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Bistum Trier: Der Hohe Dom zu Trier
 


Aktuelle Informationen über den Trierer Dom, die Mutter- und Hauptkirche des Bistums und Kathedralkirche des Bischofs, finden Sie auf den Seiten der Hohen Domkirche. Hier nur ein paar kurze Hinweise zur Geschichte des Doms.

Dieser Dom ist ein einzigartiges Zeugnis abendländischer Geschichte und Kultur. Von der Römerzeit bis heute haben alle Jahrhunderte an seiner „Einheit in Vielfalt“ mitgestaltet. Zugleich ist er ein Symbol der „Kirche aus lebendigen Steinen“ (vgl. 1. Petrusbrief 2,5) auf ihrem Weg durch die Zeit.
Seit über 1600 Jahren kommen hier gläubige Menschen zusammen, um Gott anzubeten, seine Frohe Botschaft zu hören und vor allem in der Feier der Eucharistie, die Jesus Christus beim letzten Abendmahl gestiftet hat, Kraft zu schöpfen für die Gestaltung ihres Lebens und für ihre Aufgaben in der Welt.

Am Anfang der Geschichte dieses altehrwürdigen Gotteshauses steht St. Helena (324-329), die Mutter des römischen Kaisers Konstantin d. Gr. Die Ausgrabungen der letzten Jahrzehnte haben eine alte Überlierferung in ihrem Kern bestätigt: die Kaiserin Helena habe dem damaligen Bischof Agritius einen Teil ihres Palastes für den Bau seiner Kathedrale zur Verfügung gestellt.

4. - 10. Jahrhundert

Als eigentliche Gründergestalt des Domes gilt Kaiser Konstantin (306 bis 337). Aus Anlaß seines 20jährigen Regierungsjubiläums beginnt er um 326 mit folgenden Bauten:

  • Petersdom in Rom,
  • Grabeskirche in Jerusalem,
  • Geburtskirche in Bethlehem,
  • Dom in Trier.
Zeichen der seit 313 geänderten Religionspolitik und Teil einer großzügigen Wiedergutmachungsaktion nach den vorangegangenen Christenverfolgungen. Die Trierer Anlage umfaßte in der Breite das Areal des heutigen Domes und der angrenzenden Liebfrauenkirche und reichte mit ihren Vorhöfen nach Westen fast bis zum heutigen Hauptmarkt. Die Südkirche wurde, nachdem sie im 10. Jahrhundert noch einmal restauriert und umgebaut worden war, im 13. Jahrhundert durch den gotischen Neubau der heutigen Liebfrauenkirche ersetzt. Der Nordbau - der heutige Dom - erfuhr noch in der Zeit Konstantins eine Vergrößerung seiner Ostpartie, die unter Kaiser Gratian (378 - 383) fertiggestellt wurde. Dieser Teil - der „Quadratbau“ - steht heute noch mit der Mauerhöhe von teilweise bis zu 25 m über dem Boden.

Im 5. Jahrhundert erlebte der Dom verschiedene Katastrophen. Bei einer brannte das Gebäude aus, die großen Syenitsäulen barsten und stürzten, und die von diesen Säulen getragenen Schwibbögen kamen mit herunter. - Erst unter dem tatkräftigen Bischof Nicetius (525 - 566) wurde der Dom wiederhergestellt.

Die römische Finanzverwaltung, der Amtssitz des Praefectus Praetorio und der kaiserliche Hof konzentrierten viele Beamte in Trier. Eine kaiserliche Hochschule hatte ihre Pforten geöffnet. Der heilige Ambrosius von Mailand wurde 339 in Trier als Sohn des damaligen Präfekten von Gallien geboren. Der große Bibelgelehrte Hieronymus hielt sich studienhalber in Trier auf. Der Afrikaner Athanasius Metropolit von Alexandrien, wurde 335 für zwei Jahre ins nordische Trier verbannt und fand hier freundschaftliche Aufnahme bei Bischof Maximinus. Martin von Tours protestierte am kaiserlichen Hof gegen die Verfolgung und Hinrichtung der Priszillianisten; Ambrosius ebenso.

Die architektonische Gestalt, die der Dom im 4. Jahrhundert erhalten hatte und die unter Bischof Nicetius erneuert worden war, behielt er trotz mehrfacher Ein- und Umbauten in merowingischer und karolingischer Zeit im wesentlichen bei, bis er in der Karwoche des Jahres 882 beim Normannensturm empfindlich beschädigt wurde. Das Ausmaß dieser Schäden ist uns im einzelnen unbekannt.

11. - 17. Jahrhundert

Die große Restaurierung des Domes und sein genialer Weiterbau waren dann das Werk des aus dem Babenberger Geschlechte stammenden Erzbischofs Poppo (1016-1047). nach einer Wallfahrt ins Heilige Land (1028-1030) stellte er zuerst den römischen Quadratbau wieder her.

1037 war der Quadratbau fertig und wurde mit der Übertragung der Maternusreliquien eingeweiht. Ab 1037 widmete sich Erzbischof Poppo der Erweiterung des Quadratbaues nach Westen. Poppos Nachfolger, Erzbischof Eberhard (1047-1066), vollendete 1056 den Nordturm und das Mittelschiff, Erzbischof Udo (1066-1078) den Südturm. Das spätgotische Glockengeschoß des Südturmes, das dem Dom seine reizvolle Unsymmetrie verleiht und den Zusammenklang mit der Liebfrauenkirche herstellt (die ursprünglich einen spitzen und hohen Vierungsturm besaß), wurde erst unter Erzbischof Richard von Greiffenklau (1511-1531) in den Jahren um 1515 aufgeführt.

Das 12. und 13. Jahrhundert brachten dem Dom umfangreiche Baumaßnahmen, die ihn bis heute wesentlich prägen. Im Westchor wurde nach 1100 eine Krypta eingebaut, die spätestens 1121 bei der Weihe des Nikolausaltares im Westchor vollendet war. Erzbischof Hillin (1152-1169) begann wohl um 1160 mit einer Erweiterung des Ostchores über die Grenze der römischen Ostwand hinaus.

Als Erzbischof Johann I. (1190-1212) den neuen Altar des Ostchores am 1. Mai 1196 weihte und bei dieser Gelegenheit die Tunika Christi („Heiliger Rock“) aus dem Westchor in den neuen Altar übertrug, dürfte der Ostchor im wesentlichen vollendet gewesen sein. Nach der Vollendung des neuen Ostchores waren die Schiffe des Domes noch immer flach gedeckt. In den ersten Jahrzehnten des 13. Jahrhunderts schritt man zur Einwölbung des ganzen Raumes (mittlerer Gurtbogen 1217 datiert).

Im 14. Jahrhundert baute man die in romanischer Zeit begonnenen Osttürme weiter aus; sie waren nach 1400 vollendet. Der südliche Westturm erhielt um 1515 seien Erhöhung. Am Nordtrakt des Kreuzganges wurde 1470 unter Erzbischof Johann II. von Baden (1456-1503) der spätgotische Bau des Archivs aufgesetzt, in dem heute der Domschatz untergebracht ist. 1481 folgte (ebenfalls am Nordtrakt) die köstlich ausgemalte Savignykapelle. Erst ca. 200 Jahre später wurde wieder am Dom gebaut. Unter dem Erzbischof und Kurfürsten Johann Huge von Orsbeck (1676-1711) erhielt der aus Solothurn stammende Frankfurter Bildhauer und Architekt Johann Wolfgang Fröhlicher 1687 den Auftrag, an den Orstchor eine „Heiltumskammer“ samt ihrem „Vordertheyl“ im Inneren des Ostchores zu bauen.

18. - 20. Jahrhundert

Nachdem der Dom 1717 durch ein Feuer Schaden erlitten hatte, erhielt unter Erzbischof und Kurfürst Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg (1716-1729) der Kurtrierische Baumeister Johann Georg Judas den Auftrag zur Restaurierung und zur barocken Veränderung. Die eingreifenste Maßnahme, die sich im Inneren wie im Äußeren auswirkte, war die Verwandlung des mittelalterlich-basilikalen Schiffes in eine Querschiffbasilika mit Vierung und flüchtendem Querhaus.

Eine zweite, damit verbundene Maßnahme, die den Baukörper in seiner Außenansicht wesentlich veränderte, war das Abbrechen der Außenmauern des 4. und 11. Jahrhunderts auf der Nord- und der Südseite bis herunter auf die Höhe der Seitenschiffe. Auf den römischen Mauern wurden die neuen Querschiffgiebel aufgesetzt.

1723 waren die Baumaßnahmen so weit gediehen, daß der Gottesdienst im Dom wieder aufgenommen werden konnte. Nach den Wirren der Französischen Revolution, die manchen Schaden gebracht hatten, säuberte man den Dom und gab ihn dem Gottesdienst zurück.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Dom durch N. von Wilmowsky erstmals gründlich archäologisch erforscht und restauriert. Die barocken Turmhelme wurden beseitigt und durch neugotische Dächer ersetzt; das gotische Steildach, das der Barock übernommen hatte, wurde durch ein flacheres, das den frühromanischen Formen entsprach, ersetzt. Querschiff und Lichtwände blieben allerdings bestehen. Im Inneren wurden die klassizistische Empore im Westchor samt der Orgel abgebrochen und die barocken Lettneraltäre entfernt. Neuromanische "Ambonen" traten an ihre Stelle.



 
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