Bistum Trier
Dienstag, 21. November 2017

Ein Zeichen für die Opfer

Gedenken zum Europäischen Tag des Kinderschutzes

Schwalbach – „Wir wollen, dass Kinder geschützt werden. Wir stehen zu allererst auf der Seite der Opfer.“ So hat sich Pfarrer Hans-Georg Müller in der Sonntagsmesse in der Kirche St. Martin in Schwalbach an seine Gemeinde gewandt. Aus Anlass des Europäischen Tags des Kinderschutzes griff Müller das Thema Kinderschutz in seiner Predigt auf.

„Habt Mut, Kinder des Lichtes zu sein, sagt der Apostel Paulus. Der Papst würde sagen, das heißt, ein Kind des Lichtes steht auf der Seite der Armen und der Geschundenen. Es heißt auch, Optionen zu treffen. Wir wollen die Option für Kinder treffen. Als Christen wollen wir aus Fehlern lernen, auch aus Fehlern, die in der Kirche gemacht wurden.“ Müller betonte, man wolle dazu ermutigen, alles zu tun, damit Kinder in unserer Gesellschaft geschützt werden. Er lud die Gemeinde im Anschluss an den Gottesdienst ein, gemeinsam in einer Prozession zum Friedhof hinter der Kirche zu ziehen. „Nehmen sie sich eine Kerze als Zeichen der Solidarität und der Hoffnung, als Zeichen unserer Option für die vielen Opfer. Für eine Welt, in der Kinder ohne Gewalt leben können.“ Rund siebzig Männer, Frauen und Kinder folgten Pfarrer Müller auf den Friedhof zu der Gedenkstele für die Opfer von Kindesmissbrauch, die im Sommer dieses Jahres dort errichtet wurde. Sie entzündeten Kerzen, die sie am Fuß der säulenartigen Stele niederlegten, und beteten in einer kurzen Andacht für alle Kinder, die Opfer von Missbrauch und sexueller Gewalt geworden sind.

Der Europäische Tag zum Schutz vor sexueller Ausbeutung und sexueller Gewalt stand in diesem Jahr unter dem Thema „Würde des Kindes in der digitalen Welt“. Dabei sollte vor allem auf den Missbrauch von Kindern in sozialen Netzwerken aufmerksam gemacht werden. Bei einer Fachtagung der Deutschen Bischofskonferenz zu Fragen sexuellen Missbrauchs in Köln betonte Bischof Dr. Stephan Ackermann, dass man im Bemühen, dieses Thema wach zu halten, nicht nachlassen dürfe. Jede Mitarbeiterin, jeder Mitarbeiter bis hin zum Bischof stehe in der Verantwortung, die Kirche zu einem sicheren Raum für Kinder und Jugendliche zu machen. Als Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes forderte Ackermann weiterhin Engagement in der Prävention gegen sexuelle Gewalt.

Weitere Informationen. www.praevention.bistum-trier.de

(dh)

 

 

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