Bistum Trier
Donnerstag, 9. November 2017

"Von nix kommt nix"

Aktion Arbeit im Bistum Trier unterstützt Stromspar-Check

Bad Kreuznach – Vier Jahre hat sie nach einem Job gesucht, dann wurde Alexandra Stadtmüller die Mitarbeit am Caritas-Projekt „Stromspar-Check“ in Bad Kreuznach ans Herz gelegt: „Es hat mir von Anfang an Spaß gemacht“, erklärt die 44-Jährige. Das Projekt bietet Langzeitarbeitslosen einen Vollzeitjob als Stromsparhelfer. Sie beraten Haushalte, die Sozialleistungen beziehen, kostenlos in Sachen Energiesparen. Die Kirnerin hat durch das Projekt den Sprung auf den ersten Arbeitsmarkt geschafft.

Doch von Anfang an: Die gelernte Kauffrau im Einzelhandel arbeitet bis zu ihrer Schwangerschaft als Filialleiterin eines großen Discounters in Berlin. „Als ich meine Schwangerschaft bekannt gab, wurde ich mit Nachdruck darum gebeten, einen Aufhebungsvertrag zu unterschreiben.“ Nach der Geburt ihres Sohnes und dem dreijährigen Erziehungsurlaub sei es für sie schwierig gewesen, wieder einen Job zu finden. 2010 ist sie dann zurück in ihre Heimat. Zu dieser Zeit hatte sie zwei bis drei Minijobs gleichzeitig. „Von nix kommt, kommt nix“, kommentiert sie diese Situation.

Alexandra Stadtmüller wird durch die Arbeitsagentur auf das Projekt aufmerksam gemacht. „Nur bestimmte Personengruppen kommen für diesen Job in Frage“, erklärt die Projektkoordinatorin „Stromspar-Check“ des Caritasverbandes Rhein-Hunsrück-Nahe Diana Dahm. Neben der Tatsache, dass die zukünftigen Stromspar-Checker arbeitssuchend sein müssen, sei ein technisches Grundverständnis und Menschenoffenheit von Vorteil. Voraussetzung ist ein Führerschein; ein Dienstwagen wird zur Verfügung gestellt.

Alexandra Stadtmüller ist Mitarbeiterin der ersten Stunde: „Das Projekt ist wie mein Baby“, strahlt sie, obwohl sie bereits zwei Jahre nicht mehr in der Maßnahme arbeitet. In den etwa eineinhalb Jahren als Stromsparhelferin hat sie in 464 Wohnungen Checks durchgeführt. Das Ansprechen von potenziellen Kunden, die Checks in den Haushalten und das Einbauen und Anbringen von energieeffizienteren Geräten ist der ehrgeizigen Frau nicht genug. Sie hat die Fortbildung der Handwerkskammer zur Serviceberaterin für Energie- und Wasserspartechnik absolviert. Draufgesetzt hat sie noch den Fachanleiter und Trainer über den Deutschen Caritasverband. „Ich bin sehr wissbegierig“,  gibt sie zu. Die sechsstündige Prüfung hat sie sogar mit Bestnote bestanden. „Die Arbeit hat mir ein richtiges Hoch gegeben.“

Mit einem Augenzwinkern berichtet Diana Dahm, dass Alexandra Stadtmüller regelrecht abgeworben wurde: „Eigentlich hätte sie noch ein halbes Jahr als Checkerin arbeiten können – die Maßnahme ist auf zwei Jahre beschränkt – aber Frau Stadtmüller hat sehr viele Stellenangebote erhalten.“ Für die Projektkoordinatorin sei diese Laufbahn das Optimalste, es gehe ja darum, Menschen in den Arbeitsmarkt zu vermitteln.

Das Projekt wird von der Aktion Arbeit im Bistum Trier unterstützt. 75 Prozent des Bruttogehalts zahlt das Jobcenter, der Rest muss akquiriert werden, informiert Diana Dahm. Die Geschäftsführerin der Aktion Arbeit, Andrea Steyven, freut sich über die vielfältigen Vorteile, die die Maßnahme bietet: „Neben der Vermittlung von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt, gibt es eine Einsparung von Energieressourcen und dadurch können wir die Schöpfung bewahren – was sehr wichtig für uns ist.“

Das Fazit von Alexandra Stadtmüller lautet: „Es hat mir Spaß gemacht!“ Nun konzentriert sie sich auf ihre neue Stelle, wo sie auch durch ihre persönlichen Erfahrungen eine  geschätzte Kollegin ist. Sie arbeitet in der Leistungsabteilung der Bundesagentur für Arbeit in Bad Kreuznach.

Weitere Informationen gibt es auf www.bistum-trier.de/aktionarbeit/, auf www.caritas-rhn.de oder bei Diana Dahm unter Tel.: 0671-8382819. (jf)

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