Bistum Trier
Montag, 14. April 2014

Frischer Wind durch junge Leute

FSJ-Einsatzleiterin Ulrike Goebel zum Freiwilligendienst

FSJ-Einsatzleiterin Ulrike Goebel

Friedrichsthal – Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) wird 50. Unzählige junge Leute haben seit dem Beschluss des FSJ-Gesetzes ein Jahr ihres Lebens in den Dienst der Gesellschaft gestellt. Viele haben in diesem Jahr ihre Berufsziele geändert oder ihren Traumberuf neu entdeckt. So auch Ulrike Goebel von der Caritas-Gemeinwesenarbeit in Friedrichsthal. Die heute 43-jährige Sozialarbeiterin ist im Caritasverband für Saarbrücken und Umgebung für den Einsatz der FSJ’ler zuständig. Natürlich hat sie auch selbst ein Soziales Jahr absolviert. Nach der Schule hatte sie bereits ihre Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten erfolgreich abgeschlossen als sie spürte, dass dieser Beruf vielleicht doch nicht der Richtige für sie sei. Die jahrelang „mit viel Spaß“ in der Kinder- und Jugendarbeit Engagierte begann zu überlegen, ob sie so was auch beruflich machen sollte. Und weil sie durch Erfahrung vorsichtig geworden war, beschloss sie auszuprobieren, ob die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen wirklich was wäre. So kam Goebel zum FSJ. Von September 1993 bis August 1994 arbeitete sie im Caritas-Gemeinwesenprojekt Kohlenmühl in der dortigen Jugendarbeit mit. „Durch meine fertige Berufsausbildung war ich damals 22 Jahr alt und damit eine recht alte FSJ’lerin“, erzählt die Sozialarbeiterin. Ulrike Goebel ist heute noch froh für ihre Entscheidung ein FSJ zu machen. Ihre Erfahrungen aus dem Jahr hätten ihre neuerliche Berufswahl sehr gefördert, blickt sie zurück. „Ich bin da mit armen Menschen in Kontakt gekommen und wir haben zusammen gearbeitet und gelebt. Das war für mich eine neue Welt und das hat mich positiv beeinflusst“, sagt sie und fasst zusammen: „Eines der wichtigsten Jahre in meinem Leben“. Sie habe ein Jahr lang ausprobieren können, „ohne viel Verantwortung und ohne Druck“. Nach dem FSJ studierte sie dann Sozialarbeit in Mainz und Emden und kam dann nach mehreren beruflichen Stationen wieder zur Gemeinwesenarbeit, diesmal nach Friedrichsthal. Jetzt ist sie auch für den Einsatz der FSJ’ler in der Saarbrücker Caritas zuständig und hat einen Vergleich zu ihrer Zeit. Hatte man damals ein FSJ noch sehr gezielt gesucht, so sei das heute für manche junge Leute auch ein „Plan B“, der umgesetzt werde, wenn Studienwünsche zunächst nicht erfüllt werden können oder ein Ausbildungsplatz auf sich warten lässt. Aber auch mit solcher Ausgangslage bleibe das FSJ ein lebendiges Erfahrungsfeld für das zukünftige Leben, bekräftigt die Sozialarbeiterin. Die Zahl der FSJ’ler sei eher gestiegen, informiert sie. Etwa 400 seien in den letzten Jahren in den verschiedenen Einrichtungen im Bistum Trier eingesetzt. Rund 12.000 waren es in den letzten 50 Jahren.

Warum bieten Caritas und andere jungen Leute die Möglichkeit zum FSJ? Geht es hier um billige Arbeitskräfte? Einsatzleiterin Goebel muss lachen. Ihr geht es um den „frischen Wind“ der durch die jungen Leute immer wieder in die Einrichtungen komme. „Da kommen junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einem unverstellten Außenblick zu uns und geben uns viele Gelegenheiten unsere Arbeit zu reflektieren“, sagt Goebel. So bleibe die Organisation in Bewegung. Ein Wegfall des FSJ, aus welchen Gründen auch immer, wäre ein großer Verlust, „für die jungen Leute selbst und für die Einrichtungen vor Ort“, resümiert die erfahrene Sozialarbeiterin und wünscht sich weitere 50 Jahre Freiwilligen Sozialen Dienst.

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