Bistum Trier
Freitag, 14. Juni 2013

„Malermeister für 72 Stunden“

Jugendliche renovieren alte Jugendherberge auf Burg Birkenfeld

"Mason und seine Mädels" verschönern die alte Jugendherberge auf Burg Birkenfeld
"Mason und seine Mädels" verschönern die alte Jugendherberge auf Burg Birkenfeld

Es ist fast wie im Märchen: Ein in die Jahre gekommenes Haus auf einem verwunschenen Burggelände wird von einer Schar guter Geister wieder zu neuem Glanz erweckt. In der Realität wird das möglich durch die elf Jugendlichen der Pfarreiengemeinschaft St. Jakobus, die ehrenamtlich die alte Jugendherberge auf Burg Birkenfeld renovieren – im Rahmen der 72-Stunden-Aktion des BDKJ.

„Oh da sollten wir wohl eine blaue Wolke hin malen“, sagt Gruppenleiterin Kerstin Rebar und deutet auf einen blauen Fleck auf der weißen Wand. Die 14-jährige Caro schaut auf ihre Hände – sie sind von blauen Farbsprenkeln übersät. „Ups, das war dann wohl ich.“ Für sie und die anderen Mädchen aus der Gruppe ist es fast nicht mehr möglich, keine Flecken zu hinterlassen – der Tag als frisch gebackene Malermeister hat Spuren hinterlassen. „Hier unten im Flur malen wir eine Unterwasserwelt mit Fischen, Muscheln und anderen Tieren, passend zu den Waschräumen“, erklärt Alexandra. Die 14-Jährige ist seit rund einem Jahr gemeinsam mit den anderen Mädchen in der Pfarreijugendgruppe von Kerstin Rebar. Tanja und Diana streichen inzwischen den großen Gemeinschaftssaal im Erdgeschoss beige. Die beiden haben noch viel Arbeit vor sich, denn die Originalfarbe ist ein giftgrün, das sich als hartnäckig erweist.

Kerstin Rebar ist zufrieden mit der Projektaufgabe. Zwar sollten die Get it Projekte vorher geheim bleiben, aber sie sei vorher informiert worden, weil sie Absprachen mit der Stadt treffen musste. „Wir werden vom Bauhof mit Material unterstützt und eine hier ansässige Malerfirma hat uns Farbe im Wert von 300 Euro gespendet“, erzählt sie. Der Bürgermeister von Birkenfeld habe auch noch einen Wunsch gehabt: „Wir malen das Wappen von Birkenfeld an die Wand im Flur, sozusagen als Andenken an die alte Burg, die hier einmal stand“, sagt Rebar. Als ihr das Projekt vorgeschlagen wurde, habe sie nicht lange gezögert, erzählt die 48-jährige Gruppenleiterin. „Ich habe lange Zeit in den USA gelebt und dort werden schon die Kleinsten dazu ermutigt, sich vor Ort für die Gemeinde ehrenamtlich zu engagieren. Deshalb finde ich die 72-Stunden-Aktion auch eine tolle Sache.“ Vier ihrer fünf Kinder packen ebenfalls mit an, darunter auch der neun-jährige Mason. Er ist der einzige Junge der Gruppe und damit auch der eigentliche Star: „M&Ms“ haben sie sich genannt „Mason und die Mädels“. Mit ihrer bisherigen Leistung sei die Gruppe zufrieden, erzählt Rebar. Geplant sei, bis Sontag alle Räume inklusive Wappen und einer gemalten Ritterrüstung fertigzustellen.

Beim Abschlussfest am Sonntag mit der Gemeinde und der Landtagsabgeordneten Julia Klöckner sollen sich dann alle selbst davon überzeugen, ob die alte Jugendherberge in 72 Stunden aus dem Dornröschenschlaf geweckt werden konnte. 

Unter dem Motto „Uns schickt der Himmel“ engagieren sich junge Leute bei der bundesweit größten Sozialaktion – der 72-Stunden-Aktion des BDKJ. Vom 13. bis 16. Juni verwirklichen deutschlandweit rund 170.000 junge Menschen in 72 Stunden Projekte. Im Bistum Trier sind über 5.000 junge Leute in 250 Gruppen mit dabei. Weitere Informationen gibt es unter: www.72stunden.de, Facebook: www.facebook.com/72stundentrier.

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