Bistum Trier
Mittwoch, 21. Juni 2017

Ein Netzwerk für Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe

Dekanat veranstaltet „Abend der Hilfe und Integration“ in Welschbillig

Welschbillig – Wer kennt sich aus mit den rechtlichen Regelungen rund um das Asylverfahren? Wo finde ich Hilfe, wenn es um Ausbildung und Arbeit geht? Wer kann zu Themen der Gesundheit beraten? Immer wieder werden Ehrenamtliche bei ihrer Arbeit mit geflüchteten Menschen mit Fragen aus diesen drei Themenbereichen konfrontiert. Dazu hat das Dekanat Schweich-Welschbillig am 19. Juni einen „Abend der Hilfe und Integration“ für die Verbandsgemeinde (VG) Trier-Land angeboten.

Gerade in der ehrenamtlichen Tätigkeit mit geflüchteten Menschen braucht es starke Netzwerke. Das wissen auch die Helfer in der VG Trier-Land, die seit 2015 in der Gruppen unter dem großen Dach des „willkommens-netz.de“ im Bistum Trier aktiv sind. Claudia Schneider, Michael Ludwig und Frank-Peter Holz aus Daufenbach engagieren sich „auf der Fidei“, also rund um Zemmer. Sie begleiten Familien, geben Deutschkurse und leisten wertvolle Beiträge zur Integration der Neubürger. An diesem Abend sind sie nach Welschbillig gekommen, um Ansprechpartner der Regeldienste kennenzulernen, sich über Möglichkeiten der Unterstützung zu informieren und sich auszutauschen mit anderen Ehrenamtlichen.

„Wir wollen mit dem Angebot des Info-Abends den Druck von den ehrenamtlich tätigen Menschen nehmen, sie müssten alles selber erledigen“, informieren die Organisatoren Roland Hinzmann und Andreas Flämig über ihre Intention. Der Pastoralreferent und der Ehrenamtskoordinator für das Kreisprojekt Flucht und Asyl haben Ansprechpartner aus den unterschiedlichen Bereichen eingeladen. „Diese Menschen, insgesamt rund 100 in der VG, brauchen immer wieder Impulse für ihre Arbeit“, betont Hinzmann. Damit die Gemeinwesenarbeit auf Augenhöhe mit den geflüchteten Neubürgern gut gestaltet werden könne, sei es wichtig, um die Möglichkeiten der Unterstützung durch Regeldienste zu wissen. Wo man eine Übersicht über Integrations- und Sprachkurse am Nachmittag finde, fragt eine Teilnehmerin in der Runde zu den Themen Ausbildung-Studium-Arbeit. Sie betreue eine syrische Familie, in der die Frau früher als Grundschullehrerin arbeitete. Der Mann habe Arbeit, ein Kind geht in den Kindergarten, das Kleine sei zuhause. „Also sitzt die Frau daheim, möchte aber so gerne lernen, später vielleicht sogar studieren.“  

Aziz Yüksek, Integrationsreferent des Akademischen Auslandsamtes der Universität Trier, nennt eine Möglichkeit: Die Uni biete einen Online-Sprachkurs für Flüchtlinge an, in dem sie mit freier Einteilung von Zeit und Pensum arbeiten können. Von einen speziellen Frauen-Integrationskurs mit Kinderbetreuung bei der Volkshochschule Trier weiß Katharina Moik, Leiterin des Jugendmigrationsdienstes beim Caritasverband. Tobias Weyrich, Arbeitsvermittler Migration bei der Agentur für Arbeit Trier, rät in solchen Fällen grundsätzlich zur Kontaktaufnahme mit dem zuständigen Jobcenter. „Da werden in aller Regel Lösungen gefunden.“

Einige der konkreten Fragen der Ehrenamtlichen können an dem Abend direkt und unbürokratisch beantwortet werden. Darüber hinaus werden Visitenkarten für den gezielten Kontakt sowie Flyer ausgetauscht. Maria Schwickerath und Josefa Ferring aus Igel sind dankbar für gezielte Informationen zu beruflichen Möglichkeiten, die sie an ihre „Schützlinge“ weitergeben können. Auch die drei Ehrenamtlichen von der Fidei sind zufrieden mit dem Abend. „Wir nehmen viele Tipps und Anregungen mit nach Hause, und haben einen guten Überblick gewonnen, wohin wir uns mit Fragen und Problemen wenden können“, resümiert Claudia Schneider.

(red)

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