Bistum Trier
Mittwoch, 14. Juni 2017

Die Welt nicht vor die Hunde gehen lassen

Bischof pilgert mit 500 Gläubigen zur Waldkapelle in Kisselbach

Kisselbach – In diesem Jahr gedenken die katholischen Gläubigen bei den Lichterprozessionen zur Kisselbacher Waldkapelle besonders der Marienerscheinungen im portugiesischen Fatima vor 100 Jahren. Der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann hat die Pilger am 13. Juni begleitet.

Die Feierlichkeiten begannen zunächst mit einer Heiligen Messe in der St. Apollonia Kirche in Kisselbach, dann machten die Gläubigen sich auf dem Weg zum Marienheiligtum im Wald, ehe der Abschluss in der Kirche gefeiert wurde.

„So voll habe ich die Kirche noch nie gesehen“, schilderte Philipp Wald seine ersten Eindrücke, als er die zahlreichen Gläubigen in der überfüllten Kisselbacher Kirche sah. Der Zwölfjährige ist einer von acht Messdienern, die bei der Lichterprozession ministrierten. Zu Beginn begrüßte Pfarrer Phu-Tho Mai aus Rheinböllen Bischof Ackermann, der von einer Konferenz in Bonn angereist kam, um mit den Gläubigen zu feiern. Weitere Konzelebranten waren Zisterzienserpater Anselm vom Kloster Nothgottes bei Rüdesheim und Diakon Clemens Fey. Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst vom Kirchenchor Kisselbach unter der Leitung von Heinz Vogel, Organist Mathias Henrich, Sascha Heinen und Kantorin Barbara Kaster.

Bischof Ackermann freute sich über die große Anteilnahme der rund 500 Pilger: „In dieser wunderschön geschmückten Kirche dürfen wir zusammen an diesem Abend feiern und das Wort Feierabend in seiner eigentlichen Bedeutung erfahren“, freute sich Bischof Ackermann. Nach der Feier der Heiligen Messe zogen die Pilger singend und betend mit Kerzen zu dem Marienheiligtum. Die musikalische Gestaltung während der Prozession übernahm die Pfarrkapelle Lingerhahn unter der Leitung von Dirigent Frank Seeliger.

In seiner Ansprache ging Bischof Ackermann auf die Marienerscheinungen ein: „Sie sind keine Kindergeschichte. Die Botschaften sind eigentlich zu ernst für Kinder, denken wir an die Vision der Hölle, von Unglücken und Katastrophen. Wenn wir die Geheimnisse betrachten, wird uns ein Szenario des Schreckens geschildert.“ Maria wollte aber nicht erschrecken, sondern die Menschen aufrütteln: „Gott hat uns die Freiheit gegeben, die Welt zu gestalten. Wir sollen uns nicht kleinmachen und ängstigen, nicht die Welt vor die Hunde gehen lassen, sondern wir sollen Verantwortung übernehmen.“ Der Bischof ging auch auf die aktuelle Situation in der Welt ein: „Die Botschaft von Fatima ist aktueller denn je, denken wir an den Terror des IS oder die Hungersnot am Horn von Afrika“, forderte Ackermann.

Nach dem Angelus-Gebet zogen die Gläubigen wieder zurück zur Kirche in Kisselbach. Dort empfingen die Pilger den sakramentalen Segen. Hier bedankte sich die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Lucia Schorn bei den vielen Helfern, die die Veranstaltung erst möglich gemacht haben, unter anderem der Freiwilligen Feuerwehr Kisselbach, dem Malteser Hilfsdienst Simmern und dem eigens für diese Feier gegründeten Arbeitskreis „Fatima-Jubiläum“.

Die nächste Lichterprozession findet am Donnerstag, 13. Juli, mit Militärpfarrer Marius Merkelbach aus Saarlouis statt. Beginn ist um 19 Uhr mit einer Heiligen Messe in Kisselbach.

Mehr Informationen gibt es bei Lucia Schorn unter Tel.: 06766-408 und auf www.pfarreiengemeinschaft-rheinboellen.de  

(red)

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