Bistum Trier
Mittwoch, 15. November 2017

Hingehen und Hinhören

Erkundungsphase Thema beim Pastoralen Studientag in Eppelborn

Eppelborn – „Wir wollen uns nicht nur neu organisieren, sondern unsere Kirche auch mit einem neuen Geist beleben. Dazu möchten wir sie auch in die Pflicht nehmen, denn sie sind unsere ersten Ansprechpartner vor Ort.“ Mit diesen Worten hat Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg die rund 200 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bistums Trier zum pastoralen Studientag, der am Montag in Eppelborn stattgefunden hat, begrüßt. Auch Bischof Dr. Stephan Ackermann und Weihbischof Robert Brahm, der für den Visitationsbezirk Saarland zuständig ist, waren aus Trier angereist.

Im Mittelpunkt des Studientags standen die Synode und deren Umsetzung. Dies wurde auch bei den Themen der verschiedenen Workshops, die für die pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angeboten wurden, deutlich. Dechant Matthias Marx, Dekanatsreferent Johannes Eiswirth und Gemeindereferentin Anne Kiefer informierten über die sogenannten „Erkundungs-Teams“, die ab dem kommenden Jahr im Bistum Trier unterwegs sein werden. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bistums und der Caritas werden jeweils zu dritt in die neuen Pfarreien der Zukunft gehen. „Unsere wichtigste Aufgabe wird sein: hingehen und hinhören!“, sagte Dechant Marx, der einem dieser Erkundungs-Teams angehören wird. Anne Kiefer erläuterte, dass die Teams eine Landschaft der neuen Räume erstellen werden, in der deutlich zu sehen sein wird, was es dort gibt: „Wo sind Institutionen, Verwaltung, wo gibt es Kitas, oder Schulen, wo gibt es Projekte und Angebote?“ „Wir werden aber keine Visitations-, Organisations- oder Kontrollgruppen werden“, betonte Dechant Marx. „Es geht auch nicht so sehr um vorhandene Strukturen, sondern um neue Wege. Wir wollen an neue Ecken gehen und Menschen treffen, die vorher vielleicht noch keiner getroffen hat. Der Bischof hat uns den Auftrag gegeben, dorthin zu gehen, wo ‚Andersorte’ sind, Orte, die fremd sind.“

Die weiteren Workshops, die angeboten wurden, gingen zum Teil auf „Andersorte“ ein, die es schon gibt: Gemeindereferent Maximilian Schmitt stellte das Café Exodus in Saarbrücken als besonderen Ort für Schüler und Jugendliche vor. Christopher Hoffmann berichtete über Projekte mit jungen Menschen, die kaum oder gar keinen Kontakt mit Kirche hätten, wie zum Beispiel die Aktion „Wir gegen Rassismus“. Zwei weitere Workshops beschäftigten sich dagegen mit den Anfängen solcher Aktionen und Projekte. Hier ging es um die „folgenreiche“ Gründung.

Vor den Workshops hielt Professor Thomas Schmidt einen Vortrag zum Thema „Mystik und Management“, in dem er über die Kirche der Zukunft und die Bedeutung der Spiritualität referierte. Bischof Ackermann ging in seinem Schlusswort noch einmal auf die Erkundungsphase ein: „Dabei geht es nicht nur um Strukturen, sondern darum, Erfahrungen zu sammeln, wie Pfarrei der Zukunft sein kann, ohne dass wir total fertige Bilder haben. Ich bin Gott froh, dass sich die 30 Erkunder zur Verfügung stellen.“ Gleichzeitig müssten viele Dinge präzisiert werden. „Wir müssen entsprechend professionell arbeiten. Trotzdem wird es weiter viele Zwischentöne und Misstöne geben.“ Der Bischof appellierte daran, zu zeigen, dass man von der Kraft des Heiligen Geistes getragen sei, um blinder Panik Ruhe und Gelassenheit entgegenzusetzen.

(dh)

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