Bistum Trier
Montag, 4. Mai 2015

Lernort für Entwicklungen

Pfarrer Stephan Wolff hat Diaspora-Land Schweden besucht

Stockholm/Trier – 3.000 Flüchtlinge pro Woche erreichen seit Anfang 2014 Schweden. Im Jahr 2013 waren es insgesamt 80.000 Flüchtlinge. Etwa 40 Prozent von ihnen sind katholisch. Das stellt die kleine katholische Kirche in Schweden vor große Herausforderungen. Einen Einblick in diesen nicht immer einfachen Kirchenalltag hat jetzt Pfarrer Stephan Wolff bekommen, Vorsitzender des Bonifatiuswerkes im Bistum Trier und Leiter der Diözesanstelle Diaspora. Zusammen mit Vertretern der Diözesan-Bonifatiuswerke aus ganz Deutschland hat er Ende April Schweden besucht und die dortige Diaspora kennengelernt.

„Hochinteressant und spannend“ sei die Reise gewesen, berichtet Wolff anschließend. „Die schwedische Diaspora ist ein Lernort auch für die Entwicklungen bei uns“, sagt er. Es sei auffallend gewesen, wie stark sich die katholische Kirche dort mit der Integration von Flüchtlingen und Migranten befasse, die dort sehr großzügig aufgenommen würden. Die Diaspora-Gemeinden seien „Horte der Integration“. Hier zeige sich katholisch-sein in der ursprünglichen Bedeutung des Wortes, nämlich „allumfassend“, resümiert der Koblenzer Pfarrer. Christen aus verschiedenen Kulturen könnten so Gemeinschaft finden und auch gemeinsame Formen. „Da kommt uns die Gemeinsamkeit in der Liturgie natürlich zugute“, erklärt Wolff.

Dass die Aufnahme von Flüchtlingen und Migranten funktioniert, habe sich etwa in Uppsala gezeigt. „Als wir dort einen Gottesdienst mitfeiern wollten, haben wir kaum noch Platz gefunden, so voll war die Kirche“, erinnert sich Wolff. „Da war eine kunterbunte Mischung versammelt – das war Pfingsten vorweggenommen!“ Die schwedische Kirche zeige sich sehr „offen und weit“, findet Wolff. Und auch ihm habe diese Reise „den Blick geöffnet“. Er will diese Impulse in die Seelsorge für Flüchtlinge und Migranten im Bistum Trier einbringen.

In Schweden leben unter den 9,6 Millionen Einwohnern nur etwa 200.000 Katholiken. Die Pfarreien erstrecken sich über viele hundert Quadratkilometer, die von 164 Priestern seelsorgerisch betreut werden, was für sie nicht leicht ist. Ohne Unterstützung könnten viele Projekte nicht in die Tat umgesetzt werden, was der Nuntius der nordischen Länder Erzbischof Henryk Jozef Nowacki bestätigt: „Ich möchte mich bei all denen bedanken, die uns hier in den nordischen Ländern unterstützen, die an uns denken und so dazu beitragen, dass unser Glaube lebendig bleibt. Ich bedanke mich auch beim Bonifatiuswerk und bei den Vorsitzenden der Diözesan-Bonifatiuswerke für die kontinuierliche Hilfe und bin sehr glücklich darüber, die einzelnen Vertreter hier in Schweden kennengelernt zu haben.“

Das Bonifatiuswerk hat in Schweden im Jahr 2014 insgesamt 20 Projekte unterstützt. 340.500 Euro flossen in sieben Bauprojekte, 83.000 Euro in fünf Projekte der Kinder- und Jugend- und der Glaubenshilfe. Außerdem wurden acht Praktikumsstellen gefördert. Mehr Informationen zur Reise gibt es auf der Webseite des Bonifatiuswerkes unter www.bonifatiuswerk.de in einem Reisetagebuch.

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