Bistum Trier
Freitag, 18. Juli 2014

„Stromspar-Helfer“ bald in Kreuznach unterwegs

Caritas-Projekt soll Langzeitarbeitslose zu Energieberatern schulen

Bad Kreuznach – Langzeitarbeitslosen eine neue Perspektive geben und gleichzeitig einkommensschwachen Haushalten beim Stromsparen helfen: Das ist das Ziel des Caritas-Projekts „Stromspar-Check PLUS“. Jetzt soll die Aktion, die es bereits in vielen deutschen Städten gibt, auch in Bad Kreuznach ins Leben gerufen werden. Insgesamt 6 Stromsparhelfer könnten bei Zusage der Bundeszuschüsse ab Herbst in Bad Kreuznach unterwegs sein, wie der Caritasverband Rhein-Hunsrück-Nahe bei einer Pressekonferenz mit Kooperationspartnern und Sponsoren am 17. Juli mitteilte.

 „Ziel des Projektes ist, Langzeitarbeitslosen wieder eine Perspektive zu eröffnen, indem sie zu Energieberatern geschult werden und einkommensschwache Haushalte beraten“, erklärte Caritas-Geschäftsführer George Koldewey. Der Caritasverband Rhein-Hunsrück-Nahe werde die „Stromsparchecker“ nach Tarif einstellen und sie so wieder an den ersten Arbeitsmarkt heranführen. Nach 60 Schulungsstunden könne der Einsatz beginnen: „Sie besuchen einkommensschwache Haushalte, messen den Verbrauch der Geräte, beispielsweise von Gefriertruhe oder Kühlschrank, und stellen dann einen Plan zusammen“, so Koldewey. Beim zweiten Besuch würden dann Stromspargeräte wie Energiesparlampen, Zeitschaltthermometer oder Steckdosenleisten im Wert von bis zu 70 Euro installiert. Zusätzlich könne bei Bedarf jeder beratene Haushalt einen Gutschein über 150 Euro für neue Kühlgeräte bekommen. Eine Studie des Deutschen Caritasverbands zeige, dass die Haushalte durchschnittlich 140 Euro einsparten.

 

Vor allem die Langzeitarbeitslosen hat auch das Jobcenter Bad Kreuznach, einer der wichtigsten Kooperationspartner des Projekts, im Blick. „Sechs Stromsparhelfer – das sind sechs Familien weniger, die von Sozialhilfe und Arbeitslosengeld II leben müssen“, betonte Geschäftsführer Bruno Eckes. „Der Landkreis kann so über 22.000 Euro sparen, der Bund rund 27.000 Euro. Ein großer Vorteil ist, dass die Berater selbst Langzeitarbeitslose waren und so die Sorgen und Nöte der Familien kennen und auf Augenhöhe mit ihnen reden können.“ Jobcenter und Bürgerbüros würden die Familien in nächster Zeit bei Zustandekommen des Projektes über das Angebot informieren. „Bisher haben wir Gelder für vier Stromsparhelfer zusammen, die in der Stadt Bad Kreuznach eingesetzt werden sollen. Gerne hätten wir noch zwei weitere für den Landkreis“, fügte Koldewey an. Er sei dankbar, dass sich bereits so viele regionale Akteure solidarisch zeigten. So erklärten bei der Pressekonferenz die Kreuznacher Stadtwerke, die Gewobau, die Sparkasse Rhein-Nahe und die RWE Vertrieb AG ihre Unterstützung und verwiesen auf die gesellschaftliche Verantwortung und die positiven Effekte des Projekts für die Familien. Auch die „Aktion Arbeit“ des Bistums Trier beteiligt sich am Projekt. Die setzt sich für am Arbeitsmarkt benachteiligte Menschen ein. „Wir können helfen, finanzielle Lücken zu schließen. Wir finanzieren unsere Arbeit aus Spenden, die ohne jede Kürzung direkt an Projekte wie dieses gehen“, sagte Geschäftsführer Rudolf Hammes. Koldewey erklärte abschließend, der hoffe auf eine Zusage der Bundeszuschüsse und auf weitere Sponsoren für die noch fehlenden Beträge pro Stromsparhelfer.

Weitere Informationen zum Projekt, Tipps und auch die Möglichkeit, den eigenen Haushalt beim Stromsparcheck anzumelden, gibt es im Internet unter: www.stromspar-check.de.

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