Bistum Trier
Donnerstag, 21. Dezember 2017

Leben braucht Liebe, Sterben auch

Christlich Ambulanter Hospizdienst unterstützt Menschen seit 25 Jahren

Bad Kreuznach – Ihren Slogan „Leben braucht Liebe, Sterben auch“ verkörpern die Mitarbeiter des Christlich Ambulanten Hospizdienstes an der Nahe seit 25 Jahren. Die haupt- und ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und -begleiter kümmern sich um die Seele schwerstkranker Menschen, die zuhause sterben möchten.

Seit 18 Jahren engagiert sich Lilo Mayer für den Hospizdienst rund um Bad Kreuznach. Nach dreijähriger ehrenamtlicher Tätigkeit wurde die gelernte Intensivkrankenschwester als hauptamtliche Hospizfachkraft eingestellt und begleitet seitdem die heute 46 Ehrenamtlichen. Inzwischen tut sie dies gemeinsam mit vier weiteren hauptamtlichen Hospizfachkräften. „Das ist mein Lebenselixier“, strahlt die Kirnerin. Die Hospizfachkraft hat, wie der überwiegende Teil der ehrenamtlichen Begleitenden, selbst schon Erfahrungen durch den Tod eines nahen Angehörigen gemacht. „Ich kann mich gut in die Angehörigen hineinversetzen.“ Damals habe sie sich im Alter von 15 Jahren nicht mehr von ihrem Vater verabschieden können. „Ich möchte, dass die Menschen das können. Es hängt einem sonst nach, wenn das nicht geht.“

Interessierte an einer Begleitung können sich im Hospizbüro melden. Nach einem Gespräch kommt ein Ehrenamtler in die Familie. „Wie viel und wie die Zeit dort verbracht wird, entscheiden beide Seiten selbst“, erklärt Lilo Mayer. Die Wünsche und Anliegen der Patienten stehen dabei aber immer im Mittelpunkt. Mitglieder aus ihrem Team haben schon mit Patienten einen Baum in einem Friedwald ausgesucht oder einfach Plätzchen gebacken. Vieles sei möglich. „Wünsche zu erfüllen ist etwas ganz, ganz Wichtiges“, betont Lilo Mayer und erzählt von einer Frau, deren Wunsch es war, noch einmal ein Glas Rotwein zu trinken. „Einen Tag später ist sie dann verstorben.“ Die Arbeit sei aber nicht nur traurig. „Wir reden über Lebensläufe, machen Witze, tauschen uns über Backrezepte und Mode aus. Es darf gelacht werden“, sagt Lilo Mayer. Zudem nehmen die Begleiter die Menschen ernst. „Wir sind für Herz und Seele“, fasst es Lilo Mayer zusammen. Der Dienst habe darüber hinaus gute Beziehungen zu den behandelnden Ärzten und könne durch seine Kooperationen für eine gute Schmerztherapie sorgen.

„Viele fragen mich nach einer Rechnung“, berichtet Lilo Mayer. Der Dienst ist für die Betroffenen aber kostenlos. Träger des Hospizdienstes sind der Caritasverband Rhein-Hunsrück-Nahe e.V. und die Kirchliche Altenhilfe und Krankenpflege an Nahe und Glan gGmbH. „Darüber hinaus wirbt ein Förderverein um finanzielle Unterstützung für die Arbeit der Ehrenamtlichen im Hospizdienst“ erklärt Markus Weber, Caritas-Dienststellenleiter in Bad Kreuznach.

Von Anfang an wird die ökumenische Zusammenarbeit groß geschrieben. „Im Leiden und Sterben gibt es keine konfessionellen Unterschiede. Die Menschen begegnen Fragen, die sie sich in ihrem gesamten Leben nicht gestellt haben“, daher sei es gut, dass es den Dienst gibt, erklärt Pfarrer Baldur Stiehl. „Viele Familien tabuisieren das Thema Tod. Die Helfer vor Ort können das Thema aber gefühlvoll ansprechen und setzen damit die Verarbeitung in Gang“, berichtet Stiehl.

Für das Jahr 2018 ist wieder ein neuer mehrmonatiger Vorbereitungskurs zur Hospizbegleiterin bzw. zum Hospizbegleiter geplant. Interessierte sollten flexibel, mobil und kreativ sein. Wichtig sei zudem eine eigene Sensibilität und Stabilität, weiß Lilo Mayer.

Informationen gibt es im Hospizdienst in Bad Kreuznach unter Tel.: 0671-83828-34, im Hospizbüro Kirn unter Tel.: 06752-912074 und auf www.caritas-rhn.de.

(jf)

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