Bistum Trier
Mittwoch, 21. Juni 2017

Sehen, was an Gutem vorhanden ist

Dechanten des Bistums befassen sich mit Erkundungsphase zur Synodenumsetzung

Trier – Die Frühjahrskonferenz der Dechanten des Bistums Trier mit Bischof, Weihbischöfen und Leitungsebene des Generalvikariats hat sich eingehend mit der bevorstehenden Erkundungsphase in den Pfarreien der Zukunft zur Umsetzung der Synodenbeschlüsse befasst.

Zwei Tage lang haben sich die Dechanten im Robert Schuman Haus in Trier getroffen, um über aktuelle Entwicklungen zu beraten. Einer der Schwerpunkte war die im Herbst beginnende nächste Phase der Synodenumsetzung: die Erkundungsphase. Ihr Zweck ist es zu entdecken, was für die Pfarrei der Zukunft wichtig ist: Welche Orte von Kirche gibt es? Wo und wie spielt sich das Leben der Menschen ab? Welchen Fragen und Themen darf die Pfarrei der Zukunft nicht ausweichen?

Zehn Erkundungsteams aus verschiedenen Berufen werden von Herbst 2017 an ihre Arbeit im Gebiet der neu zu gründenden Pfarreien aufnehmen. Diese Teams sollen Interessierte und Engagierte vor Ort aktiv in die Entwicklung der Pfarrei der Zukunft einbeziehen, indem sie Neugier wecken und neue Perspektiven für die Kirchenentwicklung eröffnen. Bischof Dr. Stephan Ackermann fasste auf der Konferenz den Auftrag dieser Teams so ins Wort: „Sie sollen nach Entdeckungsgeschichten suchen, die Mut machen, und sehen, was an Gutem vorhanden ist.“

Zum 1. Mai hatte das Bistum hierfür insgesamt 20 Stellen mit jeweils 25 Prozent Stellenumfang ausgeschrieben. Zehn weitere sollen von der Caritas besetzt werden. Die jeweiligen Bewerbungs- und Auswahlverfahren laufen. Perspektivwechsel zu ermöglichen, wie sie die Synode fordert, sieht Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg als ein Ziel der Erkundungsphase. Er zog einen plastischen Vergleich: "Wenn man sich mal vom Steuer eines Autos auf den Beifahrersitz setzt und sich fahren lässt, sieht man die Landschaft mit einem ganz anderen Blick, nämlich auch links und rechts." Das stelle er sich auch für die Erkundungsteams vor. 

Für die Zeit der Erkundung bis zur Gründung der Pfarreien der Zukunft Anfang 2020 werden die bischöflichen Visitationen in den Pfarreiengemeinschaften ausgesetzt. Für Weihbischof Jörg Michael Peters ist das eine Chance: "Die Erkundungsteams kommen immer wieder, bleiben länger dran, verfolgen die Prozesse. Sie leuchten die blinden Flecke aus, die wir in unserer Routine haben." In dieser Phase kommt den Dechanten die wichtige Aufgabe zu, "Helfer zur Freude zu sein", zum Abbau von Ängsten im Zusammenhang mit der Synodenumsetzung beizutragen, beim Entdecken mitzuwirken und den Übergang in die Pfarrei der Zukunft aktiv mitzugestalten - so die Erwartungen des Bischofs an seine Führungskräfte in den Dekanaten.

Die Dechanten ihrerseits wiesen durchaus auf Knackpunkte im Zusammenhang mit den Erkundungsteams hin. Das Mandat der Teams sei noch zu schwach formuliert, lautete eine Kritik. Eine andere Frage war: in welcher Form sollen die Teams ein Ergebnis ihrer Erkundung formulieren und an wen sollen sie es richten? Hier besteht noch Klärungsbedarf. Synode als Prozess - das zeigte sich auch an dieser Stelle: noch nicht auf alle Fragen gibt es eine Antwort, aber die Hinweise der Dechanten auf anstehende Klärungen nahm die Bistumsleitung dankbar entgegen.

Priesterreferent Dr. Markus Nicolay informierte die Dechanten über die Eckpunkte für den Einsatz des pastoralen Personals in den Pfarreien der Zukunft, also Priester, Diakone, Gemeindereferenten und Pastoralreferenten - mithin rund 1000 Personen. "Es wird niemand seine Arbeit verlieren, die pastoralen Berufsgruppen sind eine kostbare Personalressource. Es wird auch keinen Wechsel des Anstellungsträgers für diese Menschen geben, das Bistum Trier bleibt ihr Dienstgeber - mit allen Rechten und Pflichten."

Neben diesen gesetzten Rahmenbedingungen gebe es auch auf diesem Feld eine große Anzahl offener Fragen. Nicolay: "Wer definiert die Personalbedarfe in den Pfarreien der Zukunft? Wie kommen die Leitungsteams in den Pfarreien zustande? Wer wechselt wann?" Hier werden die Ergebnisse von verschiedenen Teilprozessgruppen benötigt, die ihre Arbeit zeitnah beginnen.

(uz)

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