Bistum Trier
Donnerstag, 8. Mai 2014

Sensibilisierung zum Thema Langzeitarbeitslosigkeit

Trier – Wie sehen Lebenswirklichkeit und Alltag von Menschen aus, die von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind? Dieser Frage geht ein Exposure- und Dialogprogramm „Leben in der Langzeitarbeitslosigkeit“ nach, das vom 11. bis 16. Mai im Bistum Trier stattfindet. Die Aktion Arbeit im Bistum Trier und die Kommission Justitia et Pax laden Entscheidungsträger aus Politik, Arbeitsverwaltung, Wirtschaft und Kirche ein, einige Tage mit Langzeitarbeitslosen zu leben und sie zu ihren Jobs in Beschäftigungsbetriebe zu begleiten.

Rudolf Hammes, Geschäftsführer der Aktion Arbeit im Bistum Trier, erklärt: „Wir möchten politischen Entscheidungsträgern vor Augen führen, welche Auswirkungen manche Entscheidung, die in Berlin getroffen wird, auf den einzelnen Menschen haben.“ Wenn etwa einem Jobcenter die Haushaltsmittel gekürzt würden, könne dies zur Folge haben, dass ein Beschäftigungsbetrieb ganze Bereiche schließen muss. Dies sei etwa beim Trierer Bürgerservice passiert, die die Textilwerkstatt und eine Fahrradwerkstatt schließen mussten. „Dort fallen dann die sogenannten 1-Euro-Jobs weg – mit teilweise katastrophalen Auswirkungen auf die Menschen, die dort gearbeitet haben“, betont Hammes. Er verweist auf eine Studie, die im vergangenen Jahr von der Hochschule Koblenz zu diesem Thema durchgeführt wurde und gezeigt hatte, dass 1-Euro-Jobs in der Regel positive Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl der 1-Euro-Jobber haben. Ziel sei eine Sensibilisierung für das Thema, sagt Hammes: „Wir wollen mit diesem Programm den Entscheidungsträgern vor Augen führen, was vor Ort mit einem Menschen passiert, der sieben verschiedene Maßnahmen durchlaufen hat und trotzdem immer wieder in Hartz IV landet.“

Das Programm startet mit einer Einführung am Sonntag, 11. Mai im Trierer Robert-Schuman-Haus. Von Montag bis Mittwoch leben und arbeiten die Teilnehmenden mit Langzeitarbeitslosen. Am Donnerstag steht zunächst eine interne Reflektion an, bevor das Programm am Freitag, 16. Mai, mit einem Dialog-Workshop und einer Pressekonferenz schließt.

Veranstaltet wird das Exposure- und Dialogprogramm von der Aktion Arbeit im Bistum Trier zusammen mit der deutschen Kommission Justitia et Pax sowie dem Exposure- und Dialogprogramm e.V.; weitere Informationen gibt es bei der Aktion Arbeit im Bistum Trier, Telefon 0651 7105-144, E-Mail: aktionarbeit(at)bistum-trier.de

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