Bistum Trier
Sonntag, 30. April 2017

Frohe Begegnungen nach dem Gottesdienst

Heilig-Rock-Tage: Erstmals Frühschoppen-Konzerte nach dem Gottesdienst

Unerwartete Bekanntschaft: Gottesdienstbesucherin Sophia Lindacher und Pilger Reinhard Janssen

Trier – Sonntagmorgen kurz vor 12 Uhr: Reinhard Janssen kann sein Glück nicht fassen. 6 Wochen ist er gepilgert. Von Lübeck nach Trier. Und hatte keine Ahnung davon, dass ihn zum Schluss seiner Reise die Füße zu den Heilig-Rock-Tagen tragen würden. Jetzt sitzt er glücklich-beseelt im Kulturzelt am Dom und lauscht den beschwingten Klängen des Musikvereins 1920 Ruwer-Eitelsbach. „Was für eine Pilger-Tour! Was für eine Atmosphäre hier heute rund um den Trierer Dom. Ich finde gerade nicht die richtigen Worte!“ Im Überschwang der Gefühle hat er Sophia Lindacher angesprochen, die gerade aus dem Pontifikalamt im Dom kommt und lädt sie zu einem Gläschen Sekt vor der Kulturbühne ein. „Dieses Glück muss ich jetzt einfach mit jemand teilen“, lacht er, strahlt die verdutzte Seniorin aus Mertesdorf an und schon klingen die Gläser der beiden.

Erstmals gibt es im Anschluss an die sonntäglichen Pontifikalämter Frühschoppen-Konzerte im Kulturzelt vor dem Dom. Den Auftakt machen die 30 Musikerinnen und Musiker des MV Ruwer-Eitelsbach. „Wir spielen hier das erste Mal“, erzählt Dirigent Emil Sirakov, „und es macht einfach nur Spaß, weil die Leute uns zuhören.“ Sonst, so sagen Daniela und Lothar Pelzer, spielten sie in Bierzelten und seien eher Kulisse. „Aber jetzt haben wir ein wunderbares Programm zusammengestellt und spielen Stücke, die im Bierzelt untergehen würden.“ Lothar Pelzer ist seit 1969 im Orchester, seit 18 Jahren Vorsitzender und weiß, wovon er spricht. Mit viel Applaus belohnt das Publikum etwa ein Beatles-Medley und Jazz-Standards. „Das macht uns einfach nur Freude“, sagt die Drei-Generationen-Musiker-Familie Kreber. Enkel Tim, Sohn Ansgar und Opa Erhard spielen zusammen im Musikverein und empfinden es als eine große Ehre, vor der eindrucksvollen Kulisse des Trierer Doms spielen zu dürfen.

Der Musikverein Ruwer-Eitelsbach

Ein Paar nutzt die Gunst der Stunde und dreht ein Tänzchen, ein anderes summt die Melodie mit und die kleine Mia hüpft ausgelassen mit ihrer Schwester über den Holzboden. „Das ist Musik aus Nemo, unserem Lieblingsfilm“, ruft die Kleine und zupft Mama ganz aufgeregt an der Jacke. „Beyond the sea“ – noch so ein Stück, das Emil Sirakov mit seinen Musikern genussvoll intoniert. Saubere Klarinettenklänge, voluminöses Blech - Klänge, die in die Füße gehen und das Publikum in eine unbeschwerte Sonntagmorgen-Stimmung kommen lassen.

Organisator Andreas Sittmann ist sichtlich zufrieden und strahlt über das ganze Gesicht. „Das Wetter stimmt, die Musik ist wunderbar und die Menschen ringsum sind guter Laune.“ Dem Trierer Urgestein und Bänkelsänger war es wichtig, bei der Besetzung der Frühschoppen auf der Kulturbühne auf Orchester aus dem Bistum zu setzen. Er ist für das gesamte Programm auf der Bühne verantwortlich: „Bis zum 7. Mai werden wir hier auf der Kulturbühne mit einem vielfältigen Mix an Musik noch so einige Überraschungen aufbieten. Schön zu sehen, wie die Leute das honorieren.“ Der Beifall für den Musikverein 1920 Ruwer-Eitelsbach jedenfalls tönt bis weit nach draußen, wo es sich Reinhard Janssen auf einer Bank gemütlich gemacht hat, den Oberkörper lässig auf den Pilgerstab abgestützt und den Dom erforschend fest im Blick.

Die Heilig-Rock-Tage dauern noch bis zum 7. Mai. Nach dem Pontifikalamt am 1. Mai spielt auf der Kulturbühne der Musikverein Altrich auf, am 7. Mai ist der Musikverein Saarburg-Beurig zu Gast.

(red)

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