Bistum Trier
Donnerstag, 10. Juli 2014

Niedriglohn und prekäre Beschäftigung

Studientagung in Trier thematisiert problematische Beschäftigungsverhältnisse

Trier – Die Themen Niedriglohn sowie prekäre und atypische Beschäftigung in Deutschland sind Inhalt einer Studientagung der Aktion Arbeit im Bistum Trier gewesen. Knapp 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben dazu am 9. Juli gemeinsam mit Vertretern aus Wirtschaft und Politik sowie der Aktion Arbeit problematische Entwicklungen erörtert und nach Lösungsansätzen für eine „gute Arbeit“ gesucht.

„Wir wenden uns seit einiger Zeit auch verstärkt dem Niedriglohnsektor zu und fragen, was gute und gerechte Arbeit ausmacht“, sagte der Bischöfliche Beauftragte der Aktion Arbeit im Bistum, Hans Casel. An der Tagung im Robert-Schuman-Haus gab Dr. Günter Gehl vor dem Hintergrund des starken Wandels in den Erwerbsformen in seinem Eröffnungsvortrag einen Überblick über die „Phänomene“ Niedriglohn, prekäre sowie atypische Beschäftigung in Deutschland. Nach der Flexibilisierung des Arbeitsmarktes arbeiteten mehr als 20 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Niedriglohnsektor. Atypische Beschäftigung umfasse, je nach Definition, Teilzeit- und geringfügige Beschäftigung, befristete Beschäftigungsverhältnisse, Zeit- und Leiharbeit sowie Schein-Werkverträge.

Die Bundestagsabgeordnete und Staatssekretärin Elke Ferner aus Saarbrücken wies in ihrem Referat darauf hin, dass der Niedriglohnbereich „ein weibliches Gesicht“ habe. Sie nannte als Gesetzesvorhaben der Großen Koalition die Entgeltgleichheit, also das Prinzip des „Equal-Pay“, bessere Rahmenbedingungen für Eltern und pflegende Angehörige und stärkere Kontrollen zum Schutz vor Missbrauch in den atypischen Beschäftigungsverhältnissen. Mit den Chancen, Gefahren und Lösungsansätzen bei den problematischen atypischen Formen wie Teilzeitbeschäftigung, Leiharbeit und Werkverträge befassten sich die Teilnehmer in drei Workshops.

„Die Würde des Arbeitenden und ein ‚Auskommen mit dem Einkommen’ muss stärker gewährleistet sein“, betonte Alex Sauer vom ver.di-Bezirk Region Saar-Trier auf dem abschließenden Podium mit Vertretern aus Wirtschaft, Betriebsräten und Gewerkschaften. Die Gewerkschaften und die Kirchen müssten als Bündnispartner gemeinsam kämpfen, so etwa für den Erhalt des Ladenschlusses. Und „der Sonntag soll Sonntag bleiben“, forderte Olaf Schomaker vom Globus SB Warenhaus St. Wendel mit Blick auf den Einsatz der Kirchen für den Schutz des Sonntags.

Seit 30 Jahren setzt sich die Aktion Arbeit im Bistum Trier für jugendliche und Langzeit-Arbeitslose und für eine aktive Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik ein. Ein neuer Schwerpunkt bildet die Sorge um Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen.

Weitere Informationen  gibt es im Internet: www.bistum-trier.de/aktionarbeit.

Weiteres:

News Details