Bistum Trier
Dienstag, 11. August 2015

„Ich habe wieder einen Grund, morgens aufzustehen“

Aktion Arbeit fördert Langzeitarbeitslose aus Koblenz mit 36.300 Euro

Koblenz – „Ich habe jetzt wieder einen Grund, morgens aufzustehen“, lächelt Philipp B. und recht weiter das Laub zusammen, dass sein Teamkollege von der Hecke schneidet. Der 22-Jährige Koblenzer hat seit Mai eine Festanstellung beim gemeinnützigen Betrieb CarMen (Caritas für Menschen in Beschäftigung) im Bereich Garten- und Landschaftsbau. Ein Sozialversicherungspflichtiger, nach Tariflohn bezahlter Halbtagsjob mit Perspektive: Das ist nicht selbstverständlich für Philipp, denn er gilt für den Arbeitsmarkt mit seiner Schwerbehinderung als benachteiligt. Dass er seit drei Monaten einer geregelten Beschäftigung nachgehen kann, verdankt er einem Projekt der Aktion Arbeit im Bistum Trier. Die Initiative fördert seit über 30 Jahren Arbeitslosenprojekte mit Spendengeldern. An drei Standorten im Bistum hat sie nun unter dem Motto „Arbeit in Kirchengemeinden“ Projekte mit verschiedenen Ansätzen gestartet, um Langzeitarbeitslose in Arbeit zu bringen. In Koblenz werden eineinhalb neu geschaffene Stellen bei der CarMen gefördert, die zunächst auf zwei Jahre befristet sind. Jeweils 18.150 Euro gibt es pro Jahr. Am 10. August haben der bischöfliche Beauftragte für die Aktion Arbeit, Dr. Hans Günther Ullrich, und Geschäftsführerin Andrea Steyven das Projekt in Koblenz besucht und mit Caritas-Direktorin Martina Best-Liesenfeld und CarMen-Geschäftsführer Hermann Trapp gesprochen.

 „Beim Arbeiten geht es um mehr, als ums Geld verdienen. Es gibt den Menschen Halt im Leben, es gibt ihnen Würde“, sagte Dr. Ullrich beim Treffen in der CarMen-Betriebsstätte in Metternich. „Wir fordern seit Jahren von der Politik einen integrierten Arbeitsmarkt mit öffentlich geförderten Stellen für langzeitarbeitslose Menschen.“ Bisher habe die Aktion Arbeit Arbeitslosenprojekte gefördert, jetzt probiere man mit den drei Projekten in Dillingen, Betzdorf und Koblenz ein neues Konzept aus. „Wir können nicht nur vom Staat fordern, sondern wollen auch selbst mit gutem Beispiel voran gehen“, ergänzte Steyven. „Durch die Aufträge der Kirchengemeinden und die Förderung durch das Bistum schaffen wir Arbeitsstellen und Teilhabejobs. Und zum anderen möchten wir in unseren Kirchengemeinden das Bewusstsein für das Problem Langzeitarbeitslosigkeit schärfen.“ Eine halbe Million Euro für die nächsten fünf Jahre hat Bischof Ackermann für die Projekte bereitgestellt, daneben gibt es weitere Fördermittel von Caritas und dem Bereich Ehrenamtsentwicklung im Bistum Trier.

Auch Philipp und sein Kollege arbeiten künftig vorwiegend für Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen. CarMen-Geschäftsführer Trapp betonte: „Wir erleben immer wieder, wie wichtig es ist, Leute nicht von einer kurzfristigen Maßnahme in die nächste zu schieben, sondern sie über einen längeren Zeitraum zu begleiten. Viele frühere Ein-Euro-Jobber sind heute bei uns fest angestellt, sind teilweise selbst Fachanleiter“, so Trapp. Für Philipp ist die Festanstellung nach drei Jahren „unterstützter Beschäftigung“ eine echte Perspektive. „Mir macht die Arbeit Spaß, sie ist abwechslungsreich. Mir hat die Zeit gereicht, in der ich nur Zuhause gesessen habe.“ Auch wenn es ihm manchmal noch schwer fällt, einem geregelten Tagesablauf zu folgen, weiß er: „Die Kollegen zählen auf mich, die Kunden warten – ich werde gebraucht.“ Eine feste Arbeit hat Philipp, jetzt will er sein nächstes Ziel angehen: „Jeden Monat 50 Euro rüberlegen – für den Führerschein.“

Weitere Informationen zur Aktion Arbeit gibt es unter www.aktionarbeit.bistum-trier.de oder bei der Aktion Arbeit im Bistum Trier, Tel.: 0651-7105-309, E-Mail: aktionarbeit(at)bgv-trier.de; Spendenkonto: Pax Bank Trier, Nr. 3001 399 011, BLZ 370 601 93.

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