Bistum Trier
Donnerstag, 13. Juni 2013

Engel und Fräsmaschinen

Weihbischof Robert Brahm zu Besuch bei der ESH Püttlingen

Püttlingen – Bei einem „Engel“ hat Weihbischof Robert Brahm am 13. Juni einen Besuch gemacht. Auf seiner aktuellen Visitationsreise durch das Dekanat Völklingen war der Weihbischof zu Besuch bei der Erwerbslosenselbsthilfe Püttlingen (ESH). Birgit Biehl, stellvertretende Vorsitzende der ESH und Geschäftsführer Klaus Zimmermann führten ihren prominenten Gast durch die Werkstätten am Standort „Zur Bergehalde“.

Die Schreinermeisterin Karolina Bohlen und Schreinermeister Armin Ziegler vermittelten einen Überblick über ihre Werkstatt und Techniker Armin Berndt gab einen Einblick in die Kunst der Metallbearbeitung. An einer hochmodernen CNC-Fräse zeigte der Werkzeugmacher Roland Dahm Weihbischof Brahm die Möglichkeiten seiner programmgesteuerten Maschine. Das Besondere: In der Fräse wurde ein Relief eines Engels aus Edelstahl geformt. „Die ESH ist ein guter Engel“, meinte Brahm danach. Hier werde im Sinne von Qualifizierung, Ausbildung oder Beschäftigung gute Arbeit geleistet. Weihbischof Brahm, selbst aus einem Handwerksbetrieb stammend, interessierte sich auch für die weiteren Arbeitsbereiche am Standort, ob im Gespräch mit Abdurrezak Camtay an der Drehbank oder mit Martin Albert, der als Industriemechaniker bei der ESH in einer Verbundausbildung an einer modernen Fräßmaschine arbeitet. Stationen waren auch die Schlosserei und die Küche.

Rudi Hammes, Geschäftsführer der Aktion Arbeit im Bistum Trier, beim Besuch ebenso mit dabei wie die Fachkonferenz „Arbeitslosigkeit als pastorale Herausforderung“ des Dekanates Völklingen, lobte die ESH als einen der verlässlichsten Partner des Bistums auf dem Feld der Solidarität mit arbeitslosen Menschen. Das habe sich in vielen gemeinsamen Aktionen gezeigt, von der Solidaritätsarbeit für Arbeitslose beim Deutschen Katholikentag 2006 in Saarbrücken bis zur Aktion „Schaffrock“ im letzten Jahr während der vierwöchigen Heilig-Rock-Wallfahrt in Trier. Gemeinsam fordere man schon lange die Schaffung von Arbeit für Langzeitarbeitslose. Leider wisse derzeit niemand, was im nächsten Jahr geschehe, wenn die erst vor einigen Jahren geschaffene „Bürgerarbeit“ in der Förderung durch den Bund auslaufe. Hier hätten die Betroffenen Klarheit verdient. Es brauche diese geförderten Arbeitsmöglichkeiten auch weiterhin. Es sei eben nicht alles und in jedem Fall mit Qualifizierung oder Integration in den ersten Arbeitsmarkt zu lösen, meinte Hammes.

Weihbischof Brahm meinte in Anspielung auf die Kurzlebigkeit mancher Maßnahmen für Langzeitarbeitslosigkeit, es sei wohl deprimierend, wenn man beim Aufbau eines Projektes schon den Abriss vor Augen haben müsse. Er dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der ESH für deren Wertschätzung gegenüber arbeitslosen Menschen. Für die Politik wünschte er sich „mehr Entscheidung mit Erkenntnis von unten“. Birgit Biehl dankte dem Weihbischof für den Besuch und sein „wirkliches Interesse“ an der hier geleistet Arbeit. Und als Zeichen der Dankbarkeit gab es zum Schluss den Besuch eines bereits Bekannten: Werkzeugmacher Dahm überbrachte den fertigen „Edelstahlengel“, poliert und als Andenken an den Besuch bei der ESH.

Weiteres:

News Details