Bistum Trier
Montag, 29. Juni 2015

Gottes Menschenliebe ein Gesicht geben

Bistum Trier und Diözesan-Caritasverband feiern Tag der Patinnen und Paten

Trier – Ehrenamtliche aus Ausbildungs-, Familien- und Willkommenspatenschaftsprojekten in den Mittelpunkt stellen: Das ist das Anliegen des Tages der ehrenamtlichen Patinnen und Paten am 26. Juni im Trierer Robert Schuman-Haus gewesen. Eingeladen hatten der Arbeitsbereich Ehrenamtsentwicklung im Bischöflichen Generalvikariat Trier, die Aktion Arbeit im Bistum Trier und das Referat Engagementförderung des Diözesan-Caritasverbandes Trier.

Diözesan-Caritasdirektorin Dr. Birgit Kugel begrüßte die gut 200 Patinnen und Paten sowie Vertreter der Kooperationspartner, denn „Patenschaftsprojekte sind Kooperationsprojekte“. Es gebe zwar kein Patentrezept für die dringend benötigten Hilfen, doch sie sei sicher: „Das Patenkonzept als Form ehrenamtlichen Engagements wird überzeugen und vieles möglich machen.“ Vor drei Jahren sei die Caritas in die Patenarbeit eingestiegen, und mittlerweile gebe es an acht Standorten Ausbildungs- und an zehn Standorten Familien- und Willkommenspaten. Rund 1.200 ehrenamtlich tätige Menschen hätten etwa 1.300 Patenschaften übernommen. „Sie legen Zeugnis ab von der uns allen geschenkten Liebe Gottes und sind ganz nah bei den Menschen“, dankte Kugel den Patinnen und Paten.

Sich vom Leben anderer berühren lassen

„Hier sind Menschen, die sich vom Leben anderer berühren und herausfordern lassen“, stellte Bischof Dr. Stephan Ackermann fest. Er mache hinter dem Engagement auch eine Haltung der Dankbarkeit für das eigene Leben aus. Bei den Patenprojekten würden nicht nur praktische Hilfen vermittelt, vielmehr spürten die „Patenkinder“: Da sind Menschen, die interessieren sich für mich, ich bin wichtig. „Sie geben der Menschenliebe Gottes und der Kirche ein Gesicht“, dankte der Bischof den Ehrenamtlichen für ihren Einsatz „mit Höhen und Tiefen und auch mit Misserfolgen“. Ackermann sagte, es brauche Mut für ein solches Engagement, denn Paten setzten sich fremden Situationen aus, träfen auf Menschen aus anderen Kontexten und Milieus: „Sich darauf einzulassen ist eine Herausforderung.“ Für ihn als Bischof sei es schön zu erleben, wie und mit wieviel Herzblut sich Menschen engagierten: „Das zeigt, wie Sie für Ihr Anliegen brennen.“ Wichtig sei überdies, dass ehrenamtliches Engagement gute Begleitung findet, sagte Ackermann: „Ehrenamt ist besonders gelungen dort, wo es Unterstützung gibt.“ So sei etwa der Arbeitsbereich Ehrenamtsentwicklung im Bischöflichen Generalvikariat eine Frucht der Erfahrungen vergangener Jahre, um die Ehrenamtlichen besonders in den Blick zu nehmen, auf die Rahmenbedingungen zu schauen und darauf, dass das Ehrenamt „begleitet, wertgeschätzt und auch geschützt wird“.

Einen Impuls unter dem Titel "Unbedingt (:) zur Seite stehen" gab Dr. Gundo Lames, Direktor des Bereiches Ziele und Entwicklung im Bischöflichen Generalvikariat. Er beleuchtete Engagement und Motivation von Paten zum einen aus biblischer Sicht, denn ausgehend von Gottes unbedingter Liebe und Treue handelten auch Paten unbedingt – zum einen, weil sie selbst unbedingt etwas tun wollten, aber auch „unbedingt“ im Sinne eines bedingungslosen Beiseite stehen. Diese „unbedingte Zuwendung“ beinhalte drei Aspekte. Geben, ohne etwas zurückzufordern: Das Patenamt sei ein Geschenk. Durch die geschenkte Zeit und Mühen wertschätzten Paten ihr „Patenkinder“. Und schließlich vermittelte das Patenverhältnis Würde: „Sie machen die Beziehung nicht von Leistungsfähigkeit abhängig.“

Den Lebensweg ein Stück weit gemeinsam gehen

Zum Abschluss der Veranstaltung gab es eine gemeinsame Gebetszeit. Bischof Ackermann legte die biblische Erzählung vom barmherzigen Samariter aus und erinnerte daran, dass, als der Samariter den Verwundeten sah, es im Text heiße: „Er sah ihn und hatte Mitleid“. Noch vor der Aktion des Helfens habe sich der Samariter die Situation des Mannes „an die Nieren gehen“ lassen und sich bis ins Innerste berühren lassen. „Das ist unerlässlich für alles Engagement. Die Patinnen und Paten könnten aus der Geschichte lernen: Der Samariter steht nur für einen kurzen Lebensabschnitt dem Verwundeten zur Seite: „Er gibt das, was notwendig ist – und gibt den anderen danach frei.“ So sei es auch bei Patenschaften: Man helfe dem oder der Anderen, seinen oder ihren Weg ein Stück weit zu gehen.

Die Veranstaltung wurde musikalisch gestaltet vom Instrumentalensemble des Bischöflichen Angela-Merici-Gymnasiums Trier unter Leitung von Ulrich Krupp. Im Anschluss an die Feierstunde waren die Patinnen und Paten zu einem Grillfest eingeladen.

Ehrenamtliche Patinnen und Paten begleiten – in der Regel zeitlich befristet – Menschen in schwierigen Lebenssituationen: etwa Jugendliche bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz, Familien oder Alleinerziehende in besonderen, belastenden Situationen oder seit letztem Jahr verstärkt auch Flüchtlinge. Die Patenprojekte werden von der Caritas getragen und in Kooperationen etwa mit Kommunen, Dekanaten, Schulen und der evangelischen Kirche durchgeführt. 

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