Die zunächst patriarchalisch, dann aufgeklärt orientierte Leitung von Kurstaat und Diözese unter Kurfürst und Erzbischof Clemens Wenzeslaus verhinderte nicht die Besetzung durch französische Revolutionstruppen im Jahre 1794. Mit der Übertragung der innerfranzösischen revolutionären Gesetze auf das linke Rheinufer nach 1797 erfolgte eine innere Säkularisation (Wegfall des Zehnten und vieler Feiertage, Revolutionskulte). Ihre öffentliche Vollendung fand die Säkularisation 1801 nach dem Ende des Kurfürstentums und der Annexion mit dem Konkordat zwischen Napoleon und Papst Pius VII. und der Auflösung der Kirchenprovinz (Aufhebung aller geistlichen Stiftungen wie Klöster, Stifte, Hospitäler, Bildungsstätten).
Weltliche Strukturen waren jetzt Vorgabe für die geistlichen: Für den Raum des Departements Sarre entstand eine neue Diözese Trier; Napoleon übertrug sie dem Franzosen Charles Mannay (1745-1821, Bischof 1802-1816). Ein neues Pfarrsystem unterstrich bis hinunter zur Basis das Ende einer Entwicklung. Nach dem Zusammenbruch der napoleonischen Herrschaft, dem Wiener Kongress und der Einvernahme des Linksrheinischen durch Preußen 1816 bedurfte es langer Verhandlungen zur Klärung des neuen Verhältnisses zwischen Staat und Kirche.
Die päpstliche Bulle De salute animarum vom 16. Juli 1821 umschrieb das neue Bistum Trier in den Grenzen der preußischen Regierungsbezirke Koblenz und Trier und kleinerer Teilterritorien. Erst 1824 erhielt Trier mit Josef von Hommer (1824-1836) einen neuen Bischof. Eine zentrale Bistums-Verwaltung entsprach dem spätaufgeklärten Denken der Zeit.
Schritt für Schritt suchten die Bischöfe ihr Bistum von der inneren Säkularisierung zu lösen. Dieser Tendenz folgten in anderer Weise auch von die Laien des sogenannten Koblenzer Kreis; er wurde zu einer Quelle spätromantischer Frömmigkeit - aber auch des Rheinischen Sozialkatholizismus. Ergebnis waren u.a. die im Bistum entstehenden und sich schnell ausbreitenden Frauen- und Männerkongregationen, die den Großteil des kirchlichen Sozialengagements übernahmen: u.a. Borromäerinnen, Franziskanerinnen verschiedener Gründungen, desgleichen Franziskanerbrüder, Kongregation der Schwestern vom Hl. Geist, Arme Dienstmägde Christi. Die Zahl ihrer Niederlassungen stieg bis 1912 auf 243 (!) mit insgesamt 4.687 Mitgliedern.
Diese Position, begleitet vom Anspruch auf Beteiligung am Bildungswesen, daneben auch die unerfüllten Forderungen, die sich aus der Verfassung von 1850 ergaben, führten fast zwangsläufig zum Kulturkampf von 1871 bis 1888. Die Strafen für Priester (in vielen Fällen - auch bei Bischof Matthias Eberhard 1876 - Gefängnisstrafen) trafen nicht zufällig die Diözese in einer Zeit intensivsten Ausbaus, da die Industrialisierung des Saarlandes (später auch des Koblenzer Beckens) zu einer erheblichen Bevölkerungs- und Konfessionsverschiebung führte. Während 1827 in 683 Pfarreien insgesamt 573.344 Katholiken lebten (= 839 pro Pfarrei), stieg ihre Zahl bis 1912 auf 1.304.231 Katholiken in nur 757 Pfarreien (= 1.722 pro Pfarrei). Das seit 1848 geforderte synodale Element kirchlicher Strukturen wurde allerdings wenig entwickelt (Provinzialkonzil von Köln 1861, Diözesansynoden lediglich 1920 und 1956). Obwohl sich auch im Bistum Trier das katholische Vereinswesen explosionsartig vermehrte, blieb Triers Bedeutung für den deutschen Katholizismus relativ gering (1865, 1887 und 1970 fanden Katholikentage in Trier statt). In den beiden (Erz-)Bischöfen Michael Felix Korum (1881-1921) und Franz Rudolf Bornewasser (1922-1951) besaß das Bistum über 70 Jahre hinweg dennoch starke, konservativ orientierte, aber engagierte Seelsorger. Bornewasser wuchs vor allem an der nach einer Lernphase entschiedenen Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus.
Die Zeit nach dem 2. Weltkrieg war gekennzeichnet durch den zunächst verhaltenen, dann mit dem II. Vatikanischen Konzil an Energie gewinnenden Ausbruch aus der geistigen Enge, in die die Auseinandersetzung mit den als Bedrohung empfundenen Ideologien und Weltanschauungen geführt hatte. Jeder der drei letzten Bischöfe, Matthias Wehr (1951-1966), Bernhard Stein (1967-1980) und Hermann Josef Spital (1981-2001) hat auf eigene unnachahmliche Art dazu beigetragen. 1951 wurde die Theologische Fakultät gegründet. Seit 1966 entstanden in Bistum und Pfarreien eine Reihe von synodalen und kooperativen Strukturen, die sich teilweise noch im Experimentierstadium befinden. 1937 zählte die Diözese 1.516.367 Katholiken in 812 Pfarreien mit 1.264 Priestern, inzwischen sind es (2001) 1.646.599 Katholikinnen und Katholiken in 969 Pfarreien mit 452 Priestern, 101 Ständigen Diakonen und fast 500 Laien-Seelsorgerinnen und -Seelsorgern (im sogenannten territorialen Dienst).
(Prof. Dr. Wolfgang Seibrich, Lehrbeauftragter für Bistums- und Landesgeschichte an der Theologischen Fakultät Trier - Redaktion: ar)
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