Bistum Trier
Dienstag, 14. November 2017

Synodenumsetzung im Mittelpunkt

Spitzengespräch der Saarländischen Landesregierung mit der Katholischen Kirche

Saarbrücken – Die Saarländische Landesregierung und die Spitzen der Bistümer Speyer und Trier haben sich am Dienstag in der Staatskanzlei des Saarlandes in Saarbrücken zu ihrem traditionellen Meinungsaustausch getroffen. Das fünfte Gespräch der schwarz-roten Landesregierung mit den Bischöfen Dr. Karl-Heinz Wiesemann und Dr. Stephan Ackermann zeigte viele Übereinstimmungen in politischen und gesellschaftlichen Fragen. Insbesondere die Strukturreform in den Bistümern Speyer und Trier war ein breit diskutiertes Thema.

„Die Landesregierung ist an einer guten und zielorientierten Zusammenarbeit mit den Kirchen und anderen Religionsgemeinschaften sehr interessiert“, sagte die stellvertretende Ministerpräsidentin, Ministerin Anke Rehlinger. „Die Gespräche mit der Katholischen Kirche sind getragen von einer konstruktiven und angenehmen Atmosphäre.“

Ein Beispiel für die Konstruktivität ist das Angebot der Katholischen Kirche zur Kooperation bei der Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit. Bischof Dr. Stephan Ackermann betonte die Bereitschaft, diese Aufgabe auch weiterhin gemeinsam anzugehen. Bereits im März hatte die Aktion Arbeit des Bistums Trier zusammen mit den Ministerpräsidentinnen des Saarlandes und Rheinland-Pfalz das Konzept „Integrierter Arbeitsmarkt“ in Berlin vorgestellt. Das Saarland hat mit der Maßnahme „Arbeit für das Saarland“ (ASaar) ein Programm zur Förderung der öffentlich geförderten Beschäftigung bereits auf den Weg gebracht. „Die Landesregierung will alle landespolitischen Möglichkeiten nutzen, um jedem die Chance zu geben, seinen Lebensunterhalt durch frei gewählte und dauerhafte Arbeit zu verdienen“, sagte Ministerin Rehlinger.

Die beiden Bischöfe stellten der Landesregierung die Reformen in den jeweiligen Bistümern vor, die auch spürbare Auswirkungen auf die Strukturen der Pfarreien haben. „Wir haben Verständnis dafür, dass sich auch die Kirchen den Herausforderungen der Zukunft stellen müssen“, sagte Ministerin Rehlinger. „Wir stellen bei der öffentlichen Diskussion aber auch fest, wie groß die Angst der Menschen vor Verlust von Vertrautem sein kann.“ Das sei im Saarland insbesondere deshalb so ausgeprägt, weil sich hier überdurchschnittlich viele Menschen ehrenamtlich engagieren. Generalvikar Ulrich Graf von Plettenberg sagte, die Umsetzung der Synode des Bistums Trier biete die Chance, neue Milieus zu erreichen und als Kirche offener zu werden. Durch Herausforderungen, denen man sich stelle oder neue Angebote, gewinne man auch viele Ehrenamtliche hinzu. „Wir wollen als Kirche nicht nur um uns selbst kreisen, sondern auch die erreichen, die uns fern stehen.“

Einig waren sich Landesregierung und die Katholischen Kirchen beim Umgang mit Rechtspopulismus: „Landesregierung und Kirchen können gemeinsam dem wachsenden Rechtspopulismus entgegentreten, indem sie die Sorgen und Ängste der Bürgerinnen und Bürger ernst nehmen und in ihren Konzepten konkreter werden. Wir sollten die Agenda nicht von Rechtspopulisten bestimmen lassen, aber die offenkundigen Probleme der Bürger lösen.“

(dh)

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