Kranken und Verwundeten Christus zu sehen.

Mutter Rosa machte sich im August 1870 selbst auf den Weg zu den Verwundeten in die französischen Lazarette, die dem Zentrum Völklingen zugeordnet waren. Neben ihrem selbstlosen Einsatz ermutigte die Gründerin besonders die jungen Schwestern in diesem harten Dienst. Ein Sanitäter zeigte sich besonders beeindruckt: “Sie war so gütig, suchte jedem zu helfen und versorgte die Soldaten gut mit Essen und Trinken. Wir haben sie alle so lieb gehabt auf dem Schlachtfeld.“

Mutter Rosa arbeitete Tag und Nacht und war sehr umsichtig in der Wundversorgung. Wenn Patienten einen Verband erhielten und über Schmerzen klagten, untersuchte sie die Wunde und entfernte den Fremdkörper; so rettete sie manchem Soldaten das Leben. Auch seelische Wunden suchte sie zu heilen. Mit vertrauensvollem Zuspruch gab sie Zeugnis von der Menschenfreundlichkeit Gottes. Schwerverletzten und Sterbenden schenkte sie trostreiche Nähe und liebevolle Worte. Im Oktober 1870 erkrankte sie in Pont-à-Mousson schwer an Ruhr.

Zurück aus Frankreich unterstellte sich die Gründerin zusammen mit sechs Mitschwestern der Oberin von Ruwer (bei Trier), die den dortigen Lazaretteinsatz leitete. Wie in allen Lazaretten zuvor, gebot sie ihren Schwestern, niemandem mitzuteilen, dass sie die Generaloberin sei. Sie wollte weder Ehre noch Anerkennung, getreu ihrem Grundsatz:
„Bleibt einfach, schlicht, demütig und treu, damit ist Gottes Segen auf uns.“

Inmitten der Kriegswirren hat Mutter Rosa Gottes Barmherzigkeit bezeugt.

Sr. Edith-Maria Magar
Generaloberin der Franziskanerinnen von Waldbreitbach
Waldbreitbach 16.11.2015


Mutter Teresa

Ein weiteres Gesicht der Barmerzigkeit ist Mutter Teresa, die am 4. September 2016 von Papst Franziskus heiliggesprochen. Auf der Seite der Deutschen Bischofskonferenz wird die weltweit bekannte Ordensfrau ausführlich dargestellt.

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