Bistum Trier
Donnerstag, 2. November 2017

Den Blick und das Herz geweitet

Bischof Ackermann spricht beim Festakt zum Reformationsjubiläum

Saabrücken – Beim Festakt zum 500. Jubiläum der Reformation am Vorabend des Reformationstags in der Ludwigskirche in Saarbrücken sprach Bischof Dr. Stephan Ackermann in seiner Festrede den evangelischen Christen seine Glückwünsche aus und wünschte ihnen Gottes Segen.

Ackermann begrüßte, dass das Jubiläumsjahr nicht als Lutherfest, sondern als Christusfest begangen wurde. „Christus ist unsere verbindende Mitte“, betonte der Bischof. „Er verbindet alle, die als Christen seinen Namen tragen. Ihn können wir gemeinsam feiern. Da spielt die Unterscheidung zwischen „Jubiläumsfeier“ und „Gedenken“ keine Rolle mehr.“ Ackermann zeigte sich dankbar für die vielen Möglichkeiten zum Austausch und der Begegnung zwischen den beiden Konfessionen. Das Jubiläum habe die Gelegenheit geboten, sich über die schon vorhandenen regelmäßigen Kontakte hinaus näher zu kommen. Außerdem habe er sich selbst stärker mit der Person Martin Luthers beschäftigt, fügte der Bischof hinzu. „Ich schaue dankbar und bereichert auf das Jubiläumsjahr zurück: Es hat meinen Blick und mein Herz geweitet. Auf der Basis dessen, was gewachsen ist, lässt sich weiterbauen, davon bin ich fest überzeugt.“ (Wortlaut des Grußwortes)

Bischof Ackermann hob insbesondere die Bedeutung der Ökumene hervor. Das 500. Jubiläum der Reformation sei das bisher ökumenischste Jubiläum aller Zeiten gewesen, so der Bischof. „Wir haben Zukunft und sind glaubwürdig – als evangelische, freikirchliche, orthodoxe oder katholische Christen –, wenn die Menschen in der Begegnung mit uns spüren, dass wir aus einer wirklichen Verbundenheit mit Jesus Christus leben, der für uns nicht Vergangenheit ist, sondern der Lebendige, der Auferstandene, der Weggefährte an unserer Seite. Zum großen Ziel der Einheit der Kirchen gibt es keine Alternative.“

Neben dem Trierer Bischof sprach auch Saarlands Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer im Anschluss an den Festgottesdienst, der im Fernsehen übertragen wurde. „Ich bin froh, dass wir ein Land sind, in dem Religion und diejenigen, die sich religiös engagieren, einen Platz haben und die Freiheit, die Religion auszuüben jedem garantiert wird“, sagte die Ministerpräsidentin. „Mein Kompliment dafür, dass es in diesem Jahr nicht nur um Luther und die Folgen der Reformation ging. Sie haben deutlich gemacht, was die Reformation für uns heute bedeutet und was uns heute verbindet. Ich hoffe, dass wir jedes religiöse Fest gemeinsam feiern können.“

Zum Festgottesdienst in der evangelischen Ludwigskirche war neben dem Trierer Bischof auch Saarbrückens Dechant Benedikt Welter zu Gast. Aus der Politik waren zahlreiche Vertreter der Parteien, des Landtags, der Landesregierung sowie der Kommunalpolitik vertreten.

(dh)

Lutherischer Weltbund und Päpstlicher Rat zur Förderung der Einheit der Christen haben zum Schluss des Gedenkjahres eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht...

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