Bistum Trier
Donnerstag, 11. Dezember 2014

Aufträge von Pfarreien geben fünf Männern Arbeit

Bistumszuschuss und Beschäftigungsförderung ermöglichen KEB-Projekt

Ensdorf - „Die Gruppe hat sehr gut gearbeitet.“ Pfarrer Heinz Haser von der Pfarreiengemeinschaft Bous-Ensdorf ist zufrieden. Das fünfköpfige Team um Anleiter Johannes Bach hat seit Oktober auf dem Gelände der Begegnungsstätte auf dem Hasenberg eine Natursteinmauer neu aufgebaut, die Grotte, den Kreuzweg, Wege und Treppen ausgebessert. Es handelt sich um fünf langzeitarbeitslose Männer im Alter von 28 bis 48 Jahren in einem Beschäftigungsprojekt bei der KEB im Kreis Saarlouis. Im Auftrag des Bistums Trier führen sie in Pfarreien größere und kleinere Arbeiten durch. Jetzt wurde das Projekt offiziell vorgestellt. Der KEB-Vorsitzende Horst Ziegler begrüßte auf dem Hasenberg neben Dechant Haser den Bischöflichen Bevollmächtigten für die Aktion Arbeit Dr. Hans Günther Ullrich, sowie Rudi Hammes und Andrea Steyven, ebenfalls von Arbeitslosen-Solidaritätsfonds des Bistums, Harald Biesel von Jobcenter Saarlouis und Jörg Wilhelmy von der Gemeinde Ensdorf. Ziegler bedankte sich bei den fünf Projektmitarbeitern für ihre Leistung und bei den Geldgebern für die Unterstützung.

Dr. Ullrich überreichte für das Bistum Trier als erste Rate einen Scheck über 40.000 Euro. „Arbeitslosigkeit ist schlecht, Langzeitarbeitslosigkeit ist furchtbar, Arbeit ist etwas sehr Wertvolles“, sagte der Beauftrage für die Aktion Arbeit. Angesichts der derzeit guten Beschäftigungsentwicklung gerieten die Langzeitarbeitslosen in der gesellschaftlichen Wahrnehmung in den Hintergrund. Das Bistum unterstütze drei Projekte über fünf Jahre mit 100.000 Euro pro Jahr aus Mitteln des Bischöflichen Stuhls. Von den 40.000 Euro für das KEB-Projekt im Kreis Saarlouis erhoffe man sich einen „Piloteffekt“. Dr. Ullrich forderte die Pfarreien auf, Arbeiten bei dem Projekt in Auftrag zu geben.

Nach Angaben des KEB-Geschäftsführer Karl-Heinz Thieser erfolgt die Finanzierung des Projekts auf ein Jahr im Rahmen der Beschäftigungsförderung gemäß § 16e SGB II durch das Jobcenter Saarlouis und das Landesprogramm „Arbeit für das Saarland“. Diese Unterstützung erhält jeder Betrieb, der Langzeitarbeitslose einstellt. Damit allein, ohne das Geld vom Bistum und trotz eines KEB-Eigenanteils von 5.000 Euro wäre das Projekt jedoch nicht durchführbar, erklärte Thieser. Er erläuterte, dass das Projekt den Gemeinden für ausgeführte Arbeiten 120 Euro pro Arbeitstag in Rechnung stelle. Den Mitarbeitern bescheinigte Thieser sehr gute Arbeit und hohe Zuverlässigkeit. Sie seien auch für andere Arbeitgeber geeignet, brauchten aber eine längerfristige Perspektive durch Lohnkostenzuschüsse.

Dass dadurch nicht nur längst überfällige Arbeit erledigt wird, sondern auch Menschen eine Perspektive eröffnet wird, machten die Gespräche mit den Projektteilnehmern Frank Immig, Manfred Junk, Peter Reichert, Moritz Bach und Jörg Schönberger deutlich. Die Männer haben in den letzten Jahren einige Enttäuschungen erlebt, aber jetzt sind sie wieder alle motiviert. Die Firma, in der Immig beschäftigt war, ging pleite. Junk, gelernter Garten- und Landschaftsbauer, hofft, eine Stelle zu finden, weil er bei verschiedenen Gewerken in dem KEB-Projekt seine Fachkenntnisse einsetzen und noch verbessern kann. Schönberger ist froh, dass er Arbeit hat: „Sonst kann man sich ja gar nichts leisten.“

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