Bistum Trier
Freitag, 11. April 2014

Flüchtlinge nicht allein lassen

Bistum und Diözesan-Caritasverband wollen Flüchtlingshilfe stärken

Trier – Austausch, Vernetzung und das Formulieren des Unterstützungsbedarfs durch das Bistum Trier und den Diözesan-Caritasverband (DiCV) haben im Mittelpunkt der „Konferenz Flüchtlingshilfe“ am 10. April in Trier gestanden. Bistum und Caritasverband hatten eingeladen, und über 80 Frauen und Männer aus Pfarreien, Dekanaten, Caritasverbänden und Einrichtungen sind zusammengekommen. Dass es schon zahlreiche Initiativen gibt, die Flüchtlinge willkommen heißen, begleiten und unterstützen, zeigten Beispiele aus Neunkirchen, Simmern, Saarburg, Saarbrücken oder dem Maifeld. Deutlich wurde aber auch, dass es vielfach an Unterstützung, personellen Ressourcen und Geld fehlt.

Der Generalvikar des Bistums Trier, Dr. Georg Bätzing, betonte, die Konferenz sei kein Anfang, sondern ein „Sammlungspunkt“. Ziel des Treffen sei es, eine Klärung herbeizuführen: „Was sollen wir tun, was können wir tun?“ Die bereits vorhandenen Initiativen sollen zu einem Konzept zusammengeführt werden. Zwar zeige sich, „wie hilflos wir und auch die Politik oftmals sind“. Doch man wolle die Chance nicht verpassen, „die uns durch den Anruf Jesu Christi aufstehen lässt“. „Wir als Christen wollen uns ansprechen lassen aus unserer innersten Überzeugung heraus.“ Hans Casel vom Arbeitsbereich Gesellschaft und Politik im Bischöflichen Generalvikariat (BGV) Trier erklärte, man wolle zunächst schauen, was die Menschen, die als Flüchtlinge ins Bistum kommen, brauchen und was der Auftrag der Kirche sei. Lokale Probleme sollten vor Ort gelöst werden. Dabei soll es keine Alleinzuständigkeiten geben, es gelte das Prinzip der Vernetzung. Der benötigte Unterstützungsbedarf solle sichtbar gemacht werden. Als mögliche Aktionsfelder schlagen die Arbeitsgruppe, zu der neben Casel Abteilungsleiter Dr. Hans Günther Ullrich (BGV), der Trierer Caritas-Geschäftsführer Bernd Kettern und Willi Mayer vom DiCV gehören, die Erarbeitung einer Willkommenskultur, die Stärkung der Integration vor Ort und die politische Arbeit vor. Unterstützung von Seiten des Bistums und des DiCV könnten etwa durch die Bereitstellung von Informationsmaterial, das Angebot von Schulungskonzepten oder im finanziellen Bereich erfolgen.

Die Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmer formulierten in Arbeitsgruppen ihre Sicht der Dinge und benannten den Unterstützungsbedarf: Neben der finanziellen Hilfe wurde vor allem eine klarere Positionierung des Bistums und des Caritasverbandes zur Flüchtlingsthematik gefordert, auch im Sinne einer Lobbyarbeit. Die Kirche solle Flüchtlinge selbst zu Akteuren machen, es müsse eine stärkere Vernetzung zwischen Caritas und Pastoral geben, und auch die ökumenische Zusammenarbeit könne hilfreich sein.

Sprachförderung und die Wohnraumsituation von Flüchtlingen wurden mehrfach als Felder mit großem Handlungsbedarf benannt. Mit Blick auf die weitere Arbeit sagte Dr. Ullrich am Ende der Veranstaltung, man werde die Ergebnisse der Tagung auswerten, ehe der Bistumsleitung ein Handlungskonzept vorgelegt werde.

Informationen und Ansprechpartner: Hans Casel, Tel.: 0651-7105-384, E-Mail: hans.casel(at)bgv-trier.de und Willi Mayer, Tel.: 0651-9493-236, E-Mail: mayer-w(at)caritas-trier.de

 

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