Bistum Trier
Mittwoch, 21. Juni 2017

Offen für die Stimme

Bischof Ackermann firmt 128 Jugendliche in Emmelshausen

Emmelshausen – Bischof Dr. Stephan Ackermann hat am 17. und 18. Juni in der Pfarrkirche St. Hildegard Emmelshausen insgesamt 128 Jugendlichen das Sakrament der Firmung gespendet. Zusammen mit Pfarrer Christian Adams und Gemeindereferent Carsten Kling feierte er die beiden Gottesdienste, die unter dem Motto „Hör auf MEINE Stimme“ standen. Ackermann beendete damit seine Firmreise durch das Dekanat St. Goar.

Das Motto der Firmvorbereitung leitete sich aus dem Popsong „Stimme“ von „EFF“ ab, ein Projekt des Sängers Mark Forster und des DJs Felix Jaehn. Darin heißt es: „Da wo guter Rat teuer, du grad lost und gebeutelt bist: Hör auf die Stimme, hör’ was sie sagt, sie war immer da, komm’, hör’ auf ihren Rat.“ Gottes Stimme hörten die Christen in der Bibel und dem Gottesdienst, aber auch besonders im stillen Gebet, sagte Bischof Stephan. Deswegen bekamen die Gottesdienstbesucher zu Beginn ein Kärtchen mit dem Namen jeweils eines Firmlings, den man in sein persönliches Gebet mit einschließen konnte.

Die Firmung, so Ackermann, sei die Bitte an Gott, die Jugendlichen im Glauben zu stärken, damit sie in ihm „firm“ sein können. Gott sei bei den jungen Menschen geblieben, selbst wenn diese sich von ihm entfernt hätten. In den 154 Tagen der Firmvorbereitung verspürten viele von ihnen den Wunsch, durch die Fülle der Sakramente wieder näher zu ihm zu finden. „Denn die Nähe zu Gott ist keine physische, wie die zum Banknachbarn, neben dem man sitzen kann, obwohl man innerlich Lichtjahre entfernt ist“, sondern sei eine innere, geistige Nähe, erklärte der Bischof in seiner Predigt. Wie Jesus die zwölf Apostel im Evangelium des Tages rief auch Ackermann die Firmlinge auf: „Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus!“. Er erklärte, dass dies, wenn auch veraltet ausgedrückt, noch heute die Aufgaben der Christen zusammenfasst: Die modernen Dämonen seien keine Zombies oder Geister, sondern Mächte, die die Menschen besetzen, wie Leistungszwang, Erfolgsdruck oder Konsumgier. Manchmal wünsche er sich, das Kreuzzeichen würde gemäß unseres „Tattoo-Zeitalters“ gestochen und nicht bloß mit abwaschbarem Öl gezeichnet, scherzte der Bischof. Doch die Beziehung zu Gott gehe unter die Haut und brauche kein äußeres Abzeichen: „Gott will nicht, dass unser Glaube ein Abziehbild ist.“ Seine Predigt schloss er mit dem Satz: „Ihr Firmlinge seid jetzt keine Kinder mehr, sondern junge Leute, denen Jesus viel zutraut.“

Mit einem kurzen Rückblick auf die Vorbereitungszeit wünschte der Pfarreienratsvorsitzende Adrian Ritt den Firmlingen alles Gute. In zahlreichen Sozialaktionen und Treffen hätten sie ihr Ohr geschärft und sich offen für „die Stimme“ gezeigt.

Gemeindereferent Carsten Kling, der die Jugendlichen auf ihre Firmung vorbereitete, dankte den Katecheten und Katechetinnen, den Eltern und Paten für die Unterstützung in „Konflikten und Durststrecken“. Den weiteren Weg ins Erwachsenwerden und in den Glauben gingen die 128 Jugendlichen nun wie ihr Mottolied es beschreibt: „Das ist 'ne Reise ohne Navi, alles offen und immer wieder neu. All die Prüfungen, ich glaub' man schafft die. Wenn man sich so selbst so gut wie's geht treu bleibt.“

Die musikalische Gestaltung übernahmen „Die Band“ und der Jugendchor „EmGo Allstars“ unter der Leitung von Dekanatskantor Michael Steinbach.

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