Wiederverheiratete Geschiedene

Zeichen setzen: Wiederverheiratete - Geschiedene nicht mehr von den Sakramenten ausschließen

Bereits 1993 haben drei südwestdeutsche Bischöfe Walter Kasper (damals Rottenburg – Stuttgart), Karl Lehmann (Mainz) und Oskar Saier (damals Freiburg) vorgeschlagen, über einen veränderten Umgang mit der Frage des Kommunionempfangs von wiederverheirateten Geschiedenen zu beraten.
Doch lange Jahre ist – nach negativen Reaktionen aus Rom – nichts geschehen.
Nun kann es sein, dass neues Leben in den alten Vorschlag kommt.
Bei der Auswertung des Dialogtreffens 2011 in Mannheim, das von der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) initiiert wurde, erklärte die DBK das Thema '„Compassio“: Barmherziger Umgang mit gebrochenen Biografien' zu einem zentralen Thema, an dem intensiv gearbeitet werden müsse.
Nach dem Dialogtreffen und auch nach dem Katholikentag in Mannheim gab es von mehreren Diözesan- / Katholikenräten und im Erzbistum Freiburg auch von einer Priestergruppe ausführliche und theologisch begründete Stellungnahmen zu dem drängenden Thema.
(Gerne leiten wir Ihnen auf Wunsch diese Stellungnahmen zu.)
Über die Zulassung zu den Sakramenten hinaus lenkt  das Diözesankomitee in Paderborn auch noch den Blick auf die Einbeziehung von wiederverheiratet Geschiedenen in das Gemeindeleben und auf die Kirche als Arbeitgeberin:
"Wir wünschen uns, dass auch wiederverheiratet Geschiedene ihre Charismen in allen Bereichen des kirchlichen Lebens einbringen können. Dies sollte auch für die Übernahme  von Verantwortung in Gremien im Sinne des Laienapostolats und der Taufberufung gelten.
[….]
Wir regen die kirchlichen Arbeitgeber an, in der "Grundordnung des kirchlichen Dienstes im Rahmen kirchlicher Arbeitsverhältnisse" bei Verstößen gegen Loyalitätsobliegenheiten  (Artikel 4 und 5) die bereits bestehenden Möglichkeiten der Abstufung zu nutzen.  Grundsätzlich sollte die gesamte menschliche Situation der Betroffenen sowie die berufliche   Qualifikation und die Zustimmung zu den Zielen der Einrichtung berücksichtigt werden." (Aus: Beschluss der 11. Vollversammlung des Diözesankomitees Paderborn am 22./23.06.2012:  Geschieden, wiederverheiratet - ausgegrenzt? Für eine Beheimatung von wiederverheiratet Geschiedenen in unserer Kirche)
Der Katholikenrat im Bistum Trier begrüßt ausdrücklich all diese Initiativen und hofft, dass das Thema schnellstens angegangen wird. Die Betroffenen dürfen insbesondere nicht mehr länger von den Sakramenten, aber auch von kirchlichen Arbeitsstellen und von Diensten in den Pfarrgemeinden ausgeschlossen sein.
Die Kirche kann mit einer positiven Lösung ein Zeichen für ihre Nähe zu den Menschen und zum liebenden Gott setzen.

Trier, 2. Juli 2012

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