Bistum Trier
Samstag, 2. September 2017

„Seismographen für die Probleme in Gesellschaft und Arbeitsleben“

Beratungsfachleute aus dem ganzen Bistum kommen zu Jahrestagung zusammen

Trier – „Zeiten des Wandels. Mut zum Innehalten, Orientieren, Weitergehen“: Unter dieser Überschrift stand die Jahrestagung der Beratungsdienste des Bistums, zu der Mitarbeitende der Lebensberatungsstellen, der Telefonseelsorge und der Fachstelle Kinder- und Jugendschutz im August zusammen kamen.

Referent war Dr. Friedrich Ass­länder, gemeinsam mit Pater An­selm Grün Autor des Buches „Spirituell führen“. Er betonte, dass es in einer Zeit, die von vielfältigen, schnellen Veränderungen geprägt ist, umso wichtiger sei, sich immer wieder Zeit für die Besinnung auf die eigenen Wurzeln zu nehmen. Da unter den Ratsuchenden mehr und mehr „Entwurzelte“ sind - Menschen ohne familiären oder sozialen Rückhalt, Migranten, die sich erst neu verorten müssen, Flüchtlinge, die schmerzhaft von ihren Wurzeln getrennt wurden, Menschen in materieller Not – sei die Begleitung bei der Suche nach Beheimatung in einem neuen Leben entscheidend. Die weitere Diskussion bestätigte, dass die scheinbare Normalität einer sogenannten traditionelle Kernfamilie bei den Ratsuchenden immer seltener trägt. Deshalb unterstützen die Beratungsfachkräfte die Menschen dabei, den Blick von den Defiziten weg hin auf ihre Veränderungsressourcen und den dazu notwen­digen Unterstützungsbedarf zu lenken.

Zur Tagung gehörte auch der Austausch mit Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg. Die Beraterinnen und Berater gaben ihm Einblicke in die Probleme und Sorgen von Menschen, die ihnen in der Erziehungs-, Ehe-, Familien und Lebensberatung begegnen oder im Schutz der Anonymität der Telefonseelsorge. Thema waren auch Fragestellungen in Hinsicht auf die Prävention sexueller Gewalt und Aspekte der Unterstützung für Betroffene. Plettenberg fasste zusammen: „In Ihrer Arbeit sind Sie Seismographen, die Probleme in Familien, Gesellschaft und Arbeitsleben deutlich machen.“ Erörtert wurde dann die Frage, welche Rolle die Beratungsdienste angesichts des von der Synode angestoßenen Wandels n einer „Pastoral der Zukunft“ sein kann. Generalvikar und Fachleute waren sich einig, dass es gilt, mit den „Pfarreien der Zukunft“ eine Kultur der Zusammenarbeit weiterzuentwickeln.

Die Jahrestagung der Beratungsdienste ist ein Fachtag, der die Beratungsdienste in Trägerschaft des Bistums verbindet und Gelegenheit zu fachlichem Austausch, zu Impulsen für die Arbeit vor Ort, aber auch für die Reflexion des eigenen organisatorischen Standes und für den direkten Austausch mit Mitgliedern der Bistumsleitung genutzt werden kann.

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