Bistum Trier
Donnerstag, 20. November 2014

Rückkehr zum Gebot des Herrn

In seiner Predigt sagte der Vorsitzende der Ökumene-Kommission des Bistums, der Trierer Weihbischof Dr. Helmut Dieser, wie den Glauben an die Wiederkunft des Herrn verliere man die „ökumenische Naherwartung leicht aus den Augen und aus dem Herzen“. Statt mit Sehnsucht werde die Einheit eher mit Furcht verbunden: „Müssen wir fürchten, das eigene Profil zu verlieren oder werden wir alle reicher?“ Es sei ein „geistlicher Durchbruch“, dass das Zweite Vatikanische Konzil vor 50 Jahren die ökumenische Bewegung gewürdigt habe, betonte Dieser. „Die katholische Kirche tritt ausdrücklich in die ökumenische Bewegung ein und bekennt sich zu ihr.“ Dies sei eine „Rückkehr zum Gebot des Herrn selbst“. Wer nicht den Gedanken der Ökumene lebe, widerstrebe dem Heiligen Geist, mahnte der Weihbischof. „Es kann keine Selbstgenügsamkeit in der eigene Konfession mehr geben.“

Dieser erinnerte an die Heilig-Rock-Wallfahrten 1996 und 2012, die in ökumenischer Verbundenheit begangen worden waren mit Blick auf den Heiligen Rock als eine „Ikone Christi“. Ökumene bedeute nicht, dass „wir Risse reparieren“, sagte der Weihbischof. Ökumene sei der Glaube, dass der Leib Christi unzerteilt sei und dass wir deshalb „einander kein Flickwerk antun“. Er schloss mit dem Trierer Christus-Gebet: „Herr Jesus Christus, Heiland und Erlöser, erbarme dich über uns und über die ganze Welt. Gedenke deiner Christenheit und führe zusammen, was getrennt ist.“(Die Predigt im Wortlaut - hier)

Metropolit Augoustinos betonte, der Aufbruch vor 50 Jahren habe etwas verändert „zwischen unseren Kirchen“ und habe nicht-selbstverständliche Dinge selbstverständlich werden lassen. Seither träfen sich die Nachfolger der Apostel Petrus und Andreas, beteten miteinander und ließen einander an Projekten teilhaben. Er mahnte, die Bemühungen blieben aber fruchtlos, wenn sie nicht auch auf Ebene der Ortskirchen wie hier in Trier stattfänden.

Präses Rekowski sagte, man feiere „viel mehr als die Veröffentlichung eines Textes“. Durch das Dekret seien etwa ökumenische Traugottesdienste, Gemeindevereinbarungen oder das gemeinsame Eintreten für die Menschen erst möglich geworden. „Der Weg der Ökumene ist unumkehrbar“, betonte der rheinische Präses. Zwar seien nicht alle Fragen durch das Dekret beantwortet, „wir können aber gemeinsam nach Wegen suchen“. Pastor Wagner würdigte die gemeinsame Feier als ein „Aufeinander zugehen mit einem Blick, der die Schätze der Traditionen im Leben des Glaubens der anderen Kirchen achtet“.

Weitere Informationen gibt es unter www.bistum-trier.de/glaube-spiritualitaet/oekumene-interreligioeser-dialog/oekumene; dort ist auch das Wort der deutschen Bischöfe „Zur Einheit gerufen“ aus Anlass des 50. Jahrestages des Ökumenismusdekrets zu finden.

Weiteres:

News Details