Bistum Trier
Donnerstag, 31. August 2017

65 Jahre Deutsch-Französische Friedenswallfahrt

Festgottesdienst unter der Marienstatue im lothringischen Rémelfang

Rémelfang/Wallerfangen – Seit 1952 pilgern jedes Jahr am Sonntag nach Mariä Himmelfahrt Gläubige aus Wallerfangen in das Dorf Rémelfang bei Bouzonville in Frankreich. Dieses Jahr hat die Deutsch-Französische Friedens- und Versöhnungswallfahrt ihr 65-jähriges Jubiläum begangen.

Rund 200 Pilger aus Deutschland und Frankreich zogen bei strahlendem Sonnenschein auf den Marienberg in Rémelfang. Dort fand ein Festgottesdienst im Freien statt mit fünf Priestern auf französischer Seite, darunter der Ortspfarrer und Erzpriester von Bouzonville, Jean-Louis Barthelmé und drei Geistlichen auf deutscher Seite, Wallerfangens Pfarrer Herbert Gräff, Dechant Ingo Flach aus dem Dekanat Wadgassen und aus Trier Weihbischof Robert Brahm. Als Diakon wirkte Josef Britz im Gottesdienst mit.

Weihbischof Brahm sprach in seiner Predigt über Marias Bedeutung für Versöhnung. Vor 65 Jahren hätten die Menschen in Frankreich und Deutschland einen Neuanfang nach dem Krieg gewagt und in Rémelfang damit gleichzeitig ein Zeichen für die Versöhnung zwischen den ehemaligen Erzfeinden unter dem Zeichen der Gottesmutter gesetzt, so Brahm. Der Weihbischof predigte zwar auf Deutsch, der gesamte Gottesdienst aberwar zweisprachig. So begrüßte der Ortspfarrer Barthelmé die Gläubigen auf Französisch. Auch die erste Lesung war in französischer Sprache, während die zweite auf Deutsch vorgetragen wurde. Das Evangelium las Diakon Britz auf Französisch vor. Nach dem Gottesdienst fand ein gemütliches Beisammensein um die Kirche herum statt. Traditionell waren auch wieder einige Christinnen und Christen zu Fuß von Wallerfangen nach Rémelfang gepilgert.

Die Geschichte dieses grenzüberschreitenden Pilgerortes, der nur wenige Kilometer von der Deutsch-Französischen Grenze entfernt liegt, begann während der letzten Monate des Zweiten Weltkriegs, als alliierte Truppen auf Rémelfang zumarschierten. Die Bewohner des Ortes suchten Zuflucht in den Gips-Stollen unter dem heutigen Marienberg, der damals noch Gipsberg hieß. In dieser Kriegssituation legte der Pfarrer des lothringischen Ortes ein Gelübde ab: Sollte die Bevölkerung den Krieg unbeschadet übersteht, werde er eine Marienstatue errichten. Diese Statue ist heute nicht nur Zeugnis, dass die Bewohner die Kämpfe unbeschadet überstanden, sondern auch, dass der Pfarrer sein Versprechen gehalten hat. Ein Jahr nach der Errichtung der Statue 1951 veranstaltete dann der Vorsitzende des Lourdes-Vereins aus Wallerfangen, Julius Reimsbach, eine Wallfahrt zu der neu errichteten Statue und begründete so die Deutsch-Französische Friedenswallfahrt in Rémelfang. Diese erste Wallfahrt gilt als die eigentliche Einweihung der Marienstatue. Seitdem findet jedes Jahr im Sommer ein Gottesdienst an diesem besonderen Ort statt. Auch für das nächste Jahr hoffen die Verantwortlichen im Dekanat Wadgassen und in der Erzpfarrei Bouzonville wieder auf viele Pilger, die nach Mariae Himmelfahrt nach Rémelfang ziehen, um gemeinsam für Frieden und Versöhnung in Frankreich, Deutschland, Europa und der Welt zu beten.

(dh)

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