Bistum Trier
Montag, 6. November 2017

Der Krebs hat mir Zeit geschenkt, die ich vor ihm nie hatte

21. Trierer Hospiztag im Zeichen sehr persönlicher Erfahrungen

Trier - Schon der Titel des 21. Trierer Hospiztages wies auf sehr persönliche Inhalte hin: „Dein Sterben – mein Sterben. Was bewegt …?“ Wie geht der Mensch mit seiner eigenen Sterblichkeit und dem Wissen darum um? Verschiedene Sichtweisen auf das Thema wurden vorgestellt. Aus der ganzen Region Trier, dem Saarland und Luxemburg kamen die 250 Teilnehmer ins Robert-Schuman-Haus, so viele, wie noch bei keinem der vorherigen Hospiztage.

Hildegard Eynöthen, Referentin Hospiz beim Diözesan-Caritasverband, begrüßte die Besucher des diesjährigen Hospiztages, besonders die Altenpflegeschüler der Geschwister-Scholl-Schule Saarburg, die in ihrem zukünftigen Berufsleben mit diesem Thema konfrontiert werden. Veranstalter der Hospiztage ist ein Verbund von Institutionen, die sich in der Versorgung und Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen engagieren.

Das Impulsreferat hielt Prof. Dr. Birgit Heller vom Institut für Religionswissenschaft der Universität Wien. Sie begann ihren Vortrag mit persönlichen Worten zu ihren eigenen Erfahrungen mit dem Tod. „Der Tod ist der Anlass, sich mit dem Leben auseinander zu setzen.“ so Heller und umriss das Bemühen der Menschen dem Tod zu entrinnen oder ihn zu erklären. Für den Menschen bedinge „die Angst um sein Leben die Sehnsucht nach Unsterblichkeit.“

Sehr private Einblicke in ihren Umgang mit einer Krebserkrankung gaben Stefanie Brech und Martin Schmitz. Beide werden von Carlita Metzdorf-Klos, Leiterin der Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz psychosozial begleitet. Es waren bewegende, traurige und auch lustige Beschreibungen von Betroffenen. „Der Krebs hat mir Zeit geschenkt, die ich vor ihm nie hatte.“ fasste Schmitz seine Gedanken zusammen. Sein Blick auf das Leben hätte sich durch die Krankheit verändert und das „sie mir bewusstgemacht hat, dass ich mir vorher durch Beruf und andere Aufgaben keine Zeit genommen habe zu reisen, Menschen zu treffen, … zu leben.“

Den Bilderzyklus eines Sterbenden „Wo Worte nicht reichen“ stellte Dr. Renate Langenbach, Palliativmedizinerin am Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen, vor. Ein Bäcker, der vor seiner Erkrankung noch nie einen Zeichenblock und Malstifte in der Hand hatte, gab seinen Gefühlen mit Bildern Gestalt. Deutlich wurde in diesem Zyklus die seelische Entwicklung des Mannes bis kurz vor seinem Tod. Die Motive, der Aufbau, die Farben veränderten sich. Jeder Betrachter, sei er auch noch so professionell, wurde von der Tiefe dieser Darstellungen emotional erfasst. Es wurde deutlich, dass der Mensch in der Begleitung immer „ganzheitlich“ gesehen werden müsse.

Musikalisch abgerundet wurde der Tag von Jian Cao, Klavier, und Eva Maria Amann, Gesang. Der 22. Trierer Hospiztag findet am 17. November 2018 statt.

(red)

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