Bistum Trier
Donnerstag, 9. November 2017

Den Rücken der Gläubigen stärken

Bistum Trier unterstützt Kirchenbau in Schweden

Trier – Dicht gedrängt stehen die Menschen in der Kirche. Die Gläubigen singen laut mit und recken gleichzeitig die Köpfe, um über die vielen Menschen hinweg einen Blick in den Altarraum werfen zu können – für die Kirchenbesucher der chaldäisch-katholischen Gemeinde im schwedischen Södertälje ist diese beengte Situation ganz normal. Doch die Kirche im Bistum Stockholm ist viel zu klein. Daher werden seit 2011 eine neue Kirche und ein Gemeindezentrum gebaut. Diese Projekte werden unter anderem durch Spenden aus dem Bistum Trier unterstützt.

Der Generalvikar des Bistums Trier, Dr. Ulrich Graf von Plettenberg, ist beeindruckt vom Zusammenleben der Gemeinde in Södertälje, die er während einer Tagung der deutschsprachigen Generalvikare erleben durfte. „Ich traf in Schweden auf eine katholische Kirche, die in einer extremen Diaspora lebt. Die Kirche ist materiell arm, aber im Gegensatz zu vielen europäischen Ländern wächst sie sehr stark.“

Mit Hilfe des Bonifatiuswerkes, das in enger Abstimmung mit den Bischöfen katholische Christen in der Diaspora unterstützt, werden die Bauprojekte in Södertälje durchgeführt. „Viele der schwedischen Katholiken sind Flüchtlinge. Daher leistet das Bonifatiuswerk einen wichtigen Beitrag zur Integration“, erklärt von Plettenberg. Deswegen möchte der Generalvikar die Bauprojekte der Gemeinde, die 5.000 Gläubige zählt, unterstützen. 5.000 Euro spendet das Bistum an die schwedische Gemeinde.

„Dass diese Integration – als Einheit in bunter, katholischer Vielfalt – hier gelingt, konnte ich augenfällig erleben“, bestätigt Stephan Wolff, Vorsitzender des Bonifatiuswerkes im Bistum Trier und Pfarrer in Koblenz, der die Gemeinde vor zwei Jahren besuchte. „Unser Ziel ist es, die Flüchtlinge nicht alleine zu lassen, sondern ihnen in ihrem Glauben den Rücken zu stärken. Dadurch werden sie auch ermutigt, sich in ihrer neuen und sehr säkular geprägten Umgebung zu Hause zu fühlen“, erklärt Generalsekretär Monsignore Georg Austen, warum das Bonifatiuswerk sich in Södertälje einsetzt. Die chaldäisch-katholische Kirche ist eine ost-katholische Kirche mit ost-syrischem Ritus. Sie steht in voller Gemeinschaft mit der katholischen Kirche, in Verbundenheit mit dem Papst. Die rund 2,5 Millionen Mitglieder leben vor allem im Irak, in Syrien und in der Türkei.

Es werden weitere Spenden für Södertälje benötigt - und auch für Gebiete in Nordeuropa, dem Baltikum, aber auch in Deutschland, in denen Menschen mit katholischem Glauben zur Minderheit gehören. An die Hürden und Schwierigkeiten dieser Gläubigen, die ihren Glauben leben wollen, wird insbesondere am Diaspora-Sonntag gedacht. Am 19. November wird in einer bundesweiten Kollekte für die Projekte des Bonifatiuswerkes gesammelt.

Weitere Informationen gibt es auf www.diaspora.bistum-trier.de, unter Tel.: 05251-29960 oder auf www.bonifatiuswerk.de/soedertaelje. Dort gibt es auch eine Webcam, die den Bau der neuen Kirche dokumentiert. (jf)

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