Bistum Trier
Mittwoch, 10. September 2014

Soziale Marktwirtschaft als Haltung

Bischof Ackermann spricht bei erster „Koblenzer Lunch Lecture“

Koblenz – „Soziale Marktwirtschaft ist für mich mehr eine Haltung als ein Regelungsprinzip.“ Das hat der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann bei der ersten „Koblenzer Lunch Lecture“ am 9. September im Gastronomischen Bildungszentrum Koblenz erklärt. Ackermann sprach dort vor rund 35 Unternehmerinnen und Unternehmern aus der Region auf Einladung des Themenschwerpunkts Arbeit im Bistum Trier und der Diözesangruppe Koblenz des „Bund Katholischer Unternehmer“ (BKU). Wie die katholische Soziallehre sei auch die Soziale Marktwirtschaft ein „vielschichtiges Geflecht in Bewegung“, ein „System von Grundprinzipien und Handlungsmodellen“, das immer wieder überprüft und neu verhandelt werden müsste.

Aus der Haltung müsse dann aber auch die Handlung folgen, betonte Ackermann. Es brauche Prinzipien und Vorgaben, „ethische Orientierung“ sei notwendig. Sicher funktioniere eine überregulierte Wirtschaft nicht gut, doch „langfristig sind alle Verlierer, wenn wir soziale Kriterien außer Acht lassen“. Er verwies auf den Münchner Kardinal Reinhard Marx, der immer wieder für die Soziale Marktwirtschaft werbe. Dankbar sei er, sagte der Bischof, dass es aus Wirtschaft und Politik das Interesse gebe, mit Kirchenvertretern zu ethischen Fragen ins Gespräch zu kommen. „Ich verstehe mich nicht als Fachmann in diesen Fragen“, gab Ackermann zu. Doch durch den Dienst als Bischof sei er auch mit wirtschaftlichen Fragen befasst und „über den Rand von Kirche hinaus aktiv“. Daher wolle er seine Ausführungen als Anregungen verstanden wissen.

Bischof Ackermann, der auch Vorsitzender der deutschen Kommission „Justitia et Pax“ ist, verwies auf das 2012 erschienene Papier des Päpstlichen Rats für Gerechtigkeit und Frieden unter dem Titel „Zum Unternehmer berufen! Eine Ermutigung für Führungskräfte in der Wirtschaft“. In einer „sehr wertschätzenden Weise“ habe sich Rom hier den Unternehmern zugewandt.

Unternehmer seien „Motoren der Innovation“ sagte Ackermann. Wenn Unternehmer nach den Prinzipien der katholischen Soziallehre – Personalität, Gemeinwohlorientierung, Subsidiarität und Partizipation – handelten und den Fortschritt beförderten, sei dies „schöpferisches Tun“: „Sie nehmen am Schöpfungswirken Gottes teil.“ Der Bischof ermutigte die Unternehmerinnen und Unternehmer, sich „als Menschen mit den gleichen ethischen Prinzipien“ zu vernetzen, etwa im BKU. Auch regte er an, die ethische Bildung von Menschen, die in der Wirtschaft arbeiten, zu verstärken. Und schließlich könnten soziale Engagements wie Friedensdienste im Ausland oder ein Freiwilliges Soziales Jahr helfen, sich Führungs- und Teamkompetenz anzueignen.

Zu Beginn der Veranstaltung hatte Thomas Berenz vom Themenschwerpunkt Arbeit im Bistum Trier erläutert, mit der „Lunch Lecture“ - einer Kombination aus Vortrag, Diskussion und Mittagessen - wolle man „Leibliches und Geistiges“ verbinden. Generell gehe es dem Themenschwerpunkt darum, das Bewusstsein für den Wert von Arbeit für das gelingende Leben eines jeden Menschen zu schärfen und den Dialog mit Akteuren der Arbeits- und Wirtschaftswelt zu suchen. Mehr Informationen zum Themenschwerpunkt Arbeit im Bistum Trier gibt es bei Thomas Berenz, Tel.: 0651-8105-233, E-Mail: themenschwerpunkt-arbeit(at)bistum-trier.de

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