Bistum Trier
Donnerstag, 14. September 2017

Besinnung auf das Kreuz führt die Konfessionen zusammen

Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Trier

Trier - Das Kreuz verbindet alle Konfessionen und kann sie näher zusammenbringen. Das ist das Resümee der Mitgliedversammlung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) im September in Trier. Als Zeichen dieser Gemeinsamkeit nahmen die Delegierten am 14. September am Ökumenischen Gottesdienst der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zum „Kreuzerhöhungsfest“ in der Konstantinbasilika in Trier teil. Die 50 Delegierten zogen zudem eine positive ökumenische Bilanz des Jubiläumsjahres 500 Jahre Reformation.

Es sei eine tiefere Weisheit, das Kreuzerhöhungsfest in diesem Jubiläumsjahr der Reformation ökumenisch zu feiern, sagte der evangelische Theologieprofessor Bernd Oberdorfer (Augsburg) vor der Mitgliederversammlung der ACK. Ursprung und Anlass des Festes seien zwar für „reliquienabstinente Lutheraner kein Grund zu feiern, die theologische Ausdeutung ist über jeden Zweifel erhaben“, so Oberdorfer. Denn theologisch würden alle Konfessionen der Bedeutung des Kreuzes zustimmen können: „Von Gott kann man nicht sprechen ohne das Kreuz“, sagte der Theologieprofessor. „Gott ist in Jesus Christus Mensch geworden und hat sich selbst im Kreuz den Leiden bis zum Tod hingegeben.“ Damit habe sich Gott dem Menschen an die Seite gestellt und durch seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung den Tod und die Sünde überwunden. Die Konzentration auf diese Bedeutung des Kreuzes bringe die Konfessionen weiter zusammen. Um diese Gemeinsamkeit deutlich zu machen, plädierten ACK-Vorstandsmitglied Erzpriester Constantin Miron, Pastor Friedrich Schneider vom Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten) und Marius Linnenborn, Direktor des Deutschen Liturgischen Instituts der Deutschen Bischofskonferenz (Trier), in ergänzenden Statements dafür, das Kreuzerhöhungsfest auch weiterhin ökumenisch zu feiern. Dabei könnten Elemente und Traditionen anderer Konfessionen die eigene bereichern. 

Die Ursprünge des Kreuzerhöhungsfestes liegen im vierten Jahrhundert nach Christus, als die Mutter des Kaisers Konstantin, Kaiserin Helena, der Legende nach das Kreuz Christi gefunden haben soll. Über der Fundstelle in Jerusalem ließ Kaiser Konstantin eine Kirche errichten, die heutige Grabeskirche. Am 14. September, dem Tag nach der Kirchweihe, wurde das Kreuz den Gläubigen erstmalig zur Verehrung gezeigt, in dem es in die Höhe gehoben – erhöht – wurde.

Eine insgesamt positive Bilanz zogen die Delegierten in einem ersten Rückblick auf die Feierlichkeiten zu 500 Jahren Reformation. An zahlreichen Orten hätten ökumenische Veranstaltungen stattgefunden und zu neuen Impulsen geführt. Aus Sicht der ACK hätte allerdings die multilaterale Beteiligung mehrerer Kirchen, vor allem bei den größeren Feierlichkeiten, noch stärker sein können. Der größte Erfolg des Reformationsjubiläums sei es, dass man das Fest ökumenisch begangen habe und die Kirchen enger zusammengewachsen seien. „Es wurde nicht die Trennung gefeiert, sondern der Reichtum unseres Glaubens, den die Reformatoren von der gemeinsamen Quelle her erneuern wollten“, sagte Bischof Karl-Heinz Wiesemann, Vorsitzender der ACK in Deutschland. Er zeigte sich sehr dankbar für die ökumenische Weitung der Feierlichkeiten. Nun gelte es, weitere Schritte zu gehen: „Mögen die vielen Verpflichtungen, die vielen Gesten, die wir in diesem Jahr ausgetauscht haben, nun weiter Früchte tragen, und uns gemeinsam immer m ehr zusammenbringen.“ 

Die Mitgliederversammlung ist das oberste beschlussfassende Leitungsorgan der ACK. Sie besteht aus den 50 Delegierten der Mitglieder und Gastmitglieder sowie ständigen Beobachtern, die von den Kirchen für die Dauer von fünf Jahren benannt werden. Die Mitgliederversammlung der ACK tagt in der Regel zweimal jährlich, im Frühjahr und im Herbst.   

(red)

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