Bistum Trier
Mittwoch, 8. Oktober 2014

Halbe Million für Langzeitarbeitslosen-Projekt

Bistum Trier zeigt Solidarität und fördert Teilhabe

Gebhardshain – Mit dem Projekt „Solidaritätswerk“ will das Bistum Trier Solidarität mit Langzeitarbeitslosen zeigen. Eine halbe Million Euro wird Bischof Dr. Stephan Ackermann in den nächsten fünf Jahren aus Mitteln des Bischöflichen Stuhls zur Verfügung stellen. Das Projekt, bei dem Teilhabejobs in ausgewählten Pfarrgemeinden des Bistums Trier entstehen, soll für die Thematik der Langzeitarbeitslosigkeit sensibilisieren. Am 7. Oktober wurde es von Weihbischof Dr. Helmut Dieser in Gebhardshain bei einer Pressekonferenz eröffnet.

Das von der Aktion Arbeit in Trier entwickelte „Solidaritätswerk“ ist zunächst auf fünf Jahre befristet. 100.000 Euro sollen aus den Mitteln des Bischöflichen Stuhls zu gleichen Teilen an drei Einzelprojekte im Bistum Trier fließen. Dabei kooperieren die Langzeitarbeitslosen mit den Pfarrgemeinden und ihren professionellen Kooperationspartnern, wie dem Caritasverband Rhein-Wied-Sieg. Im Dekanat Kirchen entstehen so in den Pfarrgemeinden Herdorf, Kirchen, Elkenroth und Gebhardshain zwölf Teilhabejobs. Neben den Mitteln aus dem Bischöflichen Stuhl wird das Projekt auch vom Diözesan-Caritasverband und dem Arbeitsbereich Ehrenamtsentwicklung des Bistums gefördert – insgesamt werden jährlich 50.000 Euro für diesen Projektstandort bereit gestellt. Teilhabe werde dabei ermöglicht, indem die Betroffenen ihre brachliegenden Fähigkeiten und Kompetenzen wieder einbringen, beispielsweise bei der Grünpflege oder in Büchereien“, schilderte Monika Lautwein, die als Caritas-Sozialpädagogin das „Solidaritätswerk“ im Dekanat Kirchen begleitet. Die Langzeitarbeitslosen könnten sich so auch etwas zu Hartz IV hinzu verdienen.

Es sei ein „eigenständiger Beitrag der Kirche, der unabhängig von der jeweiligen Arbeitsmarktpolitik agiere“, verdeutlichte Rudolf Düber, Geschäftsführer des Caritasverbands Rhein-Wied-Sieg beim Pressegespräch im Pfarrhaus Gebhardshain. Die Kirche gehe eigene Wege, um Teilhabe zu bieten. Das unterstrich auch Andrea Steyven, designierte Nachfolgerin von Aktion Arbeit-Geschäftsführer Rudolf Hammes: „Kirche reklamiert nicht nur den öffentlich geförderten Arbeitsmarkt, sondern macht selbst etwas.“ Menschen, die beispielsweise aus vielschichtigen Gründen vom „normalen“ Leben ausgegrenzt seien, sollen bei den von Pfarrgemeinden zu schaffenden Teilhabejobs und flankiert von Sozialpädagogen eine Perspektive erhalten und wahrgenommen werden. Genau das sei Kernaufgabe der Kirche, betonte Weihbischof Dieser. Dass die Kirche sich für Menschen einsetze, beispielsweise wenn es um Glauben oder um Riten im Gottesdienst gehe, sei bekannt. Doch „Helfen und Dienen“ gehe darüber hinaus. Bei den Teilhabejobs würden beide Seiten einen gemeinsamen Weg beschreiten: „Arbeit gestalten, Kreativität und Strukturen des Lebens fördern. Wichtig sei, dass die Betroffenen erfahren: Ich gehöre dazu, ich bin etwas wert.“ Diesen Gedanken bestätigte ein Langzeitarbeitsloser, der einen Teilhabejob in einer der Pfarrgemeinden gefunden hat. „Ich bin hier nicht eine x-beliebige Nummer im Jobcenter, ich kann mich selbst verwirklichen, meine Meinung ist gefragt."

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