Bistum Trier
Sonntag, 16. Juni 2013

72 Stunden verändern die Welt

Weihbischof Peters feiert Abschluss der 72-Stunden-Aktion mit DPSG Kaisersesch

Die Pfadfinder aus Kaisersesch können stolz sein: In 72 Stunden haben sie aus einer Brachfläche ein Kinderparadies geschaffen
Kinder mit Fahnen auf SPielplatz

Kaisersesch - Mit einem großen Fest haben die Pfadfinder von der DPSG Kaisersesch den Abschluss der 72-Stunden-Aktion gefeiert. Mit dabei: Weihbischof Jörg Michael Peters, der nach einer gemeinsamen Andacht den naturnahen Spielplatz weihte, den die über 70 Kinder und Jugendlichen in 72 Stunden gebaut hatten. „Das habt ihr einfach super gemacht, vielen herzlichen Dank an euch“, rief Peters der Gruppe zu. Die 72-Stunden-Aktion, bei der sich deutschlandweit 170.000 Kinder und Jugendliche engagierten, habe geradezu „ansteckend“ gewirkt und weite Kreise gezogen.

Eine Überraschung für Peters hatte sich Pfarrer Volker Malburg ausgedacht: „Sie haben jetzt die große Ehre, den Barfußpfad einzuweihen!“ Unter Anfeuerungsrufen der Pfadfinder und vieler Gäste des Abschlussfestes ging es für Peters also über Holz, Schiefer, Kiesel und andere Materialien des Barfußpfades, der jetzt neben einem künstlichen Bachlauf zu den Hauptattraktionen des Spielplatzes gehört. „Wir finden es einfach cool, dass wir mit unserem Projekt die Leute dazu bewegen können, raus in die Natur zu gehen“, sagt die 12-jährige Sophie Reuter über ihr Aktionsprojekt . Ihre DPSG-Gruppe hatte sich für die get-it Projektvariante entschieden – bis zum Projektbeginn war alles geheim. Einen Wunsch hatten sie aber doch geäußert: Es sollte ein Projekt sein, bei dem alle richtig anpacken könnten. Dieser Wunsch hat sich erfüllt: Aus der ungenutzten, brachliegenden Rasenfläche haben die Pfadfinder in 72 Stunden eine richtige Wasser- und Spiellandschaft geschaffen . Dort können Kinder planschen, schaukeln oder über die Hängebrücke kraxeln, während ihre Eltern es sich auf Holzbänken bequem machen können. „Wir haben mit unserer Gruppe zum Beispiel Unkraut gejätet, den Kräuter- und Duftgarten angelegt und Kiesel in den Bachlauf geworfen“, erzählt die 12-jährige Sofie Gorges aus Leienkaul. Zuerst habe sie gedacht „Auweia, so viel Arbeit in 72 Stunden! Das schaffen wir nie“, aber schnell hätte sie gemerkt, dass es eben doch machbar ist – gemeinsam in der Gruppe. „Ich finde es toll, dass man so viel verändern kann, wenn man es wirklich will“, sagt Sofie rückblickend.

Darauf ist auch der Leiter des Pfadfinderstamms, Holger Bretz, sichtlich stolz. „Selbst die Kleinsten mit neun Jahren haben super angepackt und nie Ermüdungserscheinungen gezeigt.“ Auch Bürgermeister Gerd Weber, der die Aktionsidee mit entwickelt hat, ist berührt vom Engagement der Kinder und Jugendlichen. „Ich bekomme jetzt noch Gänsehaut, wenn ich denke, was für eine tolle Atmosphäre hier geherrscht hat und wie gut alle geholfen haben.“ Weihbischof Peters sagte, die Botschaft der 72-Stunden-Aktion erinnere ihn an das Gleichnis vom Senfkorn, das auf fruchtbaren Boden fällt und so wachsen kann. „Weit über Deutschland hinaus geht diese Botschaft, bis nach Bolivien, wo die Partneraktion stattgefunden hat. Diese jungen Leute zeigen, dass es sich lohnt, sich für seine Mitmenschen zu engagieren und da zu helfen, wo es sonst keiner tut“, sagte Peters.

Während der 72-Stunden-Aktion des Bundes der deutschen katholischen Jugend engagierten sich deutschlandweit vom 13. bis 16. Juni 170.000 Kinder und Jugendliche in sozialen Projekten. Allein im Bistum Trier waren es über 5.000 in 250 Aktionsgruppen, unterstützt von 7.000 Paten und Sponsoren.

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