Bistum Trier
Montag, 1. Juni 2015

800 Jahre Ortsgeschichte und Glaubenstradition

Maifeldgemeinde Gappenach feiert Jubiläum mit Bischof Ackermann

Der Trierer Bischof beim Freiluftgottesdienst mit Pfarrer Guido Lacher (rechts) und Diakon Bernhard Wiegand (links) sowie den Messdienern aus Gappenach.

Gappenach – Einen „open air“-Gottesdienst hat der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann am 31. Mai anlässlich der 800-Jahr-Feier der Gemeinde Gappenach auf dem Maifeld gefeiert. Wenige Tage nach dem Gedenktag des Hl. Maximin, des Patrons von Gappenach, fand das Pontifikalamt auf der Festwiese während des traditionellen Kirchweihfestes unter freiem Himmel statt. Ortsbürgermeister Udo Heinemann begrüßte Ackermann vor dem Freiluftgottesdienst, den der Bischof mit Pfarrer Guido Lacher und Diakon Bernhard Wiegand zelebrierte.

Seine eigene Heimat liege zwar nicht weit entfernt, trotzdem sei es für ihn als Bischof und als Privatperson der erste Besuch in der 300-Seelen-Gemeinde, sagte Ackermann. Umso mehr freue es ihn, aus Anlass des Jubiläums mit den Gappenachern feiern und sich über die lange Glaubenstradition vor Ort freuen zu können. Gappenach habe sich über acht Jahrhunderte als Dorf und auch als Ort des Glaubens bewährt. „Es ist beeindruckend zu sehen, wie aktiv die verschiedenen Vereine und Gruppen in Gappenach sind. Sie haben allen Grund, dankbar, freudig und auch stolz zu sein“, sagte er den rund 200 Gottesdienstbesuchern. In seiner Predigt ging der Trierer Bischof auch auf die aktuelle Situation der Kirche und die sinkende Zahl der Gläubigen ein. Umso mehr freue es ihn, wenn das Jubiläumsjahr und der feierliche Gottesdienst am „Kirmessonntag“ die Freude am Glauben stärken könnten. „Wir feiern nicht nur ein Gedächtnis“, so der Bischof, „und schauen nicht nur in die Vergangenheit zurück, sondern wir nehmen Beziehung mit dem lebendigen Gott auf. Gedenken und Gegenwart fallen zusammen, wenn wir Gottesdienst feiern.“

So habe ihn vor allem auch eine Überschrift in der Festzeitschrift zu St. Maximin berührt. Dort stehe „unser Zentrum, unsere geliebte Kirche“. Die Kirche werde nicht bloß als ein Monument der Geschichte gepflegt, sondern lebe mit den Menschen, so der Bischof. Aus der Festzeitschrift habe er bei der Vorbereitung auf den Gottesdienst auch entnommen, dass sich der alte Gappenacher Hochaltar im Herzen von Trier in der Banthuskapelle befinde. Der Renaissance-Altar des moselländischen Bildhauers Johannes Gross sei über Umwege in die Trierer Kapelle auf dem Gelände des Bischöflichen Generalvikariats gekommen. „Wenn ich das nächste Mal dort mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bistums Gottesdienst feiere, werde ich nicht nur an das Stein gewordene Zeugnis, sondern auch an das immer wieder lebendige Bekenntnis der Menschen hier vom Maifeld denken“, versprach Ackermann. Die Trierer könnten zwischendurch die Bestärkung der Menschen vom Maifeld in ihrer Behörde gut gebrauchen.

Gappenach, das rund drei Kilometer entfernt von Münstermaifeld liegt, wurde vermutlich erstmals urkundlich als Gappenaco im Jahr 1215 erwähnt. Es war ein Reichsdorf, das 1338 an die Grafen von Virneburg übertragen wurde und im 16. Jahrhundert in den Besitz des Kurfürstentums Trier überging. Die Pfarrkirche St. Maximin wurde 1670 errichtet, enthält aber noch ältere romanische Teile.

Mehr Informationen zur Ortsgemeinde gibt es unter www.gappenach.com.

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