Bistum Trier
Donnerstag, 4. Mai 2017

Das Pfarrbüro als Fenster

Begegnungstag der Pfarrsekretärinnen und Pfarrsekretäre

 

 

Trier – „Sie haben alle einen Platz gefunden, es sich bequem gemacht. Jetzt rufen wir Sie heraus“, kündigt Gemeindereferentin Monika Bauer-Stutz an. Dann folgt ein Platztausch in der fast komplett gefüllten Jesuitenkirche in Trier. Für kurze Zeit ist es während dieses Wortgottesdienstes gar nicht still, denn die Teilnehmenden tauschen sich angeregt über das, was sie gerade erleben, aus. Dem Leitwort der Heilig-Rock-Tage entsprechend, haben sich über 180 Pfarrsekretärinnen und Pfarrsekretäre aus dem Bistum am 2. Mai zu einer Begegnung herausrufen lassen aus ihrem Alltag. „Es ist ein Risiko, aus dem Gewohnten und Alltäglichem herauszutreten. Sie haben sich darauf eingelassen und alle wieder einen Platz gefunden. Das Risiko hält sich also in Grenzen“, sagt Bauer-Stutz. Auch wenn im ersten Moment danach viele Gefühle, von Freude bis hin zu Unsicherheiten oder Groll, auftreten könnten. Zum Schluss des Gottesdienstes erhalten die Pfarrsekretärinnen und -sekretären eine Prisma-Scheibe, die - ins Licht gehalten - die Vielfalt der Farben und Kraft ausdrücke.

Danach geht es zu Begegnung und Austausch zum Stand der Umsetzung der Synode im Begegnungszelt im Priesterseminar. Dr. Gundo Lames, Direktor des Bereiches Ziele und Entwicklung im Bischöflichen Generalvikariat, macht mit Blick auf die anstehenden Veränderungen im Bistum deutlich, dass diese Berufsgruppe diejenigen Mitarbeiter seien, „die an vorderster Stelle dies mitbekommen und gefragt werden.“ Das Prisma spiele auch hier eine wichtige Rolle, erklärt Christian Heckmann, Prozessleiter der Synodenumsetzung: Die Umsetzung der Synode sei „der Versuch, gemeinsam ein Prisma zu nehmen und zu schauen: Wo entdecken wir Farben, Leben und Vielfältigkeit?“

Die Pfarrsekretärinnen und -sekretäre schauen auch in ihre berufliche Zukunft, äußern Wünsche und Sorgen. Angesprochen werden unter anderem die geplante neue territoriale Gliederung, die Position ihrer Berufsgruppe in den Pfarreien der Zukunft, Ansprechpartner vor Ort sowie die ehrenamtlichen Strukturen und Angebote in Pfarreiengemeinschaften. „Sie alle tragen in ihrer Weise in der Kirche Verantwortung. Wir werden sie in andere Formen überführen, aber von der wichtigsten Aufgabe - in Kontakt mit den Menschen zu sein - wird nichts weggenommen“, erläutert Heckmann. Dass Pfarrsekretärinnen und -sekretäre nicht nur verwaltungstechnische Aufgaben haben, sondern sehr oft auch die erste pastorale Anlaufstelle sind, bejahen alle Teilnehmenden. Pfarrbüros seien die Fenster der Kirche, wie es eine Pfarrsekretärin formulierte. Dr. Gundo Lames versichert, dass sich nicht alles ändern wird: „Es wird neue Fenster geben. Das Pfarrbüro wird seines nicht verlieren, sondern durch andere ergänzt werden.“

(red)

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