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Bistum Trier: Der Hohe Dom zu Trier
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Aktuelle Informationen über den Trierer Dom, die Mutter- und Hauptkirche des Bistums und Kathedralkirche des Bischofs, finden Sie auf den Seiten der Hohen Domkirche. Hier nur ein paar kurze Hinweise zur Geschichte des Doms.
Dieser Dom ist ein einzigartiges Zeugnis abendländischer Geschichte und Kultur. Von der
Römerzeit bis heute haben alle Jahrhunderte an seiner Einheit in Vielfalt mitgestaltet. Zugleich ist er ein Symbol der Kirche aus lebendigen Steinen (vgl. 1. Petrusbrief 2,5) auf ihrem Weg durch die Zeit.
Am Anfang der Geschichte dieses altehrwürdigen Gotteshauses steht St. Helena
(324-329), die Mutter des römischen Kaisers Konstantin d. Gr. Die Ausgrabungen der
letzten Jahrzehnte haben eine alte Überlierferung in ihrem Kern bestätigt: die Kaiserin
Helena habe dem damaligen Bischof Agritius einen Teil ihres Palastes für den Bau seiner
Kathedrale zur Verfügung gestellt.
4. - 10. Jahrhundert
Als eigentliche Gründergestalt des Domes gilt Kaiser Konstantin (306 bis 337). Aus
Anlaß seines 20jährigen Regierungsjubiläums beginnt er um 326 mit folgenden Bauten:
Im 5. Jahrhundert erlebte der Dom verschiedene Katastrophen. Bei einer brannte das
Gebäude aus, die großen Syenitsäulen barsten und stürzten, und die von diesen Säulen
getragenen Schwibbögen kamen mit herunter. - Erst unter dem tatkräftigen Bischof
Nicetius (525 - 566) wurde der Dom wiederhergestellt.
Die römische Finanzverwaltung, der Amtssitz des Praefectus Praetorio und der
kaiserliche Hof konzentrierten viele Beamte in Trier. Eine kaiserliche Hochschule hatte
ihre Pforten geöffnet. Der heilige Ambrosius von Mailand wurde 339 in Trier als Sohn
des damaligen Präfekten von Gallien geboren. Der große Bibelgelehrte Hieronymus hielt
sich studienhalber in Trier auf. Der Afrikaner Athanasius Metropolit von Alexandrien,
wurde 335 für zwei Jahre ins nordische Trier verbannt und fand hier freundschaftliche
Aufnahme bei Bischof Maximinus. Martin von Tours protestierte am kaiserlichen Hof
gegen die Verfolgung und Hinrichtung der Priszillianisten; Ambrosius ebenso.
Die architektonische Gestalt, die der Dom im 4. Jahrhundert erhalten hatte und die unter
Bischof Nicetius erneuert worden war, behielt er trotz mehrfacher Ein- und Umbauten in
merowingischer und karolingischer Zeit im wesentlichen bei, bis er in der Karwoche des
Jahres 882 beim Normannensturm empfindlich beschädigt wurde. Das Ausmaß dieser
Schäden ist uns im einzelnen unbekannt.
11. - 17. Jahrhundert
Die große Restaurierung des Domes und sein genialer Weiterbau waren dann das Werk
des aus dem Babenberger Geschlechte stammenden Erzbischofs Poppo (1016-1047).
nach einer Wallfahrt ins Heilige Land (1028-1030) stellte er zuerst den römischen
Quadratbau wieder her.
1037 war der Quadratbau fertig und wurde mit der Übertragung der Maternusreliquien
eingeweiht. Ab 1037 widmete sich Erzbischof Poppo der Erweiterung des Quadratbaues
nach Westen. Poppos Nachfolger, Erzbischof Eberhard (1047-1066), vollendete 1056 den
Nordturm und das Mittelschiff, Erzbischof Udo (1066-1078) den Südturm. Das
spätgotische Glockengeschoß des Südturmes, das dem Dom seine reizvolle Unsymmetrie
verleiht und den Zusammenklang mit der Liebfrauenkirche herstellt (die ursprünglich
einen spitzen und hohen Vierungsturm besaß), wurde erst unter Erzbischof Richard von
Greiffenklau (1511-1531) in den Jahren um 1515 aufgeführt.
Das 12. und 13. Jahrhundert brachten dem Dom umfangreiche Baumaßnahmen, die ihn
bis heute wesentlich prägen. Im Westchor wurde nach 1100 eine Krypta eingebaut, die
spätestens 1121 bei der Weihe des Nikolausaltares im Westchor vollendet war.
Erzbischof Hillin (1152-1169) begann wohl um 1160 mit einer Erweiterung des Ostchores
über die Grenze der römischen Ostwand hinaus.
Als Erzbischof Johann I. (1190-1212) den neuen Altar des Ostchores am 1. Mai 1196
weihte und bei dieser Gelegenheit die Tunika Christi (Heiliger Rock) aus dem Westchor
in den neuen Altar übertrug, dürfte der Ostchor im wesentlichen vollendet gewesen sein.
Nach der Vollendung des neuen Ostchores waren die Schiffe des Domes noch immer
flach gedeckt. In den ersten Jahrzehnten des 13. Jahrhunderts schritt man zur
Einwölbung des ganzen Raumes (mittlerer Gurtbogen 1217 datiert).
Im 14. Jahrhundert baute man die in romanischer Zeit begonnenen Osttürme weiter aus;
sie waren nach 1400 vollendet. Der südliche Westturm erhielt um 1515 seien Erhöhung.
Am Nordtrakt des Kreuzganges wurde 1470 unter Erzbischof Johann II. von Baden
(1456-1503) der spätgotische Bau des Archivs aufgesetzt, in dem heute der Domschatz
untergebracht ist. 1481 folgte (ebenfalls am Nordtrakt) die köstlich ausgemalte
Savignykapelle. Erst ca. 200 Jahre später wurde wieder am Dom gebaut. Unter dem
Erzbischof und Kurfürsten Johann Huge von Orsbeck (1676-1711) erhielt der aus
Solothurn stammende Frankfurter Bildhauer und Architekt Johann Wolfgang Fröhlicher
1687 den Auftrag, an den Orstchor eine Heiltumskammer samt ihrem Vordertheyl im
Inneren des Ostchores zu bauen.
18. - 20. Jahrhundert
Nachdem der Dom 1717 durch ein Feuer Schaden erlitten hatte, erhielt unter Erzbischof
und Kurfürst Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg (1716-1729) der Kurtrierische Baumeister
Johann Georg Judas den Auftrag zur Restaurierung und zur barocken Veränderung. Die
eingreifenste Maßnahme, die sich im Inneren wie im Äußeren auswirkte, war die
Verwandlung des mittelalterlich-basilikalen Schiffes in eine Querschiffbasilika mit
Vierung und flüchtendem Querhaus.
Eine zweite, damit verbundene Maßnahme, die den Baukörper in seiner Außenansicht
wesentlich veränderte, war das Abbrechen der Außenmauern des 4. und 11.
Jahrhunderts auf der Nord- und der Südseite bis herunter auf die Höhe der Seitenschiffe.
Auf den römischen Mauern wurden die neuen Querschiffgiebel aufgesetzt.
1723 waren die Baumaßnahmen so weit gediehen, daß der Gottesdienst im Dom wieder
aufgenommen werden konnte. Nach den Wirren der Französischen Revolution, die
manchen Schaden gebracht hatten, säuberte man den Dom und gab ihn dem Gottesdienst
zurück.
In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Dom durch N. von Wilmowsky erstmals
gründlich archäologisch erforscht und restauriert. Die barocken Turmhelme wurden
beseitigt und durch neugotische Dächer ersetzt; das gotische Steildach, das der Barock
übernommen hatte, wurde durch ein flacheres, das den frühromanischen Formen
entsprach, ersetzt. Querschiff und Lichtwände blieben allerdings bestehen. Im Inneren
wurden die klassizistische Empore im Westchor samt der Orgel abgebrochen und die
barocken Lettneraltäre entfernt. Neuromanische "Ambonen" traten an ihre Stelle.
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