Bistum Trier
Dienstag, 25. April 2017

Kirchlicher Segen für Saarlands Abgeordnete

Ökumenischer Gottesdienst anlässlich der konstituierenden Sitzung des Landtags

Saarbrücken – „Möge Gott die Arbeit des neuen saarländischen Landtags für dieses Land und seine Menschen segnen!“ Mit diesen Worten hat sich Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Bischof von Speyer in einem ökumenischen Gottesdienst anlässlich der konstituierenden Sitzung des Landtags am 25. April an die saarländischen Abgeordneten gewandt.

Neben Präses Manfred Rekowski von der Evangelischen Kirche im Rheinland, der die Mitglieder des neugewählten Landtags begrüßte, waren auch Oberkirchenrat Dr. Michael Gärtner von der Evangelischen Kirche der Pfalz sowie Kirchenrat Frank-Matthias Hofmann, der auch Beauftragter der Evangelischen Kirchen im Saarland am Sitz der Landesregierung ist, anwesend. Der Bischof von Speyer wurde von Weihbischof Robert Brahm als Vertreter des Bistums Trier und Prälat Dr. Peter Prassel vom Katholischen Büro des Saarlands begleitet.

Bischof Wiesemann freute sich in seiner Ansprache zunächst über die hohe Wahlbeteiligung bei der Landtagswahl im März. Das zeige, „dass man in unserem Land nicht von einer Politikverdrossenheit reden kann und dass sich die Bürgerinnen und Bürger bewusst sind, wie wichtig ihre Stimme für die politische Gestaltung unserer Gesellschaft ist“, sagte der Bischof. Er lobte zudem das große Engagement in der Flüchtlingskrise: „Ich bin dankbar für die pragmatische und gute Flüchtlingsarbeit, die bisher hier im Saarland geleistet wurde.“

Wiesemann leitete seine Ansprache mit dem Zitat von Otto von Bismarck „Politik ist die Kunst des Möglichen“ ein und ergänzte es: „Es ist klar, dass sich zur ‚Kunst’, will sie denn wirklich zum Wohl des Ganzen sein, die innere Einstellung, genauer gesagt: die Tugend gesellen muss.“ Er ging dabei auf die vier Kardinaltugenden Gerechtigkeit, Klugheit, Mut und Maß ein. Die Tugend sei „das Bestmögliche, das im Menschen steckt und das es im Leben zu kultivieren gilt.“ Und weiter, so der Bischof: „Der Mensch ist zum Höchsten fähig, er kann aber auch zur Bestie werden. Daher vollenden sich die menschlichen Kardinaltugenden durch die göttlichen Grundtugenden: Glaube, Hoffnung und Liebe.“ Ohne Glauben stürze der Mensch ab, mit ihm aber könne die Kunst des Möglichen für das Wohl des Ganzen gelingen. An die Abgeordneten gerichtet betonte er in Bezug auf die innere Einstellung und Haltung vor allem die Wichtigkeit der Glaubwürdigkeit. Diese entstehe dort, „wo ein Mensch immer auf die Wahrheit ausgerichtet bleibt und sich den billig zu erzielenden Wirkungen durch ‚fake news’ oder andere demagogische Tricks versagt.“

Im Anschluss an den Gottesdienst fuhren die Abgeordneten zum Landtag unterhalb des Schlosses von Saarbrücken, wo sich zum ersten Mal das neu gewählte Parlament einfand. Eröffnet wurde der Landtag der 16. Wahlperiode im Saarland durch Alterspräsident Josef Dörr (AfD). Danach wurde Klaus Meiser (CDU) einstimmig zum Landtagspräsidenten wiedergewählt.

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